Zum Inhalte wechseln

Fünf Erkenntnisse für Löw: Einer ist unverzichtbar, einer kann alles

Nach den Spielen gegen Argentinien und Estland

Sport-Informations-Dienst (SID)

15.10.2019 | 10:51 Uhr

Joshua Kimmich schlüpfte gegen Estland in die Rolle des Innenverteidigers.
Image: Joshua Kimmich schlüpfte gegen Estland in die Rolle des Innenverteidigers. © DPA pa

Die deutsche Nationalmannschaft steht nach dem mühevollen 3:0 (0:0)-Sieg bei Außenseiter Estland vor der erfolgreichen Qualifikation für die EM 2020. Das sind die fünf wichtigsten Erkenntnisse für Bundestrainer Joachim Löw.

DIE EM-TEILNAHME WIRD GELINGEN

Von der erfolgreichen Qualifikation ist nicht nur Bundestrainer Joachim Löw überzeugt. Mit 15 Punkten führt die DFB-Auswahl die Gruppe C gemeinsam mit den Niederlanden an, der Vorsprung auf die drittplatzierten Nordiren beträgt drei Zähler. Ein Sieg gegen Weißrussland am 16. November in Mönchengladbach würde schon zur EM-Teilnahme genügen, falls Nordirland gleichzeitig nicht gegen die Niederlande gewinnt. Drei Tage später kommt es in Frankfurt abschließend zum direkten Duell mit Nordirland. Aber: Platz eins, der für die Setzliste wichtig wäre, ist nach dem verlorenen direkten Vergleich gegen Oranje nicht mehr aus eigener Kraft zu erreichen.

preview image 0:37
Die Nationalmannschaft in dieser Länderspielpause mit vielen Verletzten und zwei soliden Vorstellungen. Doch wo steht das Team von Joachim Löw? Sky Reporter Marc Behrenbeck zieht sein Fazit.

GNABRY IST UNVERZICHTBAR

Gegen Argentinien wirbelte Serge Gnabry die gesamte Defensive der Südamerikaner durcheinander, in Estland wurde er aufgrund muskulärer Probleme geschont. Der Ausfall des Münchners (zehn Tore in elf Länderspielen) fiel schwer ins Gewicht. Ohne ihn mangelte es dem deutschen Spiel an Tempo und Kreativität. "Gnabry spielt immer", hatte Löw vor einigen Wochen gesagt. Wer die Spiele in Dortmund und Tallinn gesehen hat, der weiß warum.

ZUM DURCHKLICKEN: Die Gewinner und Verlierer des DFB-Teams

  1. Serge Gnabry und Kai Havertz sind in Top-Form.
    Image: KAI HAVERTZ: Der Youngster traf gegen Argentinien und gab gegen Estland eine Torvorlage. Performte insgesamt ordentlich, muss sich aber noch erheblich steigern, um dauerhaft einen Platz in der Startelf zu erhalten. © DPA pa
  2. LUCA WALDSCHMIDT:
    Image: LUCA WALDSCHMIDT: Der Freiburger profitierte von den Ausfällen und absolvierte seine ersten beiden Länderspiele. Deutete sein Potenzial an, doch als alleinige Spitze im Zentrum fehlt es ihm noch an Qualität. © DPA pa
  3. Die deutsche Nationalmannschaft feiert in Estland wichtige drei Punkte.
    Image: ILKAY GÜNDOGAN: Sportlich hat er seine Chance genutzt und mit zwei Toren gegen Estland unter Beweis gestellt, dass er auch im DFB-Trikot eine wichtige Rolle spielen kann. Mit seinem Instagram-Like sorgte er allerdings für unnötig Wirbel. © DPA pa
  4. EMRE CAN:
    Image: EMRE CAN: Ob der Instagram-Ärger Einfluss auf seine Konzentration gehabt hat? Auf der für ihn ungewohnten Position in der Dreierkette kassierte der Juve-Profi gegen Estland den frühesten Platzverweis in der DFB-Historie. Fazit: Chance nicht genutzt. © DPA pa
  5. Julian Brandt
    Image: JULIAN BRANDT: Hatte gegen Argentinien und Estland die Gelegenheiten, von Beginn an sein Können zu zeigen - dies gelang ihm aber nicht. Der BVB-Profi agierte in beiden Partien oftmals zu schlampig und unpräzise, dazu strahlte er wenig Gefahr aus. © Imago
  6. ROBIN KOCH: Der Überraschungsneuling feierte gegen Argentinien sein Länderspiel-Debüt und wusste durchaus zu überzeugen. Löw bezichnete den Auftritt des Freiburgers als ''sehr stabil und ''selbstbewusst'', zudem lobte er Kochs ''gute Ausstrahlung''.
    Image: ROBIN KOCH: Der Überraschungsneuling feierte gegen Argentinien sein Länderspiel-Debüt und wusste durchaus zu überzeugen. Löw bezeichnete den Auftritt des Freiburgers als ''sehr stabil und ''selbstbewusst'', zudem lobte er Kochs ''gute Ausstrahlung''. © Getty
  7. SUAT SERDAR & NADIEM AMIRI: Die beiden Neulinge wurden in beiden Partien eingewechselt, bekamen aber zu wenig Einsatzminuten, um sich in den Fokus zu spielen. Müssen sich mit guten Leistungen bei ihren Vereinen für weitere Nominierungen empfehlen.
    Image: SUAT SERDAR & NADIEM AMIRI: Die beiden Neulinge wurden in beiden Partien eingewechselt, bekamen aber zu wenig Einsatzminuten, um sich in den Fokus zu spielen. Müssen sich mit guten Leistungen bei ihren Vereinen für weitere Nominierungen empfehlen.  © DPA pa
  8. Niklas Stark muss ohne DFB-Einsatz zurück nach Berlin.
    Image: NIKLAS STARK: Er bleibt der große Pechvogel in der Nationalmannschaft. Nach etlichen Berufungen ohne Einsatz verhinderten erst eine Magen-Darm-Grippe und anschließend eine Beinverletzung sein DFB-Debüt. Muss weiter auf seine Chance warten. © Getty
  9. JONATHAN TAH: Nach ein paar Autogrammen war für den Leverkusener schon wieder Schluss. Aufgrund eines grippalen Infekts konnte sich der Innenverteidiger, der zuletzt häufiger in der Kritik gestanden hatte, nicht nachhaltig empfehlen.
    Image: JONATHAN TAH: Nach ein paar Autogrammen war für den Leverkusener schon wieder Schluss. Aufgrund eines grippalen Infekts konnte sich der Innenverteidiger, der zuletzt häufiger in der Kritik gestanden hatte, nicht nachhaltig empfehlen.  © DPA pa

KIMMICH KANN ALLES

Im Prestigeduell gegen Argentinien (2:2) überzeugte der Bayern-Profi als Ersatz-Kapitän und Anführer, in Estland schlüpfte er nach der frühen Roten Karte gegen Emre Can (14.) in die Rolle des Innenverteidigers. Auch auf dieser für ihn ungewohnten Position überzeugte Joshua Kimmich. Löw hat sich auf ihn als Sechser festgelegt. Dennoch sollte es im Hinblick auf die EM ein Thema bleiben, Kimmich möglicherweise auch wieder rechts in der Viererkette aufzubieten. Dann wäre im defensiven Mittelfeld neben Toni Kroos ein Platz für Ilkay Gündogan.

DIE TORHÜTER-DISKUSSION IST VORERST BEENDET

Zumindest diese Baustelle ist einstweilen geschlossen. Marc-Andre ter Stegen erhielt seine Chance gegen Argentinien, an Platzhirsch Manuel Neuer wird er bis zur EM aber nicht vorbeikommen. Die Torhüter nahmen die Sache professionell. "Im zwischenmenschlichen Bereich gibt es keine Probleme, sie gehen gut miteinander um", stellte Löw fest. Ter Stegen wird künftig weitere Bewährungschancen erhalten, doch Kapitän Neuer ist und bleibt die Nummer eins.

preview image 0:11
Bundestrainer Joachim Löw reagiert auf ''Löw raus''-Rufe

ES GEHT NICHT NUR MIT JUNGEN SPIELERN

Die zahlreichen Ausfälle verhalfen gleich vier Spielern zu ihrem Nationalmannschafts-Debüt. Löw hat also durchaus einige Alternativen. Doch die EM dürfte für Robin Koch, Nadiem Amiri und Co. zu früh kommen. In Estland war zudem zu beobachten, dass auch ein Kai Havertz trotz herausragenden Talents mit seinen 20 Jahren nicht alle drei Tage in Topform spielt. Löw muss die richtige Mischung finden, seine jungen Wilden brauchen Führung.

Sport-Informations-Dienst (SID)

Weiterempfehlen:

Mehr stories