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Holt der FC Bayern Leroy Sane oder Timo Werner?

Werner vs. Sane: Wer passt besser zum FC Bayern?

Thomas Goldmann

18.04.2020 | 20:55 Uhr

Timo Werner oder Leroy Sane: Welchen Nationalspieler angelt sich der FC Bayern?
Image: Timo Werner oder Leroy Sane: Welchen Nationalspieler angelt sich der FC Bayern? © Imago

Timo Werner und Leroy Sane sind zwei heiße Personalien, die immer wieder mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht werden. Sky Sport nimmt die beiden genauer unter die Lupe.

Die Personalplanungen beim FC Bayern sind in vollem Gange. Nach der Vertragsverlängerung von Trainer Hansi Flick kann jetzt auch in Sachen Transfers Nägel mit Köpfen gemacht werden. Handlungsbedarf besteht vor allem auf den Außenbahnen. Serge Gnabry und Kingsley Coman sind momentan die einzigen Flügelspieler, die auch in der nächsten Saison beim Rekordmeister unter Vertrag stehen.

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Zwei Namen werden immer wieder genannt: Leroy Sane und Timo Werner. Doch welcher der beiden deutschen Nationalspieler passt besser zum Rekordmeister? Wir werfen einen Blick auf die Statistiken von Sane und Werner seit Beginn der Saison 2016/17.*

Sane zog es damals vom FC Schalke 04 für 50 Millionen Euro zu Manchester City, wo er unter Pep Guardiolas Fittichen zu einem Spieler von Weltklasseformat reifte. Timo Werner verließ den VfB Stuttgart im Sommer 2016 und wechselte für 16 Millionen Euro zu RB Leipzig.

Werner schießt häufiger aufs Tor

Seither hat Werner in 150 Pflichtspielen 88 Tore erzielt, Sane in 134 Partien 39-mal eingenetzt. Allerdings spielt Werner bei RB zentraler als Sane bei City, wodurch Werner öfter zum Abschluss kommt.

Die Heatmap zeigt: Timo Werner tummelt sich auch gerne im Zentrum, während Leroy Sane den linken Flügel nur selten verlässt (Quelle: Opta).
Image: Die Heatmap zeigt: Timo Werner tummelt sich auch gerne im Zentrum, während Leroy Sane den linken Flügel nur selten verlässt (Quelle: Opta). © Privat

Dafür ist der England-Legionär kaltschnäuziger vor dem Tor. 50 Prozent seiner Großchancen verwertet Sane, Werner nur 43 Prozent. Anders sieht es bei den Flanken aus. Hier ist Werner präziser. 17 Prozent seiner Flanken kommen an, bei Sane sind es nur 12 Prozent. Auf dieses Kriterium dürften die Bayern viel Wert legen.

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  1. Torwart - Oliver Kahn (58,67 Prozent): Das heutige Vorstandsmitglied hat sich im Kasten der Jahrtausend-Elf mit über 25.000 Stimmen gegen Manuel Neuer (40,05 Prozent) und Hans-Jörg Butt (1,28 Prozent) durchgesetzt.
    Image: Torwart - Oliver Kahn (58,67 Prozent): Das heutige Vorstandsmitglied hat sich im Kasten der Jahrtausend-Elf mit über 25.000 Stimmen gegen Manuel Neuer (40,05 Prozent) und Hans-Jörg Butt (1,28 Prozent) durchgesetzt. © Imago
  2. Rechtsverteidiger - Philipp Lahm (92,38 Prozent): Bundesliga, Pokal, Königsklasse, Weltmeisterschaft - Lahm hat fast alles gewonnen, das man gewinnen kann. Im Voting setzte er sich deutlich gegen Willy Sagnol (3,7) und Joshua Kimmich (3,06) durch.
    Image: Rechtsverteidiger - Philipp Lahm (92,38 Prozent): Bundesliga, Pokal, Königsklasse, Weltmeisterschaft - Lahm hat fast alles gewonnen, das man gewinnen kann. Im Voting setzte er sich deutlich gegen Willy Sagnol (3,7) und Joshua Kimmich (3,06) durch. © Imago
  3. 1. Innenverteidiger - Lucio (38,89 Prozent): Im Abwehrzentrum durfte für zwei Verteidiger abgestimmt werden. Mit 26.153 Stimmen ist der erste Mann des Duos der brasilianische Abräumer ...
    Image: 1. Innenverteidiger - Lucio (38,89 Prozent): Im Abwehrzentrum durfte für zwei Verteidiger abgestimmt werden. Mit 26.153 Stimmen ist der erste Mann des Duos der brasilianische Abräumer ... © Imago
  4. 2. Innenverteidiger - Jerome Boateng (32,38 Prozent): Der 31-Jährige, der das Duo komplett macht, ist noch immer für die Münchner aktiv. Mats Hummels (7,02) und Niklas Süle (5,37) hatten keine Chance gegen Boateng und Lucio.
    Image: 2. Innenverteidiger - Jerome Boateng (32,38 Prozent): Der 31-Jährige, der das Duo komplett macht, ist noch immer für die Münchner aktiv. Mats Hummels (7,02) und Niklas Süle (5,37) hatten keine Chance gegen Boateng und Lucio. © Imago
  5. Linksverteidiger - David Alaba (64,51 Prozent): Zuletzt wurde der Österreicher zwar im Zentrum gebraucht, doch in der Jahrtausend-Elf ist er links gesetzt. Hinter sich ließ er unter anderem Bixente Lizarazu (28,07) und Alphonso Davies (5,86).
    Image: Linksverteidiger - David Alaba (64,51 Prozent): Zuletzt wurde der Österreicher zwar im Zentrum gebraucht, doch in der Jahrtausend-Elf ist er links gesetzt. Hinter sich ließ er unter anderem Bixente Lizarazu (28,07) und Alphonso Davies (5,86). © Imago
  6. 1. Sechser/Achter - Bastian Schweinsteiger (55,83 Prozent): Mehr als die Hälfte der User sehen den Weltmeister von 2014 in der Auswahl ganz vorne mit dabei. Auch auf seiner Position gibt es einen Mitstreiter ...
    Image: 1. Sechser/Achter - Bastian Schweinsteiger (55,83 Prozent): Mehr als die Hälfte der User sehen den Weltmeister von 2014 in der Auswahl ganz vorne mit dabei. Auch auf seiner Position gibt es einen Mitstreiter ... © Imago
  7. 2. Sechser/Achter - Michael Ballack (16,71 Prozent): Der Capitano bekleidet den zweiten Platz im bayrischen Jahrtausend-Mittelfeld. Dahinter reihen sich Mark van Bommel (7,65) und Xabi Alonso (6,29) ein.
    Image: 2. Sechser/Achter - Michael Ballack (16,71 Prozent): Der Capitano bekleidet den zweiten Platz im bayrischen Jahrtausend-Mittelfeld. Dahinter reihen sich Mark van Bommel (7,65) und Xabi Alonso (6,29) ein. © Imago
  8. Zehner - Thomas Müller (45,98 Prozent): Seine Treue bis 2023 belohnen die Sky Sport User mit einem Platz in der Jahrtausend-Elf. Stars wie Mehmet Scholl (18,94) und Stefan Effenberg (17,89) hatten das Nachsehen.
    Image: Zehner - Thomas Müller (45,98 Prozent): Seine Treue bis 2023 belohnen die Sky Sport User mit einem Platz in der Jahrtausend-Elf. Stars wie Mehmet Scholl (18,94) und Stefan Effenberg (17,89) hatten das Nachsehen. © Imago
  9. Rechter Flügelspieler - Arjen Robben (93,64 Prozent): Das eindeutigste Ergebnis im Voting. Spätestens mit dem Tor zum CL-Titel hat sich der Niederländer den Platz in der Elf verdient. Keine Chance für Serge Gnabry (2,8) oder Sebastian Deisler (1,92).
    Image: Rechter Flügelspieler - Arjen Robben (93,64 Prozent): Das eindeutigste Ergebnis im Voting. Spätestens mit dem Tor zum CL-Titel hat sich der Niederländer den Platz in der Elf verdient. Keine Chance für Serge Gnabry (2,8) oder Sebastian Deisler (1,92). © Imago
  10. Linker Flügelspieler - Franck Ribery (90,35 Prozent): Der Franzose komplettiert die "Robbery"-Flügelzange in der Aufstellung. Vor seinen Erfolgen müssen sich auch Ze Roberto (6,24) und Lukas Podolski (2,06) verneigen.
    Image: Linker Flügelspieler - Franck Ribery (90,35 Prozent): Der Franzose komplettiert die "Robbery"-Flügelzange in der Aufstellung. Vor seinen Erfolgen müssen sich auch Ze Roberto (6,24) und Lukas Podolski (2,06) verneigen. © Imago
  11. Stürmer - Robert Lewandowski (62,10 Prozent): Obwohl mit Giovanne Elber (17,65) oder Roy Makaay (10,91) durchaus namhafte Konkurrenz zur Auswahl stand, hat sich der Pole mit weitem Abstand in die damit vollständige Jahrtausend-Elf geballert.
    Image: Stürmer - Robert Lewandowski (62,10 Prozent): Obwohl mit Giovanne Elber (17,65) oder Roy Makaay (10,91) durchaus namhafte Konkurrenz zur Auswahl stand, hat sich der Pole mit weitem Abstand in die damit vollständige Jahrtausend-Elf geballert. © Imago

Schließlich haben sie mit Robert Lewandowski einen Mittelstürmer par excellence, der zu den besten Kopfballspielern der Bundesliga zählt - fünf Kopfballtreffer in der laufenden Saison.

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Werner ist sehr flexibel. Er kam 2019/20 bereits als alleiniger Stürmer, als hängende Spitze oder auch als eingerückter Außenstürmer zum Einsatz. Ein Vorteil ist das nicht zwingend für ihn.

Mit Lewandowski und Thomas Müller sind die Münchner auf den zentralen offensiven Positionen bereits bestens aufgestellt. Werner müsste wohl mit dem Flügel vorliebnehmen, wo er seine Stärken nicht voll ausspielen kann.

3:35
Timo Werner von RB Leipzig hat sich mittlerweile in ganz Europa einen Namen gemacht.

Das sieht auch Sky Experte Dietmar Hamann so. "Werner ist kein Flügelspieler, er hat nicht die letzte Finesse eines Serge Gnabry oder Kingsley Coman. Und in der Mitte haben die Bayern mit Müller den Besten, den es gibt", meint der frühere FCB-Profi.

Dominanz vs. Konter

Die Bayern sind stark bestrebt, das Spiel in die Breite zu ziehen. Insgesamt 52,6 Meter des Platzes nutzt der Rekordmeister in der Breite - zweitbester Wert in der Liga hinter dem BVB (53,3 Meter). Das würde einem Spieler wie Sane sehr entgegenkommen. Der 24-Jährige ist darauf fokussiert, seine Außenposition zu halten. Im Gegensatz zu Werner, der es liebt, auch mal in der Mitte zu spielen.

Weiterer Pluspunkt für Sane: Er gewinnt mehr Dribblings als sein Nationalmannschaftskollege (52 Prozent zu 35 Prozent) und entscheidet auch mehr Zweikämpfe für sich (47 Prozent zu 41 Prozent).

Sane & Werner seit 2016/17 im Vergleich

Sane Werner
134 Spiele 150
39 Tore 88
34 (87%) mit links 13 (15%)
4 (10%) mit rechts 69 (78%)
0 (0%) per Kopf 6 (7%)
14 (36%) Führungstreffer 30 (34%)
42 Assists 33
229 Minuten/Tor 134
110 Minuten/Torbeteiligung 97
2,3 Schüsse/90 Minuten 3,6
2,1 Schüsse aufgelegt/90 Minuten 1,3
0,5 Großchancen aufgelegt/90 Minuten 0,3
24% Chancenverwertung 23%
0,5 Großchancen/90 Minuten 1,0
50% Großchancenverwertung 43%
2,2 Flanken/90 Minuten 2,0
12% Flankengenauigkeit 17%
5,6 Dribblings/90 Minuten 3,4
52% Erfolgreiche Dribblings 35%
47% Zweikampfquote 41%

Werner ist zwar der Konter-König der Liga - vier Treffer nach schnellen Gegenzügen in der laufenden Saison. Doch das ist bei den Bayern nicht gefragt. Die Münchner sind keine Kontermannschaft, wie die Statistik zeigt. Lediglich vier ihrer 73 Treffer resultierten aus solchen Tempo-Gegenstößen. Insgesamt fuhren sie nur 15 Konter in dieser Spielzeit und liegen damit unter dem durchschnittlichen Wert der Bundesliga (18).

Fazit: Werner oder Sane?

Werner kann in Sachen Flexibilität punkten, wobei dies auch nur auf den ersten Blick von Vorteil ist, da die Bayern im Zentrum gut aufgestellt sind und einen Flügelspieler brauchen.

Dort kann der RB-Profi lediglich mit der höheren Genauigkeit bei Flanken punkten. Sane bringt dagegen genau die Kernkompetenzen mit, die zu den Bayern passen. Der dribbelstarke Ex-Schalker kann helfen, massive Abwehrreihen aufzubrechen - Werners Stärke ist das Eins-gegen-Eins nicht.

Zudem ist Sane eine dominante Spielanlage von Manchester City bereits gewohnt, während Werners großer Trumpf das Umschaltspiel ist. Der RB-Profi müsste sich erst anpassen und das Risiko wäre für die Bayern höher als bei Sane, der von seinen Fähigkeiten her besser zum Rekordmeister passen würde.

Hamann ist skeptisch

Allerdings bleibt auch bei der Personalie Sane ein Restzweifel. Sky Experte Hamann führt dessen Kreuzbandverletzung an, die er erst vor Kurzem überwunden hat. Die Bayern hätten laut Hamann mit Spielern wie Lucas Hernandez, die zuvor schwer verletzt waren, zuletzt schlechte Erfahrungen gemacht. Zudem könnten der Führungsetage die häufigen Beraterwechsel des Nationalspielers ein Dorn im Auge sein und noch ein Punkt macht den Sky Experten stutzig.

0:50
In diesem Video (Länge: 50 Sekunden) spricht Norbert Elgert über Leroy Sane.

"Wenn ein Trainer wie Pep Guardiola nicht alles versucht, den Spieler bei Manchester City zu halten. Guardiola hat Sane in der vergangenen Saison in wichtigen Spielen nur ganz kurz eingesetzt. Dazu kommt, dass Jogi Löw ihn 2018 nicht mit zur WM genommen hat. Löw wird dafür auch seine Gründe gehabt haben", zweifelt Hamann.

So oder so stehen die Bayern vor einer schwierigen Entscheidung.

*Datenquelle: Opta

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