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FC Barcelona News: Wie geht es nach dem Aus von Bartomeu weiter?

Neuwahlen, Kandidaten, Messi! Antworten zum Bartomeu-Aus bei Barca

Sky Sport

28.10.2020 | 17:01 Uhr

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Der zurücktretende Präsident des FC Barcelona, Josep Maria Bartomeu, hat einer zukünftigen Superliga zugestimmt (Videolänge: 20 Sekunden).

Josep Maria Bartomeu ist als Präsident des FC Barcelona mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Mit dem umstrittenen Kluboberhaupt lässt auch der gesamte Vorstand geschlossen seine Ämter ruhen. Sky Sport erklärt die Hintergründe und blickt voraus, wie es bei Barca weitergeht und welche Folgen die Entscheidung hat.

"Ich stehe hier vor ihnen, um sie über meinen Rücktritt und den der übrigen Vorstandsmitglieder zu informieren", sagte Bartomeu am Dienstagabend auf einer kurzfristig einberaumten Pressekonferenz: "Es ist eine gut überlegte und gemeinsam getragene Entscheidung." Noch einen Tag zuvor hatte der 57-Jährige einen Rücktritt ausgeschlossen. Wieso kam es zur Kehrtwende? Wie geht es beim FC Barcelona nun weiter und was für Auswirkungen hat die Entscheidung für den Klub, aber auch seinen Superstar Lionel Messi?

Wieso ist Bartomeu zurückgetreten?

Die offizielle Begründung lautet, dass sich Bartomeu und seine Vorstandskollegen zu diesem Schritt genötigt sahen, weil die katalanische Regierung eine Verlegung des Misstrauensvotums gegen Bartomeu nicht akzeptieren wollte. Nachdem über 20.000 Mitglieder eine entsprechende Petition unterschrieben hatten, sollte am 1. und 2. November über eine vorzeitige Abwahl des umstrittenen Präsidenten abgestimmt werden. Der Verein wollte eine Verschiebung um zwei Wochen, da es "unverantwortlich" gewesen wäre, eine derartige Abstimmung während der Corona-Krise abzuhalten. "Wir wollten nicht zwischen Gesundheit und Abstimmung wählen müssen, deshalb treten wir sofort zurück", so Bartomeu.

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Durch den Rücktritt ist das Misstrauensvotum nun hinfällig. Es gilt als offenes Geheimnis, dass Bartomeu fürchtete, der erste Barca-Präsident der Geschichte zu werden, der aus dem Amt gewählt wird. Mit seiner Entscheidung kommt er diesem Schritt zuvor. Bartomeu führte Barca seit 2014 als Präsident an, zuvor war er Vizepräsident unter Sandro Rosell. Mitglied in Barcelona ist er bereits seit 1974.

Warum nicht schon früher?

Bereits seit Monaten, wenn nicht sogar Jahren forderten viele den Rücktritt Bartomeus. Vor allem nach dem blamablen 2:8-Debakel in der Champions League gegen den FC Bayern wurde die Kritik immer lauter, aber Bartomeu wollte nicht hinschmeißen und erklärt diese Entscheidung nun so:

"Nach der Niederlage in der Champions League wäre es am einfachsten gewesen, zurückzutreten. Aber es mussten grundlegende Entscheidungen getroffen werden, um die Zukunft des Klubs nachhaltig zu gewährleisten. Das musste inmitten einer Pandemie geschehen, wir konnten den Klub nicht in die Hände eines Managers mit begrenzten Kompetenzen geben. Wer hätte einen Trainer oder Spieler unter Vertrag genommen? Den Verbleib von Messi gesichert? Oder die Gehälter angepasst? Als Vorstand hatten wir die Pflicht, dies zu tun."

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Champions League, 1. Spieltag: FC Barcelona hat in Gruppe G seine Pflichtaufgabe gegen Ferencvaros Budapest trotz eines Platzverweises für Abwehrchef Gerard Piqué mit einem 5:1-Erfolg erfüllt.

Wann sind Neuwahlen?

Eigentlich hätte ein neuer Präsident im März 2021 gewählt werden sollen. Diese Wahlen werden nun vorgezogen und sollen innerhalb der kommenden 90 Tage stattfinden. Ziel ist es natürlich, die Wahl so früh wie möglich abzuhalten - möglichst noch in diesem Jahr.

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Welche Kandidaten gibt es?

Mit Víctor Font, Jordi Farre, Lluis Fernandez und Augusti Benedito bewerben sich vier Kandidaten um die Bartomeu-Nachfolge. Ex-Präsident Joan Laporta, der Barca bereits von 2003 bis 2010 leitete, hat sich noch nicht offiziell geäußert, soll mit dem Amt allerdings auch liebäugeln.

Wer führt den Klub bis zu den Wahlen?

Ein Interims-Verwaltungsrat führt in der Zwischenzeit die Geschäfte bei den Katalanen. Das letzte Wort bis zu den Neuwahlen hat dabei Carles Tusquets. Der katalanische Geschäftsmann hat einen Doktor Cum Laude in Wirtschaftswissenschaften an der Universität von Barcelona und verfügt über 40 Jahre Erfahrung im Finanzsektor. Bereits im Alter von 27 Jahren wurde er unter dem damaligen Präsidenten Josip Lluis Nunez (1978-2000) Schatzmeister bei Barca und war offenbar auch an der Verpflichtung von Diego Maradona beteiligt.

Was bedeuten die Geschehnisse für den FC Barcelona?

Nach der Niederlage im Clasico läuft es bei den Katalanen sportlich nicht wirklich rund, aber das größte Problem des Klubs war die latente Unruhe wegen des Streits zwischen den Spielern - vor allem Lionel Messi - und Bartomeu. Der Superstar hatte Bartomeu als "Lügner" bezeichnet, nachdem dieser ihn nicht ziehen lassen wollte. Auch Luis Suarez hatte sich negativ über den mittlerweile Ex-Präsidenten geäußert und zuletzt wählte auch Gerard Pique auch im angesehen Blatt La Vanguardia deutliche Worte und kritisierte Bartomeu scharf.

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Durch den Abgang des umstrittenen Bartomeu kann der Klub in dieser Beziehung etwas zur Ruhe kommen. Allzu ruhig wird es jedoch nicht bleiben, denn die verschiedenen Kandidaten dürften sicherlich schon bald die Werbetrommel rühren und für den ein oder anderen Aufreger sorgen.

Verlängert Messi nun doch bei Barca?

Der Abgang des Superstars im kommenden Sommer war im Grunde beschlossene Sache. Ob Bartomeus Rücktritt daran etwas ändert, ist schwer zu sagen und es wird wahrscheinlich auch davon abhängen, wer zu seinem Nachfolger gewählt wird. Pique munterte seinen Kollegen in besagtem Interview auf mit den Worten auf: "Ein Jahr, dann kommen neue Leute." Dies passiert nun schon früher und das ist definitiv kein Nachteil in den Verhandlungen mit dem sechsfachen Weltfußballer - ob es ein Vorteil ist, muss aber noch abgewartet werden.

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