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Matthäus: "... sonst hätten wir einen Dreikampf um den Titel"

Matthäus-Kolumne: "So sehe ich das"

24.04.2019 | 08:32 Uhr

Exklusiv bei Sky: Die Kolumne von Lothar Matthäus.
Image: Exklusiv bei Sky: Die Kolumne von Lothar Matthäus. © Sky

Rekordnationalspieler und Sky Experte Lothar Matthäus analysiert jede Woche exklusiv in seiner Kolumne "So sehe ich das" aktuelle Themen der Fußballwelt auf skysport.de. Diese Woche blickt er auf den Titelkampf, das Halbfinale des DFB-Pokals und die Trainerwechsel in der Bundesliga.

Spannend, spannender, Bundesliga. Bayern und Dortmund liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um die Meisterschaft. In ein paar Tagen steht das Pokalfinale fest, und der Abstiegskampf wird immer dramatischer. Trainer werden entlassen, um zu retten, was noch zu retten ist, bei anderen steht der Abschied zum Saisonende fest. Aber der Reihe nach.

Bayern mit knappem Sieg gegen Bremen

Die Mannschaft von Niko Kovac hat gegen Bremen, wenn auch nur knapp, am Ende doch souverän und verdient gewonnen. Sie spielen die zweitbeste Rückrunde der Vereinsgeschichte, sind seit Wochen dominant und geben sich keine Blöße. Dortmund hat sich gefangen und nach dem knappen Sieg gegen Mainz nun deutlich in Freiburg gewonnen. Die 0:5-Klatsche in München ist endgültig verarbeitet.

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Zur Wahrheit zählt aber auch, dass Freiburg nicht mehr das Freiburg von vor ein paar Wochen war. Sobald eine Mannschaft quasi gerettet ist, fehlt ein bisschen die Spannung und die Mannschaften geht nicht mehr an ihr Limit. Ein gutes Beispiel dafür ist auch Fortuna Düsseldorf. Das ist aber ganz normal und völlig verständlich.

Darum denke ich, wird für den BVB das Spiel in Bremen am 32. Spieltag der größte Stolperstein. Denn die Werderaner kämpfen um einen Platz in Europa. Für die Bayern ist dieser mögliche Stolperstein ganz klar das Spiel in Leipzig am 33. Spieltag. Die Bullen haben sich zwar bereits nahezu sicher für die Champions League qualifiziert, aber nach den knappen Ergebnissen in der Vergangenheit gegen die Bayern, werden sie vor ihrem tollen Publikum alles daran setzen, den Bayern ein Bein zu stellen.

Bayern will und muss beide Titel gewinnen

Und zwar nicht nur in der Liga, sondern auch im Pokal. Im Halbfinale sind sowohl RB beim HSV als auch die Bayern in Bremen der Favorit. Leipzig ist mit dem spektakulären, temporeichen und hungrigen Fußball eine totale Bereicherung für unsere Liga.

Ihnen fehlt höchstens ein bisschen Erfahrung und Abgezocktheit im Vergleich zu Bayern und Dortmund, sonst hätten wir schon in dieser Saison einen Dreikampf um den Titel erlebt. Nichtsdestotrotz können sie das Zünglein an der Waage für das Double des FC Bayern sein. Die Bayern wollen und müssen diese beiden Titel gewinnen.

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Matthäus: Denke, dass Werner sich für Bayern entschieden hat

Leipzig spielt den attraktivsten Fußball der Rückrunde und es ist ihnen absolut zuzutrauen, sowohl das Heimspiel als auch ein eventuelles DFB-Pokal-Finale gegen Bayern zu gewinnen. Selbstverständlich haben auch die Bayern die Qualität, diese beiden Partien für sich zu entscheiden.

Ich denke, dass sich auch Timo Werner entschieden hat, den nächsten Schritt zu gehen und im Sommer zum FC Bayern wechseln wird. Das ist eine Win-Win-Situation für alle Parteien. Leipzig bekommt gutes Geld, die Bayern einen tollen Spieler, der jede Position in der Offensive bekleiden kann.

Zudem kann Timo Werner sich bei den Bayern mit den Besten messen. Er macht schon in jungen Jahren einen solch abgezockten Eindruck, dass er sich auch in den Spielen gegen Bayern von seiner Unbekümmertheit nicht verabschieden wird.

Auch wenn der Pokal seine eigenen Gesetze hat, so sind die Bayern auch in Bremen der große Favorit. Allein die Statistik zeigt, dass der SV Werder die letzten 19 Partien gegen Bayern verloren hat. Das sagt alles.

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Traditionell viele Trainerwechsel vor letzten Spieltagen

Es fallen in den nächsten Wochen aber nicht nur Titelentscheidungen. Bald steht auch fest, wer in die 2. Bundesliga muss. Traditionell werden in dieser Phase auch viele Trainer entlassen. Mal hilft der Trainerwechsel, mal nicht. In Augsburg folgte Schmidt auf Baum und hat sofort Erfolg. In Stuttgart musste mit Weinzierl bereits der zweite Trainer gehen, weil es alles andere als besser wurde.

Auf Schalke hat der Wechsel kaum etwas bewirkt, eben sowenig wie in Hannover. Labbadia, Hecking und Dardai gehen zum Saisonende. Nicht immer liegt dies nur am mangelnden Erfolg der Übungsleiter.

Ein gutes Beispiel dafür ist Wolfsburg. Bruno hat dort tolle Arbeit geleistet und die Mannschaft vom Fast-Abstieg in die obere Tabellen-Region geführt. Das bescheidene Verhältnis zu Sportchef Schmadtke hat den Ausschlag gegeben. Ähnlich war es wohl beim 1. FC Köln damals zwischen Schmadtke und Stöger. Daher muss die Frage erlaubt sein, wieso Schmadtke mit vielen Trainer nicht so gut klarkommt.

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Friedliche Trennung in Berlin, enttäuschter Hecking in Gladbach

In Berlin und Gladbach ist die Situation wieder eine andere. Ich finde es schade, dass Pal Dardai nächste Saison nicht mehr bei Hertha BSC auf der Bank sitzt. Der Verein und dieser Trainer gehören irgendwie zusammen und werde es immer tun.

Natürlich kann man sagen, dass auf eine tolle Hinrunde meist der Einbruch in der Rückrunde folgte. Ich habe allerdings schon eine Entwicklung in der Spielweise der Berliner erkannt. Aber diese Trennung scheint trotz allem friedlich und respektvoll über die Bühne zu gehen und das ist positiv mit anzusehen.

In Gladbach ist Hecking über das Ende offensichtlich sehr enttäuscht. Allerdings ist es auch wahr, dass die Gladbacher Neu-Trainer Marco Rose bereits vor einem Jahr gerne verpflichtet hätten. RB-Boss Dietrich Mateschitz hat ihn allerdings davon überzeugt, noch ein Jahr in Salzburg zu trainieren. Wenn man als Verantwortlicher wie Max Eberl davon überzeugt ist, dass ein anderer Trainer die Mannschaft weiterentwickeln und auf ein anderes Niveau heben kann, dann muss man dies akzeptieren und die Gründe nicht auf anderen Ebenen suchen.

Hecking hat in Gladbach wirklich gute Arbeit geleistet, aber es ist absolut in Ordnung, wenn Eberl einen neuen Impuls setzen möchte und sich für die Zukunft anders aufstellt.

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