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Hamanns Top 3 - Die Kolumne des Sky Experten über Havertz, Bayern, BVB und Favre sowie Werder Bremen

Hamann: "Havertz ist der spannendste Spieler der Welt"

05.06.2020 | 14:32 Uhr

Dietmar Hamann analysiert für skysport.de das Geschehen in der Bundesliga.
Image: Dietmar Hamann analysiert für skysport.de das Geschehen in der Bundesliga. © DPA pa

In seiner Kolumne schwärmt Sky Experte Dietmar Hamann vor dem Duell mit Bayern von Kai Havertz und nimmt BVB-Coach Lucien Favre in Schutz. Zudem erklärt er, welcher Klub die Königsklasse verpasst und schätzt Werders Chancen im Kampf um den Klassenerhalt ein.

TOP 1: Havertz ist der spannendste Spieler der Welt

Vieles dreht sich aktuell um Kai Havertz, den fantastischen Fußballer von Bayer 04 Leverkusen. Nun treffen am Wochenende Leverkusen und die Bayern aufeinander und natürlich wird das Augenmerk in dieser Partie ganz besonders auf ihn gerichtet sein, weil man davon ausgehen kann, dass auch die Münchner diesen Spieler gerne in ihren Reihen hätten. Wahrscheinlich so gerne wie Real Madrid, Manchester City, Barcelona, Liverpool oder Juventus.

Um es kurz zu machen: alle. Auf der einen Seite würde ich mir wünschen, dass er bei Bayern landet, denn das hieße, dass wir ihn weiter in unsere Liga bestaunen dürfen. Andererseits würde das die Vormachtstellung des Rekordmeisters noch mehr zementieren und das wäre für die Spannung im Titelkampf nicht förderlich. Ich bin da als Fan etwas hin- und hergerissen.

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Havertz: natürliche Arroganz, die ganz große Spieler auszeichnet

Das Spiel an sich wird auf seinen weiteren Werdegang aber so gut wie keine Auswirkungen haben. Es ist nur ein Spiel von hoffentlich noch ungefähr 600, die er bestreiten wird. Ich habe seit 20 Jahren keinen mit den Fähigkeiten von Kai Havertz gesehen. Er ist für mich zur Zeit der spannendste Spieler auf der Welt!

Obwohl er doch recht groß ist, agiert er unheimlich geschmeidig mit dem Ball. Er hat einen angeborenen Instinkt für jede Situation, schießt Tore mit beiden Füßen und mit dem Kopf. Er weiß immer, zu welcher Seite er sich gerade drehen muss, ist als Vorlagengeber und Vollstrecker gleichermaßen begabt und hat im positivsten Sinne diese natürliche Arroganz, die ganz große Spieler auszeichnet.

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Ein großer Verein wird im Sommer den Preis bezahlen

Natürlich könnte es sein, dass durch die finanziell angespannte Situation der Klubs durch die Corona-Krise nicht alle Vereine an die 100-Millionen-Euro-Grenze gehen können und er wie durch ein Wunder doch noch ein Jahr in Leverkusen bleibt. Aber das kann ich mir nicht vorstellen. Auf diesen Spieler kann man nicht warten.

Und wenn Leverkusen ihn abgibt und Havertz den nächsten Schritt machen möchte, wird es diesen einen ganz großen Verein geben, der den maximalen Preis in diesem Sommer bezahlt. Er ist ein außergewöhnlicher Sportler und deshalb denke ich, dass auch in diesen Zeiten ein Verein kommen wird, der einen außergewöhnlichen Preis für seine Dienste an Leverkusen überweisen wird.

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''Das der Transfermarkt eingebrochen ist, gilt sicher für viele Spieler, aber nicht für Künstler wie Kai Havertz.'' Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler mit klaren Worten zum Wert seines Spielers (Videolänge: 31 Sek.).

TOP 2: Gladbach landet auf Rang fünf & Favre hat Kritik nicht verdient

Vier Klubs kämpfen um drei Champions-League-Plätze. Und so leid es mir für Borussia Mönchengladbach tut, so glaube ich doch, dass am Ende Leverkusen Vierter wird und mit Dortmund sowie Leipzig in der Königsklasse spielt.

Das Restprogramm von Bayer und Gladbach ist ziemlich ausgeglichen und sie sind punktgleich. Aber ich habe den Eindruck, dass der Kader der Werkself etwas mehr Substanz hat und sie gerade generell in einer besseren Verfassung sind. Es wird am Ende eine hauchdünne Entscheidung und ich habe das Gefühl, dass das Team von Peter Bosz das bessere Ende für sich hat.

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Diskussion um Favre ist deplatziert

Wie und ob es ein Ende von Lucien Favre zum Saisonende in Dortmund gibt, weiß ich nicht. Was ich aber weiß: die Diskussion darüber, ob dieser Mann keinen Meistertitel holen kann und deshalb nicht gut genug sei, ist ziemlich deplatziert. Er wurde in der Schweiz Meister und das sollte man nicht so einfach abtun und einfach ignorieren. Wir haben in unserer Liga viele tolle Trainer erlebt, die entweder selbst Schweizer waren oder dort sehr erfolgreich waren.

Er hat in Gladbach und Berlin herausragende Arbeit geleistet und er war zur Winterpause mit Nizza vor Paris. Ich weiß nicht, wann das zuletzt irgendjemand geschafft hat. Dass Favre den großen Vorsprung in der letzten Saison mit Dortmund nicht ins Ziel gebracht hat, kann und muss man ihm vorwerfen. In dieser Saison wüsste ich nicht, was ich ihm groß ankreiden könnte. Er hat mit Bayern einen riesengroßen Gegner. Dort wird ein Mann für 80 Millionen gekauft, der nicht spielt und es auf die Qualität der Mannschaft keine Auswirkungen hat.

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Bayern sind das beste Team in Europa

Für mich sind die Bayern im Moment das beste Team in Europa. So wie diese Mannschaft momentan unter Flick spielt, ist sie über die Grenzen hinaus kaum von jemandem zu besiegen. Das ist für Favre und Dortmund wirklich nicht so leicht. Und ja, die Bayern haben das Spiel in Dortmund verdient gewonnen, denn sie waren die bessere Mannschaft. Aber wenn es den in meinen Augen zwingenden Elfmeter für Dortmund und den eventuellen Platzverweis für Boateng gibt, dann würden wir jetzt vielleicht über ganz andere Dinge sprechen.

Ich wüsste ehrlich gesagt nicht, welche Trainer in Dortmund mit dieser Mannschaft viel bessere Ergebnisse liefern würden. Julian Nagelsmann wäre eine großartige Lösung, aber der dürfte nicht zu haben sein. Ob Niko Kovac oder Jesse Marsch, die ohne Frage auch Top-Trainer sind, das deutlich besser als Favre hinbekämen, weiß ich wirklich nicht.

TOP 3: Werder bleibt in der Liga

Ich glaube, dass sich Werder Bremen am Ende retten und mindestens den 16. Tabellenplatz belegen wird. Natürlich war die Heimniederlage gegen Eintracht Frankfurt ein Rückschlag nach zuletzt sieben Punkten aus drei Spielen. Aber sie haben sich diese neue, etwas positivere Ausgangslage erarbeitet und verdient.

Gegen die Eintracht waren die Bremer irgendwie zu hektisch und übereifrig. Vielleicht haben sie nach den zwei Siegen gedacht, dass sie jetzt unbedingt noch eines gewinnen müssen und es dann so richtig bergauf geht. Das hat dann zu einer Verkrampfung geführt und nicht zur nötigen Lockerheit in schweren Zeiten.

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Bremer Heimschwäche ist eklatant

Ob mit oder ohne Zuschauer, die Heimschwäche ist natürlich eklatant. Das war früher einmal ganz anders an der Weser. Und das wird irgendwann zur Kopfsache, weil man sich zu sehr darauf versteift.

Ich glaube aber, dass Union und Augsburg noch weiter unten reinrutschen werden und da Werder noch Duelle gegen Mainz und Paderborn vor sich hat, bin ich zuversichtlich, was den Klassenerhalt von Kohfeldt & Co. angeht.

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