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La Liga News: Atletico-Goalgetter Luis Suarez fällt verletzt aus

No Suarez, no Party? Atleticos bitterer Dämpfer im Titelkampf

Nico Ditter

09.04.2021 | 14:04 Uhr

Luis Suarez wird den Colchoneros mindestens drei Wochen fehlen.
Image: Luis Suarez wird den Colchoneros mindestens drei Wochen fehlen. © DPA pa

Der komfortable Vorsprung ist dahin, die Verfolger sitzen Atletico Madrid im Endspurt um die spanische Meisterschaft dicht im Nacken. Zu allem Überfluss müssen die Rojiblancos nun wochenlang auf ihre Lebensversicherung verzichten. Die sicher geglaubte Meisterschaft wackelt gehörig.

Eine schwächelnde Konkurrenz, eine Abwehr aus Granit und dazu ein eiskalter Luis Suarez - nach 21 Spieltagen war Atletico Madrid souverän auf Meisterkurs. Die Colchoneros distanzierten die La-Liga-Giganten Real Madrid und den FC Barcelona auf zehn Punkte - hatten dazu noch eine Partie weniger gespielt. Die erste Meisterschaft seit 2014 schien nur noch Formsache zu sein. Eigentlich.

Zwei Monate später ist der komfortable Vorsprung jedoch dahin. Die wiedererstarkten Katalanen stehen nach ihrer Mega-Serie von 17 ungeschlagenen Liga-Spielen und 45 von 51 möglichen geholten Punkten nur noch einen Zähler hinter dem Team von Trainer Diego Simeone. Auch Stadtrivale Real konnte den Abstand auf drei Punkte verkürzen.

Atleticos Formkurve zeigte in den vergangenen Wochen steil nach unten: Die Rojiblancos holten aus den letzten acht Partien nur noch zwölf Punkte, verloren unter anderem gegen Levante und den FC Sevilla. Dazu kommen überflüssige Unentschieden gegen Teams aus den unteren Tabellenregionen. "Wir wissen, dass wir uns verbessern müssen. Aber wir machen weiter und arbeiten an unserer Intensität", sagte Simeone im Interview mit der Marca.

Kriselnde Offensive erleidet nächsten Rückschlag

Dabei erwies sich vor allem die Offensive um Wunderkind Joao Felix als Sorgenkind. Atletico erzielte seit dem 22. Spieltag gerade einmal acht Treffer. Lediglich Luis Suarez präsentierte sich in Normalform und schoss in der Zeit wichtige Tore gegen den Erzrivalen Real Madrid, Deportivo Alaves und Celta Vigo.

Doch nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Sevilla folgte für den uruguayischen Superstar die Hiobsbotschaft: Suarez verletzte sich am Muskel, wird den Madrilenen damit im Titelkampf mindestens drei Wochen fehlen. Der 34-Jährige hat sich bereits via Twitter gemeldet und sich für die zahlreichen Genesungswünsche bedankt: "Vielen Dank für eure Unterstützung. Ich werde mich so schnell wie möglich zurückkämpfen, um dem Team zu helfen."

Alleinunterhalter Suarez

Unterstützung, auf die die blasse Atletico-Offensive dringend angewiesen ist. "El Pistolero" agiert in der laufenden Spielzeit als Alleinunterhalter, schoss mit 19 Saisontreffern mehr Tore als alle anderen Angreifer im Kader Atleticos (16) zusammen. In der ligaweiten Torjägerliste steht lediglich Barca-Superstar Lionel Messi mit 23 geschossenen Toren vor dem Uruguayer.

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Suarez versenkt jeden vierten Schussversuch im gegnerischen Kasten und nutzt 65 Prozent seiner Großchance eiskalt. Damit steht er in der laufenden Saison im Ranking aller aktiven Atleti-Stürmer auf dem ersten Platz. 37 Prozent der geschossenen Saisontore gehen auf das Konto des uruguayischen Nationalstürmer - anteilig toppen das in der spanischen La Liga nur Villarreals Gerard Moreno und Sevillas Youssef En-Nesyri.

Spieler mit den größten Toranteilen in ihren Teams

Platz Spieler Verein Tore Spieler Tore Team Anteil
1 Gerard Moreno FC Villareal 19 42 45 Prozent
2 Youssef En-Nesyri FC Sevilla 15 40 38 Prozent
3 Luis Suarez Atletico Madrid 19 51 37 Prozent
4 Kike Garcia SD Eibar 8 22 36 Prozent
5 Rafa Mir SD Huesca 10 28 36 Prozent

Wie löst Simeone das Rätsel in der Offensive?

Auf diese eingebaute Torgarantie muss Simeone jedoch in den kommenden Wochen verzichten. Für die wichtigen Spiele gegen Betis, Huesca, Bilbao und Eibar muss der Trainer umbauen und einer sonst schwachen Offensive Leben einhauchen. Ein richtiger Stoßstürmer steht Atletico nach dem Abgang von Diego Costa und dem verletzungsbedingten Ausfall von Moussa Dembele ohnehin nicht zur Verfügung.

Folglich ist Rekordtransfer Joao Felix mehr denn je gefordert. Nach einem starken Saisonstart mit acht Torbeteiligungen in neun Spielen kam der Motor des 126-Millionen-Euro-Mannes vermehrt ins Stottern. Der Golden Boy von 2019 wurde immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen und musste auch aufgrund einer Corona-Infektion pausieren. Zuletzt fiel er mit einer Sprunggelenksverletzung aus. Für das Spiel gegen Betis soll es aber reichen.

Sollte sich Simeone wie gegen den FC Sevilla wieder für ein 3-4-2-1-System entscheiden, wird Felix voraussichtlich die einzige Sturmspitze bilden. Dahinter sollen Thomas Lemar und Angel Correa für Furore sorgen. Marcos Llorente muss aufgrund seiner fünften gelben Karte aussetzen, wird aber am darauffolgenden Spieltag gegen Huesca wieder in der Startelf erwartet. Der spanische Offensivallrounder ist mit neun Toren und acht Assists der zweitbeste Scorer im Team der Rojiblancos - könnte nach überstandener Sperre ebenfalls eine Position nach vorne rutschen.

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Suarez zum "Tanz" mit Barca zurückerwartet

Für das Team von Trainer Diego Simeone warten entscheidende und richtungsweisende Wochen im Kampf um die La-Liga-Krone. Da sich Atletico bereits aus der Champions League und der spanischen Copa del Rey verabschiedet hat, liegt die volle Konzentration auf dem Ligaalltag. Die Rojiblancos müssen nun zeigen, dass sie auch ohne ihren Top-Stürmer Suarez performen können. Weitere Ausrutscher sind aufgrund der formstarken Konkurrenz ohnehin verboten.

Anfang Mai folgt zudem das vorentscheidende Duell mit dem FC Barcelona im Camp Nou. Gegen seinen Ex-Klub wird Suarez wieder in der Startelf und mit doppelter Motivation zurückerwartet. Dann könnte er sich für seinen unrühmlichen Abgang rächen und Atletico zum ersehnten Meistertitel schießen. Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg, die Formkurve macht aktuell nur wenig Hoffnung.

Dennoch möchte Simeone die Tabellenführung behaupten und "seine" Colchoneros zur elften Meisterschaft der Vereinsgeschichte führen. "Es wird schwer", sagte der 50-Jährige im Interview mit der Marca. "Aber wir werden bis zum bitteren Ende kämpfen."

Datenquelle: OPTA

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