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Rassismus-Skandal: Bulgariens Verbandschef zurückgetreten

Unter großem öffentlichen Druck

Sport-Informations-Dienst (SID)

15.10.2019 | 17:57 Uhr

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Das Spiel Bulgarien gegen England ist von einem Rassismus-Skandal überschattet worden. Nationaltrainer Kasimir Balakov dazu.

Nach den rassistischen Vorfällen im EM-Qualifikationsspiel zwischen den Nationalmannschaften von Bulgarien und England (0:6) ist der bulgarische Verbandspräsident Boris Michailow unter dem großen öffentlichen Druck zurückgetreten.

Das gab der Verband BFU am Dienstagnachmittag bekannt. Die Entscheidung resultiere "aus den Spannungen der letzten Tage, die sich nachteilig auf den bulgarischen Fußball und die bulgarische Fußballunion auswirken".

Nur Stunden zuvor hatte der bulgarische Premierminister Bojko Borissow den sofortigen Rücktritt Michailows gefordert, der das Tor der bulgarischen Mannschaft beim sensationellen Erreichen des vierten Platzes bei der WM 1994 hütete.

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Southgate rechtfertigt das Weiterspielen trotz rassistischer Zwischenfälle

Kurz nach der Rücktrittserklärung gab es einen Polizeieinsatz in der Verbandszentrale in Bojana bei Sofia. Einheimische Medien berichten, dass das Gebäude von Kräften zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität abgeriegelt wurde. Damit soll eine von Borissow angeordnete Überprüfung des Verbands in die Wege geleitet werden.

Partie stand zweimal vor Abbruch

Die Partie am Montagabend in Sofia stand zweimal (28., 43.) kurz vor dem Abbruch, weil einige bulgarische Zuschauer durch rassistische Rufe negativ auffielen und der Stadionsprecher die eigenen Anhänger mehrmals zur Mäßigung auffordern musste. Der kroatische Schiedsrichter Ivan Bebek hatte zuvor ein klares Signal gegeben. Zudem waren auf Bildern Zuschauer zu sehen, die den Hitlergruß zeigten.

Michailow und auch Nationaltrainer Krassimir Balakow, ehemaliger Bundesligaprofi, hatten vor dem Spiel beteuert, dass es in Bulgarien kein Problem mit rassistischen Fans gebe.

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Harte Strafe droht

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) erklärte gegenüber dem SID "die offiziellen Spielberichte zu analysieren und dann über etwaige Maßnahmen zu entscheiden". Alles andere als heftige Sanktionen wären aber überraschend. Schließlich stufte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, der zur "Zusammenarbeit im Namen von Anstand und Ehre" aufrief, die Strafen der UEFA als "die härtesten im Sport" ein.

Nach Artikel 14 der Rechtspflegeordnung der Europäischen Fußball-Union (UEFA) droht den Bulgaren als Wiederholungstäter ein "Spiel unter Ausschluss der Öffentlichkeit und eine Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro" vor. Jedes weitere Vergehen kann im schlimmsten Fall zum Ausschluss aus dem Wettbewerb führen.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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