Hamann zählt Nouri an - Baumann vermeidet Bekenntnis
Dunkle Wolken über dem Weserstadion
30.10.2017 | 00:02 Uhr
Die Talfahrt in der Bundesliga geht weiter: Werder Bremen kommt gegen den FC Augsburg unter die Räder. Coach Alexander Nouri ist angeknockt, will aber nicht aufgeben. Doch die Raus-Rufe der Werder-Fans werden lauter und Sportdirektor Frank Baumann vermeidet kurz nach dem Spiel ein Bekenntnis.
Bremen geht mit 0:3 (0:2) gegen zielstrebige Augsburger unter, verpasst den erhofften ersten Sieg in der Bundesliga.
Sky Experte Dietmar Hamann erkennt schwere Defizite und sieht die Grün-Weißen am Scheideweg: "Man hat die ersten Spiele gegen große Gegner mitgehalten - da dachte man, dass wird schon. Die letzten Wochen sind aber die spielerischen Defizite ans Licht gekommen. Sie sind inkompetent im Spielaufbau und haben große Probleme sich Chancen zu erarbeiten."
Die Krise ist präsenter denn je, Coach Alexander Nouri gerät unter Druck. Von den Rängen forderten die Zuschauer in der zweiten Halbzeit vermehrt den Rauswurf des 38-Jährigen. "Jetzt ist ein Zeitpunkt gekommen, nach zehn Spielen mit nur fünf Punkten und drei Toren - dass die Trainerfrage heute Abend heiß diskutiert wird", sagt Hamann.
Spieler kommen in Erklärungsnot
"Seit Wochen ist es immer wieder das Gleiche. Es ist schwer zu erklären, die Emotionen sind niederschmetternd in dieser Situation", sagt Kapitän Zlatko Junuzovic am Sky Mikro: "Wir verstehen den Unmut und die Enttäuschung. Die letzte halbe Stunde war es vom Kopf her schwierig. Aber das sind wir selbst Schuld". Der Österreicher nimmt die Mannschaft in die Pflicht.
Max Kruse feiert sein Comeback in der Startelf, bleibt aber blass. Am Sky Mikro ruft er zur Geschlossenheit auf: "Wir müssen als Mannschaft einiges ändern und das betrifft uns als Spieler, den Trainerstab und da müssen wir zusammen an einem Strang spielen."
Nouri will Arbeit fortsetzen
Im Interview mit Sky Reporter Marcus Lindemann wirkt er in sich gekehrt, will sich durchbeißen: "Für mich ist entscheidend, mich mit der Mannschaft und der Arbeit zu beschäftigen - da mach ich mir weniger Gedanken um meinen Job. Wir arbeiten weiter und werden weiter versuchen die Dinge zu beeinflussen, die wir können."
Am Freitag reist Werder zu Eintracht Frankfurt, Nouri hat das Spiel bereits auf dem Zettel: "Ich werde die Mannschaft mit voller Energie und allem was wir haben, gemeinsam mit dem Trainerteam, bestmöglich vorbereiten."
Baumann: Keine Jobgarantie
Aber bekommt Nouri die Gelegenheit, den Karren aus dem Dreck zu ziehen? Sein Sportdirektor Frank Baumann kündigt bei Sky eine tiefgehende Analyse an: "Ob wir gemeinsam die Überzeugung haben werden aus dieser schwierigen Situation wieder herauszukommen, werden wir genau analysieren. Dann werden wir die Entscheidung treffen, von der wir überzeugt sind."
Weiter erklärt Baumann: "Die Niederlage sitzt noch zu stark in den Knochen. Deswegen kann ich es offen und ehrlich nicht bejahen. Wir werden das analysieren mit meinen Kollegen und Alex. Dann werden wir sehen, was dabei rauskommt."
Eine Jobgarantie klingt anders!