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Neymar: Die Transfer-Posse und ihre Folgen aus drei Blickwinkeln

Die Transfer-Saga aus Sicht von Neymar, Paris Saint-Germain und Barcelona

Udo Hutflötz

08.09.2019 | 10:39 Uhr

Neymar, Barcelona und Paris Saint-Germain - die Protagonisten der Transfer-Saga in diesem Sommer.
Image: Neymar, Barcelona und Paris Saint-Germain - die Protagonisten der Transfer-Saga in diesem Sommer. © Getty

Lange buhlte der FC Barcelona um Neymar. Ein verbessertes Angebot jagte das nächste, um den Brasilianer zurückzuholen. Am Ende reichte es nicht. Neymar bleibt in Paris - eine durchaus brisante Situation. Sky Sport beleuchtet diese aus drei Blickwinkeln.

Die Transfer-Saga aus Sicht von Neymar

Neymar und Paris Saint-Germain: in den vergangenen zwei Jahren, in denen der Brasilianer beim französischen Hauptstadtklub spielte, entwickelte sich dieses Verhältnis nie wirklich zur Liebesbeziehung.

Der Superstar kam im Sommer 2017 für 222 Millionen vom FC Barcelona zu Paris, um mit PSG die Champions League zu gewinnen. Dieses Ziel hatte nicht nur der Spieler selbst, sondern auch der Klub. Doch der große internationale Erfolg blieb aus. Gegen Real Madrid und Manchester United folgte jeweils das Aus im Achtelfinale der Königsklasse.

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Nicht nur aus Teamsicht lief es deshalb nicht rund. Auch persönlich machte Neymar keine einfache Zeit durch. In drei der vier angesprochenen Spiele fehlte der Brasilianer verletzungsbedingt. Auch in der Gesamtbetrachtung seiner bisherigen Pariser Zeit fehlte der Angreifer häufig verletzt - oder gesperrt.

Neymar-Aussagen ziehen Fan-Wut nach sich

Die erfolglose Zeit sollte aus Neymar-Sicht nun ein Ende finden. Der Brasilianer machte bereits früh in der Transferperiode keinen Hehl daraus, wieder zum FC Barcelona zurückkehren zu wollen.

Anders als es einige namhafte Profis in der heutigen Zeit gerne praktizieren, versuchte sich Neymar aber nicht nach Katalonien zu streiken. Der Brasilianer wählte einen anderen Weg - ob absichtlich oder unabsichtlich sei dahingestellt. Angesprochen auf seinen bemerkenswertesten Höhepunkt seiner Sportler-Karriere nannte der Angreifer ausgerechnet das 6:1 mit seinem Ex-Klub Barcelona gegen Paris, das damals das sensationelle Königsklassen-Aus der Franzosen nach sich zog.

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PSG-Fans beleidigen Neymar

Diese Aussage stieß vor allem bei der PSG-Anhängerschaft auf Unmut. Beim Heimspiel gegen Olympique Nimes - bei dem Neymar nicht im Kader stand - beschimpften die Fans den Brasilianer aufs Heftigste. Zudem waren unter anderem Plakate mit der Aufschrift "Neymar, hau ab!" zu lesen.

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Das Tischtuch zwischen dem schwierigen Superstar und den Pariser Fans scheint aufgrund der Vorkommnisse irreparabel zerschnitten zu sein. Nach dem geplatzten Wechsel zum FC Barcelona muss Neymar nun neben schönem und erfolgreichem Fußball auch sein Kämpfergeist entdecken. Nur wenn die Fans merken, dass sich der Brasilianer für den Verein und das Trikot, das er trägt, zerreißt, dürften sie ihn weiter in Paris dulden.

Dem Brasilianer steht ein langer Weg und womöglich seine schwierigste Saison bevor.

Die Transfer-Saga aus Sicht von Paris Saint-Germain

Lange Zeit sträubte sich Paris gegen einen Verkauf von Neymar. Der Grund: Das finanziell passende Angebot für den Brasilianer war nicht dabei. Kurz vor Transferschluss stockte der FC Barcelona aber nochmals gewaltig auf: 130 Millionen Euro plus Ivan Rakitic plus Ousmane Dembele für ein Jahr - eine Offerte, die für PSG akzeptabel war, letztendlich aber am Veto von Dembele scheiterte.

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Je nach Sichtweise MUSS oder DARF Paris mit Neymar weiterarbeiten. Ob diese Arbeit jedoch fruchtbar verlaufen wird, steht jedoch in den Sternen. Der Verbleib des Brasilianers in der französischen Hauptstadt wirft viele Fragen auf.

Ein Spieler, der von seinen Qualitäten her ein absoluter Leistungsträger und Führungsspieler ist, den Verein aber verlassen wollte, muss nun wieder "integriert" werden. Gelingt dies reibungslos? Ist das schwierige Verhältnis zwischen Neymar und den Verantwortlichen, der Mannschaft und den Fans zu kitten?

Tuchel versteht Fans, stellt sich aber hinter Neymar

Teilweise scheint dies möglich, teilweise - im Fall der Fans - aber auch nicht. Trainer Thomas Tuchel blieben die negativen Reaktion der Fans nicht verborgen, er zeigte aber auch Verständnis für die Anhängerschaft. "Das sind tiefe Emotionen und die gibt es immer. Ich verstehe, dass nicht jedem gefällt, was Neymar gemacht und was er gesagt hat. Aber wir müssen da ein gewisses Niveau finden, wie wir unsere Gefühle ausdrücken", appelliert Tuchel an die Fans.

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Le Parisien vermeldete am Dienstag, dass sich die Verantwortlichen von Paris gar mit der Ultra-Szene in Verbindung gesetzt haben, um diese zu besänftigen und weitere Beleidigungen in Richtung Neymar zu vermeiden.

Die Einsicht Tuchels für das Verhalten von der Tribüne heißt aber nicht, dass Tuchel sich nicht auch hinter Neymar stellt und ihn den Rücken stärkt. "Auf der anderen Seite ist Neymar immer noch unser Spieler und immer noch mein Spieler und ich werde meine Spieler immer schützen", erklärte Tuchel vor kurzem auf einer Pressekonferenz.

"Unersetzlicher" Neymar wird gebraucht

Bislang wurde Neymar in der aktuellen Saison nicht eingesetzt. Dies könnte sich aber bereits nach der Länderspielpause ändern. "Neymar hat herausragende Fähigkeiten. Deshalb vermissen wir ihn, wenn er nicht auf dem Platz steht", unterstreicht Tuchel seine Meinung über den Brasilianer.

Auch innerhalb der Mannschaft dürfte das Wechsel-Theater keinen bleibenden Schaden hinterlassen. Immer wieder betonten Mitspieler wie Kylian Mbappe und Thiago Silva, wie sehr sie weiterhin mit Neymar zusammenspielen wollen. Letzterer bezeichnete seinen Landsmann gar als "unersetzlich".

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Nach wie vor läuft der Poker um Superstar Neymar. Thiago Silva würde seinen Landsmann sehr gerne weiter bei Paris Saint-Germain sehen.

Gerade jetzt gilt dies mehr als je zuvor, denn mit Mbappe und Edinson Cavani fallen zwei wichtige Offensivspieler für mehrere Wochen verletzungsbedingt aus.

Die Transfer-Saga aus Sicht des FC Barcelona

Ähnlich sieht die Situation beim FC Barcelona aus. Auch die Katalanen kämpfen besonders in der Offensive mit Verletzungsproblemen. Neben Lionel Messi, der nach einer Fußverletzung erst wieder ins Training eingestiegen ist, drohen Luis Suarez (Wadenverletzung) und Ousmane Dembele (Oberschenkelverletzung) noch für einige Zeit auszufallen.

Aus der Offensivabteilung ist damit nur noch Antoine Griezmann als fitter Profi verblieben. Ein weiterer Neuzugang namens Neymar hätte den Katalanen somit gut zu Gesicht gestanden. Doch bekanntlich zerschlug sich der Transfer am Veto des verletzten Dembele.

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Dembele: Eine Gefahr für das Mannschaftsklima?

Der Franzose beharrte darauf, beim FC Barcelona zu bleiben. Der Nährboden für einen Konflikt ist somit gesät. Auf der einen Seite hat Barca seinen Wunschspieler in diesen Sommer nicht bekommen. Auf der anderen Seite hat die Blaugrana mit Dembele einen Profi im Kader, der weiß, dass er eigentlich nicht mehr zwingend erwünscht ist. Ein Blick auf Dembeles Vergangenheit und dessen Eskapaden lässt in dieser Hinsicht nichts Gutes vermuten.

Es ist schwer zu glauben, dass der Franzose diese Situation klaglos hinnehmen wird. Das Mannschaftsklima könnte somit auf eine harte Probe gestellt werden. Daraus resultierende negative Auswirkungen auf den sportlichen Erfolg dürfen dabei ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden.

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