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FC Chelsea News: Das fiel beim Debüt von Thomas Tuchel auf

Doppel-Rekord als Fingerzeig: Vier Erkenntnisse zur Tuchel-Premiere

Robin Schmidt

31.01.2021 | 19:59 Uhr

Tuchel beim Chelsea-Debüt. 2:11
Der FC Chelsea kommt gegen die Wolverhampton Wanderers beim ersten Spiel unter Thomas Tuchel nicht über ein 0:0 hinaus.

Mit einer Nullnummer gegen die Wolverhampton Wanderers hat die Ära von Thomas Tuchel beim FC Chelsea begonnen. Sky Sport fasst die Erkenntnisse zum Debüt des deutschen Trainers zusammen - zwei Rekorde dienen dabei als deutlicher Fingerzeig.

Dass das englische Wetter nicht das beste ist, ist hinlänglich bekannt. Diese Erfahrung hat nun auch Thomas Tuchel gemacht. Bei seinem Debüt als Trainer des FC Chelsea setzte ab der zweiten Halbzeit strömender Regen ein. Das schien ihn am Ende aber genauso wenig zu betrüben wie das torlose Remis gegen die Wolverhampton Wanderers. Im Gegenteil.

"Ich habe es sehr genossen, weil ich sehr zufrieden mit der Intensität, der Einstellung, der Energie und der Qualität meiner Mannschaft war", sagte Tuchel. Sein neues Team setzte nur 24 Stunden nach seinem Amtsantritt und einer einzigen Trainingseinheit bereits einige Elemente um, die er in Zukunft verbessern möchte.

Gleich zwei Rekorde dienen als deutlicher Fingerzeig. Sky Sport fasst die vier wichtigsten Erkenntnisse zusammen.

1. Chelsea wird taktisch schwerer ausrechenbar sein

Der deutsche Taktiktüftler gilt als innovationsfreudig, gleich bei seiner Premiere setzte er neue Impulse. Gegen die Wolves ließ er die Blues überraschend in einem 3-2-4-1 auflaufen, sein Vorgänger Frank Lampard legte sich zuletzt regelmäßig auf ein 4-3-3 fest.

Während in der Abwehr Kapitän Cesar Azpilicueta, Thiago Silva und Antonio Rüdiger die Dreierkette bildeten, bot Tuchel seinen Landsmann Kai Havertz als einen der beiden Zehner auf.

2:52
Premier League, 20. Spieltag: Nur knapp 24 Stunden nachdem der ehemalige Bundesliga-Trainer die glücklose Klubikone Frank Lampard als Teammanager beim englischen Spitzenklub beerbt hatte, kamen die Blues gegen die Wolverhampton Wanderers nicht über e

Der 21-Jährige, für den Lampard noch nicht die richtige Position gefunden hatte, machte deutlich, dass er im Zentrum deutlich besser aufgehoben ist. Er absolvierte mehr von seinen gefährlichen Tempoläufen, rochierte viel mit Hakim Ziyech und zeigte eine andere Körpersprache. Für den Nationalspieler war die Partie ein Schritt nach vorne.

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2. Blaue Dominanz

Tuchels Stil ist auf Kontrolle und Ballbesitzfußball ausgerichtet. "Wir werden mutigen, offensiven Fußball und auf Tore spielen. Chelseas Mentalität ist es aber auch stark zu verteidigen", umschrieb der 47-Jährige seine Ausrichtung.

Gegen die Wolves zog Chelsea mit den passsicheren Mateo Kovacic und Jorginho auf der Doppel-Sechs ein dominantes Spiel auf. Insgesamt spielten die Londoner 820 Pässe bei fast 79 Prozent Ballbesitz - beides Höchstwerte für ein Team beim ersten Spiel eines neuen Trainers seit Beginn der Datenerfassung (2003/04).

3. Probleme in der Offensive

Trotz der Dominanz tat sich Chelsea schwer, gefährliche Torchancen gegen die tiefstehende Defensive der Gäste herauszuspielen.

Nach guten Balleroberungen war das offensive Umschaltspiel noch zu langsam, oftmals fehlte das nötige Tempo in den Aktionen. Doch ein neues System und ein neuer Stil wurden noch nie in einer Trainingseinheit implementiert ...

4. Wohin mit Werner?

Im Gegensatz zu Rüdiger und Havertz kam der dritte DFB-Kicker im Bunde bei Tuchels Debüt nicht zum Einsatz. In der Sturmspitze erhielt Olivier Giroud den Vorzug - auch aufgrund seiner Erfahrung, wie der neue Coach erklärte.

In Anbetracht der knappen Zeit spielte diese Komponente eine wichtige Überlegung in den Planungen des 47-Jährigen, der seine Aufstellung vor dem Anpfiff als "total unfair" bezeichnete: "Wie soll ich nach einem Tag Training eine gerechte Auswahl treffen?"

Im nächsten Spiel am Sonntag (13 Uhr live auf Sky) gegen den FC Burnley dürfte es bei der Wahl der Startelf-Positionen fairer zugehen. Möglicherweise erhält dann auch Werner die Chance, sich zu präsentieren. Es wird spannend zu sehen sein, welche Rolle Tuchel für den Angreifer im Blick hat.

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Chelseas neuer Trainer Thomsa Tuchel nach seinem ersten Spiel gegen Wolverhampton.

Fazit

"Wir werden sehen, ob ich überhaupt etwas vermitteln konnte", scherzte Tuchel vor dem Spiel. Er konnte. Dass noch nicht alle seine Ideen funktionieren würden, war absehbar hinsichtlich der außergewöhnlichen Umstände. "Ich hatte nicht erwartet, dass wir nach einer Trainingseinheit und zwei Treffen auf diesem Level sind", zeigte er sich zufrieden.

Die Nullnummer gegen die Wolves bildet daher ein ordentliches Fundament. Nun gilt es, die Abläufe zu optimieren - dafür stehen bis zur nächsten Partie auch mehr Trainingseinheiten zur Verfügung.

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