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Reus tobt: Die Gründe für seinen ungewohnten Gefühlsausbruch

BVB-Kapitän mit Frust-Interview nach dem 2:2 in Frankfurt

Sky Sport

25.09.2019 | 14:21 Uhr

0:45
Der BVB-Kapitän wütet nach dem Remis gegen Eintracht Frankfurt am Sky Mikro (Videolänge: 45 Sekunden).

Nach dem Unentschieden bei Eintracht Frankfurt platzt Marco Reus am Sky Mikrofon der Kragen. Sky Sport beleuchtet die Gründe für seinen ungewohnten emotionalen Ausbruch.

Das Interview des Wochenendes bekommen die Fußball-Fans mit Marco Reus in Frankfurt geboten. "Das geht mir so auf die Eier", schimpft der BVB-Kapitän nach dem 2:2 bei Eintracht Frankfurt bei Sky: "Ihr mit eurer Mentalitätsscheiße."

Der 30-jährige Nationalspieler war über die Analyse und Fragestellung unüberhörbar verärgert. Aber woher rührt der Frust? Ist es ein persönliches Formtief oder doch ein Mentalitätsproblem in der Mannschaft? Oder haben die Borussen "nur ein bisschen rumgedaddelt", wie Sportdirektor Michael Zorc das Unentschieden beschreibt.

BVB: Nur ein Sieg aus vier Spielen

Fakt ist: Der BVB gewann nur eins der letzten vier Pflichtspiele. Am dritten Spieltag unterlag der selbsternannte Titelkandidat in einem leidenschaftslosen Spiel beim Aufsteiger Union Berlin mit 1:3. Und in Frankfurt verspielten die Schwarz-Gelben nun eine zweimalige Führung.

Der Kapitän ging in der Vorsaison mit seiner beeindruckenden Leistung stets voran - "zog das Team oft mit einer einzigen Aktion mit", sagte Julian Weigl über die Bedeutung von Reus. In dieser Saison bleibt der Offensiv-Allrounder hingegen etwas hinter den Erwartungen zurück.

Marco Reus mit Startschwierigkeiten

2018/19 2019/20
36 Pflichtspiele 8
21 Tore 4
0,6 Tore pro Spiel 0,5
0,3 Assists pro Spiel 0
28% Chancenverwertung 18%
44% Großchancenverwertung 31%

Vor dem gegnerischen Tor scheint der Rechtsfuß öfter an den eigenen Nerven zu scheitern. Reus vergab in der noch jungen Saison bereits neun Großchancen. In der kompletten letzten Spielzeit waren es "nur" 19. In der Chancenverwertung ist seine Quote von 28 Prozent auf 18 Prozent gesunken. Der Nationalspieler wartet zudem nach acht Pflichtspielen noch auf seine erste Torvorlage.

Bürki kassierte schon sieben Gegentore

"Die Form des Kapitäns ist ein guter Gradmesser für die Form des BVB", formuliert Sky Reporter Jesco von Eichmann die Abhängigkeit der Mannschaft vom Kapitän.

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3:22
Borussia Dortmund ist in dieser Saison nicht noch nicht konstant genug. Vor allem in der Defensive scheinen die Schwarz-Gelbe noch einige Probleme zu haben (Video-Länge: 3:22 Min.).

Das 2:2 bei der Eintracht waren vielleicht nur der "Leichtfertigkeit" und dem "fehlenden Fokus", den Zorc vermisste, geschuldet. Dinge, die ein reifer Titelkandidat jedoch nicht an den Tag gelegt hätte.

Chancen zum Sieg hatten Reus und Co. zur Genüge auf dem Fuß. Doch Dortmund verpasste es, den Deckel nach der verdienten Führung drauf zu setzen. "Das war genau das", sagte BVB-Torhüter Roman Bürki, "was uns gegen Barca leider auch ein bisschen gefehlt hat, die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor."

Sie haben sich verstärkt, aber nicht weiterentwickelt
Jesco von Eichmann über den BVB im Vergleich zur Vorsaison

"BVB hat sich nicht weiterentwickelt"

Dass die Elf von Lucien Favre einen Punkt weniger auf dem Konto hat als zum gleichen Zeitpunkt der Vorsaison ist aber möglicherweise nicht an der BVB-Offensive festzumachen. Es hakt vielmehr in der Defensive. Bürki musste an den ersten fünf Spieltagen bereits sieben Mal hinter sich greifen - so häufig wie seine Torwartkollegen in München und Leipzig zusammen.

"Sie haben sich verstärkt, aber nicht weiterentwickelt", sagt von Eichmann und sieht Favre in der Verantwortung. "Es stimmt die Balance nicht - zumindest nicht in jedem Spiel", ergänzt der Sky Reporter.

Daran wird der Trainer mit der Mannschaft weiter arbeiten müssen, um am Samstag gegen Werder Bremen (ab 17:30 Uhr live auf Sky) nicht erneut zu stolpern. "Das wird ein komplett anderes Spiel", verspricht Bürki, aber mit einer plausiblen Erklärung: "Es ist ein Heimspiel."

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