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Süle-Verletzung verschärft Bayerns Abwehrsorgen

Kovac muss in der Defensive umbauen

Florian Poenitz

21.10.2019 | 23:44 Uhr

Der FC Bayern steuert nach dem 2:2 in Augsburg in die nächste Herbstkrise. Ausgerechnet jetzt fällt mit Niklas Süle der Abwehrchef in der eh schon wackeligen Defensive aus. Trainer Niko Kovac steht unter Zugzwang.

Der FC Bayern kommt in dieser Saison einfach nicht in Fahrt. Nach der 1:2-Niederlage gegen Hoffenheim aus der Vorwoche reichte es auch gegen den Abstiegskandidaten aus Augsburg nur zu einem 2:2-Unentschieden.

Süle-Ausfall bringt Kovac in Not

Trainer Niko Kovac bereitet vor allem die Abwehr große Sorgen. "Was mich maßlos ärgert, ist die Tatsache, dass wir in den entscheidenden Situationen nicht so verteidigen, wie ich mir das vorstelle. Wir lassen wieder zwei, drei gefährliche Situationen zu und es klingelt wieder zweimal", moniert ein sichtlich angefressener Kovac auf der Pressekonferenz.

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Für Niko Kovac liegt das Problem des erneuten Remis nicht in der mangelnden Chancenverwertung, sondern in der instabilen Defensive (Dauer: 38 Sek.).

Zehn Gegentore nach acht Bundesliga-Spielen - so defensivschwach präsentierte sich der deutsche Rekordmeister zuletzt 2008 unter Trainer Jürgen Klinsmann. Kovac steht nach zwei sieglosen Partien in Serie gehörig unter Druck. Und ausgerechnet jetzt müssen die Münchner den Ausfall von Niklas Süle verkraften. Der Abwehrchef der Bayern fällt mit einem Kreuzbandriss im linken Knie monatelang aus.

Ob der 24-Jährige überhaupt noch einmal in dieser Saison ins Geschehen eingreifen kann, steht in den Sternen. Immerhin: Da die Konkurrenz aus Dortmund und Leipzig auch schon einige Punkte liegengelassen hat, ist tabellarisch gesehen noch alles im Lot.

Verletzungsanfälligkeit von Alaba, Hernandez & Co.

Doch Kovac muss schnellstmöglich seine Defensive stabilisieren. Sechs Spiele stehen in den nächsten knapp drei Wochen auf dem Programm. Angesichts diverser Reisen in der Champions League und im DFB-Pokal bleibt da nicht viel Zeit zum Trainieren.

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Eines ist jedenfalls klar: Noch eine schwerwiegende Verletzung können sich die Bayern mit ihrem eh schon kleinen Kader nicht mehr leisten. Besonders nicht in der Abwehr. Lucas Hernandez, Benjamin Pavard und Jerome Boateng stehen für die beiden Positionen in der Innenverteidigung zur Verfügung, auch Javi Martinez kann in diese Rolle schlüpfen.

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Nachwuchstalent Lukas Mai wäre ebenfalls eine Option. Die Außenbahnen beackern David Alaba und Joshua Kimmich. Doch vor allem Alaba und Hernandez plagen sich immer wieder mit kleineren Wehwechen herum.

Hernandez als Abwehrchef gefragt

Besonders Letztgenannter steht nun in der Verantwortung, die Position von Süle als Abwehrchef einzunehmen. Der französische Weltmeister konnte jedoch noch nicht an die Glanzleistungen aus Atletico-Zeiten anknüpfen. Beim 1:1 in Leipzig verschuldete Hernandez leichtfertig einen Elfmeter, der den Bayern den Sieg kostete. Auch beim Gegentor zum 2:2 in Augsburg ließ sich der 80-Millionen-Mann des FC Bayern im Zweikampf gegen Cordova zu leicht abkochen.

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Er alleine wird die Defensivprobleme zwar nicht lösen können, doch er ist derjenige, der die Viererkette künftig anführen muss. Diese ist allerdings überhaupt nicht eingespielt. Am Beispiel von Pavard wird das deutlich: Der Neuzugang vom VfB Stuttgart absolvierte sieben Pflichtspiele als Rechtsverteidiger, vier als Innenverteidiger und eines als Linksverteidiger.

Gleiches gilt für Kimmich, der in dieser Spielzeit häufiger als Sechser eingesetzt wurde. Auch Hernandez wechselt immer wieder von innen nach außen.

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Der FC Bayern hat in der Kaderzusammenstellung darauf Wert gelegt, flexibel einsetzbare Spieler zu verpflichten. Aus dieser Variabilität ergibt sich jedoch der Nachteil, dass sich noch keine feste Viererkette einspielen konnte. Die Gründe dafür sind sicherlich auf die eine oder andere Verletzung zurückzuführen, doch Kimmich wurde beispielsweise auch taktisch bedingt ins Mittelfeld beordert.

Tottenham-Gala längst vergessen

Die München müssen nun schnellstmöglich in die Erfolgsspur zurückfinden, um eine erneute Trainerdiskussion im Keim zu ersticken. Nach den Partien gegen Hoffenheim und Augsburg schrillen beim FCB die Alarmglocken, die historische 7:2-Gala in der Champions League über Tottenham ist längst in den Hintergrund geraten.

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Champions League, 2. Spieltag: Der FC Bayern zerlegt Tottenham Hotspur mit 7:2 (Video-Länge 3:05 Minuten).

Doch selbst in diesem Spiel offenbarten die Bayern zu Beginn enorme defensive Schwächen. Manuel Neuer hielt seine Mannschaft in Halbzeit eins mit Glanzparaden im Spiel, bevor Robert Lewandowski die Roten kurz vor der Pause auf die Siegesstraße schoss.

Dem deutschen Rekordmeister steht genauso im Vorjahr ein stürmischer Herbst bevor. Niko Kovac hat abermals die schwierige Aufgabe, das Ruder rumzureißen.

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