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Noch sechs Spiele. Wer bleibt drin? Wer muss in die Relegation?

Schalke, Augsburg, Stuttgart, Nürnberg und Hannover im Abstiegskampf

Leon Kottmann

12.04.2019 | 20:13 Uhr

Der Abstiegskampf in der Bundesliga geht in die heiße Phase.
Image: Der Abstiegskampf in der Bundesliga geht in die heiße Phase.

Selten holten die Mannschaften im Abstiegskampf so wenig Punkte wie in dieser Saison. Den bisherigen Negativ-Rekord hält der Hamburger SV, der 2014 mit nur 27 Punkten über die Relegation noch den Klassenerhalt schaffte. Diesmal könnten sogar noch weniger reichen. Die fünf bedrohten Teams im Check.

FC Schalke 04 (14.) 26 Punkte, 29:46 Tore

Die Form:

Der Trainerwechsel zu Huub Stevens brachte spielerisch keine Verbesserung, sorgte aber zumindest wieder für mehr Stabilität in der Defensive. In den vier Spielen unter Stevens kassierten die Knappen nur fünf Gegentore, erzielten allerdings auch nur zwei Tore. Beim einzigen Sieg aus den letzten elf Spielen, einem schmeichelhaften 1:0 gegen Schlusslicht Hannover 96, waren die Schalker auf eine überragende Leistung von Keeper Alexander Nübel angewiesen.

Das Restprogramm: Nürnberg (A), Hoffenheim (H), Dortmund (A), Augsburg (H), Leverkusen (A), Stuttgart (H)

Schalke spielt noch gegen alle direkten Konkurrenten. Diese Duelle werden entscheidend, in den anderen Spielen gegen Hoffenheim und in Dortmund und Leverkusen werden in der aktuellen Verfassung nur schwer Punkte zu holen sein. Schon am Freitag müssen die Königsblauen zu den wiedererstarkten Nürnbergern. Bei einer Niederlage sind sie wieder mittendrin im Abstiegskampf und es könnte am letzten Spieltag tatsächlich zum Showdown mit Ex-Trainer Markus Weinzierl und dem VfB Stuttgart kommen.

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Wer wird entscheidend?

S04 muss offensiv wieder gefährlicher werden. Suat Serdar, der die letzten zwei Tore des Bundesliga-14. erzielte, ist gegen Nürnberg nach seiner Gelb-Roten Karte gesperrt. Die Hoffnungen liegen auf dem begnadigten Nabil Bentaleb (drei Tore) und dem wieder genesenen Daniel Caligiuri (vier Tore). Die Rückkehrer sind neben Breel Embolo (vier Tore) die besten Torschützen der Schalker in dieser Saison und könnten in den letzten Spielen zum entscheidenden Faktor werden.

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Schalke 04: Huub Stevens begnadigt Nabil Bentaleb

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Am Samstag kassierte der FC Schalke 04 eine Last-Minute-Niederlage gegen Eintracht Frankfurt (1:2) - ohne Nabil Bentaleb. Dieser Umstand gehört nun der Vergangenheit an.

FC Augsburg (15.) 25 Punkte, 37:54 Tore

Die Form:

Die Augsburger zeigten zuletzt zwei Gesichter. Einem Sieg gegen Dortmund und zwei starken Spielen gegen RB Leipzig stehen die Blamagen gegen Freiburg (1:5), Nürnberg (0:3) und Hoffenheim (0:4) gegenüber. Der Trainerwechsel von Manuel Baum zu Martin Schmidt soll wieder mehr Konstanz in die Leistungen der Schwaben bringen.

Das Restprogramm: Frankfurt (A), Stuttgart (H), Leverkusen (H), Schalke (A), Hertha (H), Wolfsburg (A)

Die Augsburger taten sich in dieser Saison gegen starke Gegner oft leichter, weshalb auch in den Spielen mit den Europa-Kandidaten Punktgewinne möglich sind. Entscheidend werden aber die direkten Duelle, allen voran das Schwaben-Duell am 30. Spieltag zuhause gegen Stuttgart, bei dem sich die Augsburger vom VfB und dem Relegationsplatz absetzen können.

Wer wird entscheidend?

Die Hoffnungen des neuen Coachs Martin Schmidt ruhen auf Alfred Finnbogason (zehn Tore in der Liga). Keiner der Abstiegskonkurrenten hat eine solche Tor-Garantie in den eigenen Reihen. Schmidt muss aber vor allem wieder Disziplin in die Mannschaft bringen, die mit ihrer öffentlichen Kritik an Baum kein gutes Bild abgab und wohl mitverantwortlich für die Entlassung von Schmidts Vorgängers war.

Martin Schmidt leitete am Mittwoch sein erstes Training für den FC Augsburg
Image: Martin Schmidt leitete am Mittwoch sein erstes Training für den FC Augsburg © Getty

VfB Stuttgart (16.) 21 Punkte, 27:60 Tore

Die Form:

Das 5:1 gegen Hannover am 24.Spieltag sollte zum Befreiungsschlag werden, doch trotz passabler Leistungen gegen Dortmund und Hoffenheim folgte kein weiterer Sieg. Das glückliche 1:1 zuhause gegen Nürnberg war spielerisch wieder ein deutlicher Rückschritt für die Schwaben, die sich in allen Mannschaftsteilen bis auf Keeper Ron-Robert Zieler verunsichert präsentierten.

Das Restprogramm: Leverkusen (H), Augsburg (A), Gladbach (H), Berlin (A), Wolfsburg (H), Schalke (A)

Die direkten Duelle sind für die Schwaben essenziell und müssen gewonnen werden, um den Rückstand auf die Konkurrenz zu verkürzen und Nürnberg auf Distanz zu halten. In beiden Spielen muss der VfB allerdings auswärts ran. Keine guten Vorzeichen - in der Fremde holten die Stuttgarter in dieser Spielzeit nur mickrige fünf Punkte.

Wer wird entscheidend?

Trainer Weinzierl hofft auf eine baldige Rückkehr von Gonzalo Castro, der wegen einer Adduktorenverletzung gegen Nürnberg als Ballverteiler schmerzlich vermisst wurde und dem VfB auch gegen Leverkusen fehlen wird. Zudem ist der erst 18-Jährige Ozan Kabak, der im Winter für elf Millionen Euro gekommen ist, ein Lichtblick in der verunsicherten Schwaben-Elf.

1.FC Nürnberg (17.) 17 Punkte, 23:60 Tore

Die Form:

Der Club zeigte als einziges Team im Abstiegskampf zuletzt starke Leistungen und fuhr gegen Augsburg den ersten Sieg seit dem sechsten Spieltag (!) ein. Durch mangelhafte Chancenverwertung verpassten es die Nürnberger gegen Stuttgart jedoch, das Momentum vollends auf ihre Seite zu ziehen.

Das Restprogramm: Schalke (H), Leverkusen (A), Bayern (H), Wolfsburg (A), Gladbach (H), Freiburg (A)

Mindestens drei Siege braucht der Club wohl, um den Relegationsplatz zu erreichen, falls der VfB mitspielt. Aufgrund der schweren Aufgaben in den folgenden Wochen sind die Franken am Freitag gegen Schalke 04 schon zum Siegen verdammt.

Wer wird entscheidend?

Bei den Nürnbergern geht es nur über das Kollektiv. Der Club hat den billigsten Kader der Liga, was ihnen über weite Strecken der Saison anzumerken war. Herausheben kann man den 22-Jährige Matheus Pereira, der durch seine starke Leistung gegen Stuttgart zum Hoffnungsträger der Nürnberger avancierte.

Hannover 96 (18.) 14 Punkte, 25:65 Tore

Die Form:

Hannover zeigte sich in den letzten drei Spielen leicht verbessert, aber glücklos. Die Niedersachsen gingen in Wolfsburg sogar in Führung, verloren am Ende jedoch trotzdem. Man fragt sich, was noch passieren muss, damit die Hannoveraner endlich, wie Thomas Doll sagen würde, "den Bock umstoßen".

Das Restprogramm: Gladbach (H), Berlin (A), Mainz (H), Bayern (A), Freiburg (H), Düsseldorf (A)

Suchen Hannover-Fans nach dem letzten Funken Hoffnung, so finden sie ihn im Restprogramm. Die Niedersachsen spielen noch gegen alle vier Teams aus dem Niemandsland der Tabelle, bei denen es in den letzten Spielen wohl um nicht mehr viel geht. Allerdings müssten die Hannoveraner für den Relegationsplatz mindestens vier Spiele gewinnen, mehr als in der gesamten bisherigen Saison.

Wer wird entscheidend?

Horst Heldt nicht. Der 49-Jährige ist nicht mehr Sportdirektor der Niedersachsen, wie der Klub am Dienstag mitteilte. Auch sonst findet man bei Hannover keinen richtigen Hoffnungsträger. Alle Spieler müssen sich deutlich verbessern, wenn die 96er noch irgendeine Rolle im Abstiegskampf spielen wollen.

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