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Kolumne: Matthäus über FC Bayern, BVB, Werner, Modeste und die Bundesliga

Matthäus: Darum machen die Deals für Modeste & Werner Sinn

''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.
Image: ''So sehe ich das'' - die Sky Kolumne von Lothar Matthäus.  © Sky

Sky Experte Lothar Matthäus spricht in seiner Kolumne "So sehe ich das" über den überzeugenden Saisonstart des FC Bayern. Außerdem erklärt er, wieso der Transfer von Timo Werner zurück nach Leipzig auch perspektivisch Sinn macht und lobt Gladbachs Trainer Daniel Farke.

Nach dem zweiten klaren Sieg der Bayern entsteht fast der Eindruck, dass die Münchner ohne Robert Lewandowski sogar noch besser sind. Tatsächlich ist beim FC Bayern auf jeden Fall mehr Spielfreude da. Das System war zugeschnitten auf Lewandowski und es war auch sehr erfolgreich. Es ist ja schließlich kein Handicap, wenn ein Spieler 50 Tore schießt.

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Vielleicht wollen die Bayern-Stars zeigen, dass es auch ohne Lewy geht

Dennoch hat jetzt jeder Spieler die Möglichkeit, sich zu zeigen und ein wenig zu atmen. Man merkt, dass jeder etwas befreiter aufspielt und mehr Freiheiten hat. Zudem kleben die Leute nicht mehr so auf ihren Positionen und man hat - wie schon von Julian Nagelsmann angekündigt - in der Offensive eine große Flexibilität. Vielleicht sind die Spieler auch motiviert und wollen zeigen, dass es auch ohne die 40-50 Tore von Lewy geht.

Man hat es schon im Supercup gesehen, dass in dem 4-2-2-2-System die Positionen unterschiedlich besetzt werden können und viel gewechselt wird. Müller kommt beispielsweise mal über links, dann über rechts und auch durch die Mitte und generell sind alle Spieler in Bewegung.

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Hasan Salihamidzic spricht über den Konkurrenzkampf in der Offensive nach dem Lewandowski-Abgang.

In der ersten Halbzeit sah das jetzt zweimal in Leipzig und Frankfurt sensationell aus, aber auch danach hatte man immer eine Antwort parat und so ehrlich muss man sein: Im Grunde überzeugten die Bayern über die komplette Spielzeit, denn wenn man nicht jeweils so früh so hoch führt, sieht es in der zweiten Halbzeit auch ganz anders aus, was die Aggressivität zum Beispiel betrifft.

Bayern-Gegner müssen Konzentration immer hoch halten

Aber es ist völlig normal, dass eine Mannschaft bei solchen Spielständen nicht mehr Vollgas gibt, sondern auch ein wenig Kraft spart für die kommenden Wochen und Monate. Ich bin jedoch sicher, dass dieses Team die Leistung auch über die komplette Spieldauer zeigen kann, wenn es denn muss.

Alle Kolumnen von Matthäus im Überblick

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Es wird spannend zu sehen, wie die kommenden Gegner gegen diese Bayern agieren werden, denn es ist ungemein schwer, in die Zweikämpfe zu kommen. Die Münchner haben natürlich eine hohe Geschwindigkeit und sind technisch perfekt. Es ist dennoch wichtig, mutig zu sein. Die Bayern mögen es nicht, wenn man sie früh attackiert. So kann man sie auch zu Fehlern zwingen, wie auch Frankfurt und Leipzig schon teilweise gezeigt haben.

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Aber nur Mut reicht nicht. Die Gegner müssen einfach kompakter stehen, aggressiver zu Werke gehen und den Bayern-Stars auf den Füßen stehen und den Kontakt suchen. So wie es Dortmund und Leverkusen im Topspiel gegeneinander vorgemacht haben. Das habe ich bei Leipzig oder Frankfurt nicht gesehen. Und natürlich darf man sich auch keine Aussetzer gegen die Bayern erlauben. Die Konzentration muss zu jedem Zeitpunkt hochgehalten werden.

BVB-Mentalität hat gepasst

Den Dortmundern ist das gegen Leverkusen gut gelungen. Die Mentalität hat auf jeden Fall gepasst, auch wenn es spielerisch noch nicht so überragend war. Vor allem in der zweiten Halbzeit hat man sich zu weit zurückdrängen lassen. Aber für den BVB war es wichtig, im ausverkauften Stadion mal ein Spiel zu gewinnen, in dem man fighten musste. Zudem war es sehr positiv, dass man nach den 52 Gegentoren in der vergangenen Saison endlich mal wieder zu Null spielen konnte und das auch noch gegen eine starke Mannschaft, auch wenn man sich dafür am Ende bei Torhüter Kobel bedanken konnte.

Vorne soll nun Anthony Modeste helfen. Ich hatte im Vorfeld Edinson Cavani vorgeschlagen, aber vom Spielertyp passt Modeste natürlich auch. Er ist groß, kräftig und kopfballstark, denn in Dortmund werden viele Flanken kommen - sei es von den Außenverteidigern Meunier und Guerreiro oder auch von den offensiven Flügelspielern wie Malen und Adeyemi. Und da brauchst du vorne eben einen Stürmer mit einer gewissen Körpergröße, der die nötigen Wege geht und als Anspielstation zur Verfügung steht, denn Moukoko hat da natürlich andere Stärken.

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Köln trauert natürlich erstmal um einen Spieler, der in der vergangenen Saison für viel Euphorie gesorgt hat, auf der anderen Seite braucht der Effzeh natürlich auch das Geld. Und ich denke, dass Trainer Steffen Baumgart den Abgang kompensieren kann. Am Sonntag gegen Schalke konnte man schon drei Tore ohne Modeste erzielen und Baumgart muss es nun ähnlich wie Nagelsmann angehen. Man hat bei den Bayern gesehen, dass es ohne Lewandowski geht und ich bin sicher, dass Baumgart es in Köln auch ohne Modeste hinbekommt.

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Werner-Rückkehr macht Sinn für alle Parteien

Solche Gedanken muss sich Domenico Tedesco in Leipzig nicht machen, denn er hat genügend Stürmer und bekommt bald auch noch Timo Werner dazu. Für mich macht der Transfer Sinn - auch für die Zukunft, denn man weiß nie, wann Nkunku seine Ausstiegsklausel ziehen wird. Aber selbst wenn er keine Klausel im Vertrag hat, wird man ihn irgendwann nicht mehr halten können und dann hat man mit Werner bereits einen Nachfolger. Und bis dahin kann Nkunu gemeinsam mit Werner funktionieren.

Die Rückkehr ist aber auch für Werner gut, denn er wird in Leipzig natürlich mehr Einsatzzeiten erhalten als bei Chelsea. Und damit kann er sich dann für die Nationalmannschaft und Hansi Flick empfehlen, denn auch dort gibt es viele Optionen, auch wenn er vielleicht der einzige echte Mittelstürmer ist. Aber Gnabry kann das spielen, Müller auch, Havertz sowieso.

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Bei meinem ehemaligen Verein Borussia Mönchengladbach gibt es dagegen keine Diskussion in der Spitze. Marcus Thuram hat den Gladbachern vergangene Saison sehr lange gefehlt, aber der neue Trainer Daniel Farke hat ihn - trotz zahlreicher Wechselgerüchte - wieder gut integriert. Aber nicht nur das, denn die Gladbacher haben gegen Hoffenheim generell eine gute Leistung gezeigt.

Farke hat Sympathien gesammelt

Ich hatte Gladbach schon vor der Saison auf dem Zettel und auch wenn man nach einem Spieltag nichts überstürzen sollte, kennt man natürlich auch Farke. Ich habe ihn schon in England verfolgt und er hat die Spieler eingefangen und ist auf seine Art ein Menschenfänger. Er hat viele Sympathien bei den Spielern gesammelt und eine gute Atmosphäre im Training geschaffen.

Das macht sich dann auf dem Platz bemerkbar, vor allem nach der enttäuschenden letzten Saison und meiner Meinung nach haben die Gladbacher das Zeug für die Europa League und müssen das auch als Ziel haben. Sie haben einen guten Torhüter, eine gute Mischung aus Erfahrung und jüngeren Spielern und auch Leute, die den Unterschied machen können.

Weniger zuversichtlich bin ich bei einigen anderen Klubs. Es gibt jede Saison Vereine. für die es nur um den Klassenerhalt geht. Die müssen versuchen, drei Klubs hinter sich zu lassen. Ich bin der Meinung, dass es für Bochum, Augsburg, die Hertha oder auch Stuttgart, Bremen oder Schalke nur darum geht, Platz 15 zu erreichen. Und ich bin sicher: Alle Klubs würden das sofort jetzt unterschreiben, wenn man es ihnen garantieren könnte.

Diskussionen wird es beim Video-Assistenten immer geben

Beim S04 wurde ja nach der Niederlage in Köln viel über den Videoassistenten geschimpft und derartige Diskussionen wird es auch in Zukunft geben. Das war von Anfang an so. Mal funktioniert es ein wenig besser, aber über Entscheidungen der Schiedsrichter wird immer diskutiert werden.

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Man sollte aber auch nicht vergessen, dass man durch den VAR auch Vorteile hat, wie zum Beispiel bei der korrekten Roten Karte von Leverkusens Lukas Hradecky in Dortmund, der sonst bis zum Schluss gespielt hätte. Es gibt einfach Sachen, die man mit bloßem Auge nicht erkennen kann und ich denke schon, dass alle ihr Bestes geben und niemand absichtlich Fehler macht. Am Ende treffen eben immer Menschen die Entscheidung, aber die Verantwortlichen müssen auch damit rechnen, dass sie kritisiert werden.

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