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Schalke 04 News: Sportpsychologe erklärt Schalkes Kopf-Problem

"Mit einem Erfolg ist es nicht getan": S04 hat ein Kopf-Problem

Lucia Wythe

30.10.2020 | 20:33 Uhr

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Sportpsychologe Dr. Rene Paasch analysiert die Lage auf Schalke und erklärt, wie sich diese psychologisch auf die Spieler auswirkt. (Video, Länge: 10:46 Minuten)

Seit 21 Spielen wartet Schalke 04 inzwischen auf einen Sieg. Nicht nur Trainer Manuel Baum sieht für diese historische Negativ-Serie längst nicht mehr rein sportliche Gründe. Zusammen mit Sportpsychologe Dr. Rene Paasch geht Sky Schalkes Kopf-Problem auf den Grund.

"Die Psyche ist ein großes Thema. In den Gesprächen mit den Spielern hört man, dass die Fantasie abhanden gekommen ist, ein Tor zu schießen." Mit diesen Worten hatte Baum bereits vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund sein Dilemma erklärt - und die 0:3-Pleite gegen den Erzrivalen dürfte sicher nicht zur Besserung beigetragen haben.

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Schalke-Trainer Manuel Baum will seinen Spielern neuen Mut einimpfen. (Video, Länge: 00:27 Sekunden)

Schalke in einem Teufelskreis

Seit Monaten befindet sich der FC Schalke 04 nun in einer Art Teufelskreis. "Umso mehr schlechte Erfahrungen man macht, umso mehr arbeitet man auch mit diesen negativen Bildern", erklärt Sportpsychologe Dr. Rene Paasch. Sprich: Mit jeder weiteren Pleite festigt sich in den Spielern der Gedanke, nicht gewinnen zu können.

Selbst der frische Wind durch die Neuzugänge im Sommer habe nur einen kurzfristigen Effekt, so Paasch: "Umso weniger es im Team funktioniert, umso schwieriger wird es auch für den Einzelnen - gerade, wenn man neu ist. [...] Kurzfristigkeit kann man komplett streichen. Auch der sogenannte 'Feuerwehrmann' funktioniert nicht. Dafür ist die Lage bei 21 Charakteren oder mehr viel zu komplex."

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Ein Sieg gegen Stuttgart reicht nicht

Der einzige Ausweg aus der Misere sind also Erfolge. Dabei wäre es mit einem Sieg gegen den VfB Stuttgart am Freitag laut Paasch aber noch lange nicht getan: "Man braucht Zeit und Geduld, um die Dinge langfristig verändern zu können."

Viel wichtiger seien vor allem die positiven Erlebnisse abseits des reinen Punktgewinns. "Man muss im Training viele dieser kleinen Erfolge generieren, damit das Selbstvertrauen und das Selbstverständnis wieder wachsen kann", erklärt Paasch.

Nichtsdestotrotz wäre der erste Sieg seit Januar sicherlich ein Anfang...

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