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Matthäus-Kolumne: Lewandowski ist besser als Kane

Matthäus-Kolumne: "So sehe ich das"

05.11.2019 | 18:06 Uhr

Exklusiv bei Sky: Die Kolumne von Lothar Matthäus. 
Image: Exklusiv bei Sky: Die Kolumne von Lothar Matthäus.  © Sky

Rekordnationalspieler und Sky Experte Lothar Matthäus analysiert jede Woche exklusiv in seiner Kolumne "So sehe ich das" aktuelle Themen der Fußballwelt auf skysport.de. Vor dem zweiten Gruppenspieltag in der Champions League befasst er sich mit der aktuellen Form der deutschen Teilnehmer in der Königsklasse.

Der zweite Spieltag in der Champions League steht an. Für unsere vier Teams geht es in Europa wieder auf die große Bühne und dabei warten tolle Partien auf uns. Der FC Bayern muss bei Tottenham Hotspur antreten, Borussia Dortmund spielt bei Slavia Prag, RB Leipzig empfängt Olympique Lyon und Bayer Leverkusen muss zu Juventus Turin.

Alle Kolumnen von Matthäus im Überblick

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Rekordnationalspieler und Sky Experte Lothar Matthäus analysiert jede Woche exklusiv in seiner Kolumne "So sehe ich das" aktuelle Themen der Fußballwelt auf skysport.de

Kulturschock für den FC Bayern

Für den FC Bayern ist es wohl ein kleiner Kulturschock, aus dem kleinsten Stadion der Bundesliga in das modernste und teuerste Stadion Europas zu reisen. Das ist eine völlig neue Welt innerhalb von nur drei Tagen. Aber auch das gehört für eine Spitzenmannschaft dazu.

Es war sicherlich kein leichtes Spiel in Paderborn, denn es hat immer etwas von einem Pokalspiel bei einem Underdog. Unterm Strich haben sie verdient mit 3:2 gewonnen, obwohl sie es unnötig spannend gemacht haben. Weil sie zweimal den Anschlusstreffer kassiert haben, mussten sie am Ende noch einmal Gas geben und haben dabei mehr Energie verbraucht, als unbedingt sein musste.

"Lewy" ist besser als Kane

Am Ende überwiegt bei Bayern aber das Positive: Sie sind wieder Tabellenführer und stehen dort, wo sie in ihren Augen immer hingehören und bis zum 34. Spieltag bleiben wollen. Auch, weil der beste Mittelstürmer der Welt namens Robert Lewandowski erneut getroffen hat. Zehn Tore in sechs Liga-Spielen: Das riecht so langsam nach dem 40-Tore-Rekord von Gerd Müller. Seine unglaubliche Qualität und dazu die genialen Pässe von Philippe Coutinho oder Thiago, sowie die Unterstützung von Thomas Müller und die Flanken der Außenstürmer Kingsley Coman, Serge Gnabry und Ivan Perisic können in dieser Saison dazu führen, dass die Wahnsinns-Marke vom Bomber der Nation geknackt wird.

In London kommt es zum Duell mit einem anderen Top-Stürmer. Auch Harry Kane ist fantastisch, aber "Lewy" ist der Bessere!

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FCB hat bessere Karten für den Gruppensieg

Die Engländer waren letztes Jahr überraschend im Champions-League-Finale. Mit Glück und Glauben haben sie es ins Endspiel gegen den FC Liverpool geschafft. In der Vorrunde konnten sie kurz vor Schluss in Barcelona punkten und haben davon profitiert, dass Inter Mailand gleichzeitig nicht gegen Eindhoven gewonnen hat, sonst wären sie raus gewesen.

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Gegen Manchester City war es unfassbar eng und aufgrund einer Millimeter-Entscheidung kamen sie weiter. Mit einer Wahnsinns-Moral haben sie dann das Wunder in Amsterdam vollbracht. Eine tolle Mannschaft mit einem klasse Trainer.

Sie werden mit den Bayern sicher in die nächste Runde einziehen. Es geht nur darum, wer Tabellenerster wird. Und da Tottenham in Piräus nur unentschieden gespielt hat, hat Bayern im Kampf um Platz eins die etwas besseren Karten.

Dortmund muss in Prag gewinnen

Alles andere als ein Sieg des deutschen Vizemeisters beim tschechischen Champion wäre eine Enttäuschung. Dortmund hat die Qualität und Klasse, um aus Prag den nötigen Dreier mitzubringen. Der Sieg wäre vor allem für die Stimmung extrem wichtig.

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Borussia Dortmund wartet nach dem 2:2 gegen Werder Bremen mittlerweile seit drei Pflichtspielen auf einen Sieg. Torwart Roman Bürki fand nach dem Remis deutliche Worte.

Die Saison kommt gerade erst ins Laufen und in Dortmund wird schon wieder ohne Ende diskutiert. Die einen finden es sei kein Männer-Fußball, die anderen können das Wort Mentalität nicht mehr hören. Die Bosse reden von der Meisterschaft, der Trainer hält sich aber lieber zurück. Es ist aktuell ein ziemliches Durcheinander und Einigkeit wird damit nicht demonstriert. Man zieht nicht an einem Strang.

BVB patzt gegen die "Kleinen"

Wenn in München Unruhe herrscht, weiß man, dass daraus über kurz oder lang etwas Positives entsteht und die Mannschaft sich zusammenreißt und eine Trotzreaktion zeigt. Bei Dortmund ist das nicht immer der Fall. Es liegt an allem ein bisschen. Es fehlt oft die nötige Konsequenz: Mit allen Mitteln einfach dafür zu sorgen, dass das passiert, was die Dortmunder wollen. Spiele zu gewinnen, koste es was es wolle. Den Zweikampf so zu führen, dass mir der Gegner beim nächsten mal lieber aus dem Weg geht.

Auffällig ist, dass die Männer von Lucien Favre gegen vermeintlich schlechtere Gegner Probleme haben und gegen die Großen glänzen. Bei Union, Köln und gegen ein dezimiertes Bremen haben sie sich total schwer getan. Gegen Barcelona wiederum eine Weltklasse-Leistung gezeigt. Ich hoffe, sie zeigen in Prag wieder das, was sie können, wenn sie nur wollen. Sonst wird es noch unruhiger.

Leipzig kassiert Dämpfer zur rechten Zeit

Leipzig hat pünktlich vor dem zweiten Champions-League-Spiel gegen Lyon den ersten Dämpfer der Saison kassiert. Ein 1:3 gegen Schalke. Vielleicht genau zur rechten Zeit, um nicht überheblich zu werden, sondern weiter konzentriert und fokussiert zu arbeiten. Schön zu sehen ist, dass sie direkt nach dem Spiel kritisch genug waren und die eigenen Fehler sofort erkannt haben.

Nach dem Sieg in Lissabon wären drei weitere Punkte in dieser ausgeglichenen Gruppe die halbe Miete. Lyon ist keine Übermannschaft. Gegen St. Petersburg gab es nur einen Punkt und in der französischen Meisterschaft laufen sie ihren Erwartungen hinterher, stehen dort nur auf Platz elf nach acht Spieltagen. Ich glaube, dass das Team von Julian Nagelsmann sehr gute Chancen hat.

Leverkusen vor Herkulesaufgabe

Leverkusen muss nach der überraschenden und unnötigen Niederlage gegen Moskau im Grunde fast froh sein, wenn sie in dieser Gruppe mit Juventus Turin und Atletico Madrid noch Dritter werden. Jetzt müssen sie in Turin ran. Eine Mannschaft, die für mich nach Manchester City in der ganzen Breite den zweitbesten Kader in Europa hat. Es ist natürlich nicht unmöglich, aber in Turin zu punkten, ist extrem schwierig. Ich glaube nicht, dass Leverkusen das schafft.

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