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Hamburger SV News: Unklare Verhältnisse! Wie geht es weiter?

Unklare Verhältnisse! Wie geht es beim HSV weiter?

Sven Töllner

03.07.2020 | 18:19 Uhr

Dieter Hecking und sein HSV wollen zurück in die Bundesliga.
Image: Bleibt Dieter Hecking Trainer beim Hamburger SV? © Getty

Seit dem heutigen Mittwoch ist die Sache amtlich. Der HSV steht ohne Trainer da. Dieter Heckings Vertrag ist ausgelaufen - und zwei Fragen stehen auf der Agenda. Wollen die Hamburger Bosse wirklich mit dem erfahrenen Haudegen weitermachen? Und falls ja: Hat Hecking selbst tatsächlich noch so viel HSV-Feuer im Leib, dass er die Mission Wiederaufstieg noch einmal anpacken kann? Von der zentralen Personalentscheidung hängt alles ab - natürlich vor allem die Kaderplanung!

Bei den Diskussionen mit und über Hecking spielen die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine entscheidende Rolle. Hauptsponsor weg, Stadionsponsor weg, Corona-Einbußen, TV-Gelder auf Zweitliga-Niveau. Den Kader-Etat der abgelaufenen Saison (30 Mio. Euro) wird der HSV nach Lage der Dinge deutlich unterschreiten müssen. Große Sprünge sind unwahrscheinlich.

Grammozis ein Kandidat?

Große Ansprüche sind aber nach wie vor Teil der Grundhaltung im Volkspark. Das würde sich auch nicht ändern, wenn Hecking ersetzt werden müsste. Beispielsweise durch Dimitrios Grammozis. Der Ex-HSV-Profi (1998-2000) hat Underdog Darmstadt mit 32 Rückrundenpunkten auf Platz fünf der Abschlusstabelle geführt - zwei Zähler hinter dem HSV. Der Name des 41-Jährigen spielt in den Überlegungen der HSV-Verantwortlichen nicht zum ersten Mal eine Rolle. "Mein erster Ansprechpartner ist Dieter Hecking", betont Sport-Boss Jonas Boldt allerdings weiterhin beharrlich.

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Ein Trainerwechsel würde mit großer Wahrscheinlichkeit eine Philosophie-Anpassung nach sich ziehen. Hecking setzt auf Erfahrung. Grammozis - oder jemand wie Grammozis - würde den Akzent möglicherweise deutlicher auf entwicklungsfähige Spieler legen. So wie auf Amadou Onana - der 18-jährige Mittelfeldspieler kommt ablösefrei aus Hoffenheim.

Faktisch hat der HSV für die kommende Saison derzeit 25 Spieler unter Vertrag. Die Leihprofis Adrian Fein, Joel Pohjanpalo, Louis Schaub, Jordan Beyer und Martin Harnik sind weg - und kommen wohl auch nicht wieder. Bei Timo Letschert spricht einiges dafür, dass er beim HSV bleiben wird. Für Jairo Samperio und Christoph Moritz gibt es keine neuen Verträge.

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Zwei Unklarheiten herrschen beim Hamburger SV

Spieler in drei Kategorien

Die verblieben Spieler lassen sich in drei Kategorien einteilen: Tafelsilber, Belastung, Ansichtssache.

Zur Kategorie Nummer eins zählen definitiv Tim Leibold (könnte fünf bis sieben Millionen Euro Ablöse bringen) Jeremy Dudziak (Ausstiegsklausel über drei Mio.) und mit Abstrichen Jan Gyamerah (stark, wenn er fit war) und Julian Pollersbeck (kann mehr, als er in Hamburg bislang gezeigt hat). Das Quartett hat einen Markt. Sollten es die Umstände notwendig machen, könnten die vier zu Verkaufskandidaten werden.

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Großverdiener Bobby Wood (bindet mehr als zwei Millionen Euro pro Jahr) hingegen ist sportlich ohne Wert für den HSV. Ewertons (Vertrag bis 2021) Leistungen in seiner Premieren-Saison haben wenig Lust auf mehr gemacht. Aber Verträge sind bindend - das gilt auch für David Bates (Leihe zu Sheffield endet). Die Vereinbarung des unglücklichen Schotten läuft bis 2022. Der 23-Jährige Innenverteidiger wird nicht mehr für den HSV auflaufen, muss abgefunden werden.

Bei den restlichen Spielern gilt die Eröffnungsthese. Vieles hängt vom Trainer ab. Ob Lukas Hinterseer oder David Kinsombi (beide mit schwerem Stand bei Hecking) ausreichend Lust verspüren würden, in derselben Konstellation weiterzumachen, ist unklar.

Zielsetzung bleibt

Zudem werden die Bosse unter Federführung von Jonas Boldt sehr genau hinschauen, wer den Eindruck vermittelt, aus dem Tiefschlag eine Trotzhaltung entwickeln zu können und wer die Belastung der abgelaufenen Horrorsaison als Bürde mit sich herumschleppt. Letzteres könnte Gideon Jung (Vertrag bis 2022) in den Fokus rücken, der dem Stress der Situation in der Saison-Endphase nicht immer gewachsen zu sein schien. Ansichtssache!

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Von der grundsätzlichen Zielsetzung wollen die HSV-Verantwortlichen auch in der kommenden Saison nicht abrücken. Der Klub will den Aufstieg - im dritten Anlauf. Dafür müsste in allen Mannschaftsteilen intensiv nachgerüstet werden. Welches Personal für die anspruchsvolle Mission zur Verfügung stehen wird, ist bislang aber relativ unklar. Das gilt sowohl für das Spielfeld - als auch für die Trainerbank.

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