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FC Bayern News: Verliert Zirkzee seinen Status als Lewandowski-Backup?

Nur noch Nummer drei? Bayerns Super-Joker droht verlorenes Jahr

Robin Schmidt

10.10.2020 | 10:07 Uhr

Wie geht es weiter mit Joshua Zirkzee beim FC Bayern?
Image: Wie geht es weiter mit Joshua Zirkzee beim FC Bayern? © Imago

Joshua Zirkzee hat sich beim FC Bayern innerhalb kürzester Zeit als effektiver Backup für Robert Lewandowski einen Namen gemacht. Nun drohen dem jungen Angreifer allerdings harte Zeiten.

Im Dezember 2019 ging sein Torjubel noch viral. Bei seinem Bundesliga-Debüt traf Joshua Zirkzee nur 104 Sekunden nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Ballkontakt zum wichtigen 2:1 gegen den SC Freiburg. Seinen Treffer feierte er ganz im Stil eines 18-Jährigen mit einem Selfie auf dem Rasen.

Ein Shootingstar war geboren und in aller Munde erst Recht, als er nur wenige Tage später gegen den VfL Wolfsburg erneut als Joker mit seinem ersten Ballkontakt traf und die Bayern damit auf die Siegerstraße schoss. Im März zeigte er sich dann auch bei seinem Startelf-Debüt gegen die TSG Hoffenheim treffsicher.

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Transfers sprechen gegen die Philosophie

Zweifelsohne gehörte der Youngster zu den Entdeckungen der vergangenen Saison, doch Hansi Flick bremste schon im Frühjahr den Hype um ihn. "Er macht seine Sache ganz ordentlich. Aber er muss, wenn er hier auf der Position immer mal spielen will, auch noch zulegen. Das weiß er auch."

Scheinbar ging der Entwicklungsprozess in diesem Sommer nicht schnell genug voran. Anders ist es nicht zu erklären, dass mit dem 31-jährigen Eric Maxim Choupo-Moting noch eine weitere Alternative für das Sturmzentrum unter Vertrag genommen wurde. "Er gibt unserem Kader in der Offensive, vor allem im Zentrum eine Tiefe, die wir brauchen werden", erklärte Sportvorstand Hasan Salihamidzic die Verpflichtung des ehemaligen PSG-Stürmers.

Dennoch: Die für Bayern ungewöhnlich hektischen Aktivitäten am Deadline Day sprechen nicht für die Philosophie, in naher Zukunft auch die eigenen Talente in die Profi-Mannschaft zu integrieren. Chris Richards und Jamal Musiala dürften durch die Verpflichtungen von Bouna Sarr und Douglas Costa ebenfalls weniger Spielzeit erhalten.

Fein, Cuisance und Co. ohne Chance

Das Signal ist fatal, für viele Nachwuchskräfte ist die Konkurrenz beim deutschen Rekordmeister ohnehin schier übermächtig. Mit Michael Cuisance (21 Jahre, Olympique Marseile) Oliver Batista-Meier (19, SC Heerenveen), Lars Lukas Mai (20, Darmstadt 98), sowie Christian Früchtl (20) und Sarpreet Singh (21/beide zum 1. FC Nürnberg) wurden gleich mehrere Nachwuchskräfte verliehen.

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Auch Adrian Fein wurde kurz vor Schließung des Transferfensters noch an PSV Eindhoven ausgeliehen. Die Enttäuschung über die nicht erhaltene Chance ist groß, auf seinem Instagram-Kanal hat er sämtliche Bayern-Bilder gelöscht.

Zwar zeigen sich die FCB-Verantwortlichen überzeugt, dass der 21-Jährige beim Götze-Klub eine Führungsrolle übernehmen und seine Qualitäten weiter ausbauen werde, wie Salihamidzic in einer offiziellen Mitteilung verlauten ließ, allerdings besitzen die Niederländer offenbar eine Kaufoption.

3:42
FC Bayern: Nach Bouna Sarr und Marc Roca steigen auch die Neuzugänge Eric Maxim Choupo-Moting und Tiago Dantas ins Training ein. Sky Reporter Torben Hoffmann berichtet von der Säbener Straße (Videoänge: 3:42 Min.).

Will Bayern den Kampfgeist bei Zirkzee wecken?

Not amused dürfte auch Zirkzee sein. Der Lockenkopf benötigt mit seinen 19 Jahren vor allem eines: Spielpraxis. Und zwar auf höherem Niveau als in der dritten Liga bei der zweiten Mannschaft. Anders als bei Fein hat sich bei ihm aber kein Leihgeschäft mehr ergeben.

Der 1. FC Köln zeigte im Sommer Interesse, zu dem Zeitpunkt war der Niederländer aber wohl noch fest als Lewandowski-Ersatz eingeplant. Auch ein Last-Minute-Deal mit seinem Jugendklub Feyenoord Rotterdam kam nicht mehr zustande.

Vielleicht ist das aber auch ganz im Sinn der Münchner. Möglicherweise wollen sie mit dem Konkurrenzkampf um Lewandowskis Ersatzrolle den Kampfgeist bei Zirkzee wecken, damit er sich nicht auf den Status als Nummer zwei ausruht. Sollte dieser Plan nicht aufgehen, dürfte der Stürmer im Winter den gleichen Weg wie Fein und Co. anstreben.

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