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Fußball 2. Liga Kolumne zu Schalke 04 von Ulli Potofski

Ulli Potofskis Schalke: "Vielleicht darf man auch mal wieder träumen"

Ulli Potofski

18.09.2021 | 15:26 Uhr

Ulli Potofski
Image: Ulli Potofski widmet er sich in seiner Schalke-Kolumnen den Themen rund um die Königsblauen und seinen Fans.  © Sky

Ulli Potofski arbeitet seit 1979 als Sportjournalist. Aus der Zuneigung für seinen Heimat- und Herzensverein Schalke 04 macht der Sky Reporter keinen Hehl. In seiner Kolumne "Ulli Potofskis Schalke" widmet er sich Themen rund um die Königsblauen und seinen Fans.

Liebe Fußballgemeinde,

gnadenlos objektiv wird meine Kolumne hier nicht ausfallen. Schalker neigen manchmal dazu, alles unfassbar positiv oder im Extremfall auch negativ zu sehen.

Ja! Ich bekenne mich seit Jahrzehnten dazu (was für einen Journalisten eher ungewöhnlich ist): Ich bin Schalker. Noch dazu in diesem Stadtteil von Gelsenkirchen geboren und aufgewachsen. Vorteile hat mir dieses Bekenntnis natürlich nicht gebracht. Ganz im Gegenteil:

Bis heute werde ich gelegentlich in Stadien oder Foren dafür beschimpft. Dabei möchte ich ausdrücklich betonen, dass mir Leistungen oder das Management bei anderen Vereinen durchaus gefällt und ich stets voller Respekt dieses einordnen kann. Beispielhaft möchte ich in diesem Zusammenhang den SC Freiburg nennen.

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Schalke - das ist (fast) so wie bei einem eigenen Kind

Profifußball hat sich in den letzten fünfzig Jahren dramatisch verändert. Und das ganz sicher nicht immer zu seinem Vorteil. Und was Schalke angeht - das, was man sehr mag - darf und muss man auch fair und intensiv kritisieren dürfen. Das ist fast (!) so wie bei einem eigenen Kind.

Als ich ein kleiner Junge war, gab es wirklich noch den Bergbau in meiner Heimatstadt und mein Vater arbeitete auch "unter Tage" - und aus der letzten Meistermannschaft von 1958 verkehrte sogar ein Spieler freundschaftlich mit unserer Familie. Der Mann arbeitete (neben dem Fußball ) noch ganz normal. Solche "Verhältnisse" sind im Jahre 2021 undenkbar. Aber das sind die Wurzeln von Schalke 04. Maloche und Freundschaft.

Auch heute wird noch das Steigerlied auf Schalke gesungen. Aber es ist natürlich irgendwie Folklore geworden. Schlimmer noch: Manchmal wirkt es wie schnödes Marketing.

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Dennoch ist da noch etwas in der Seele und in den Herzen aus vergangenen Zeiten geblieben. Und wie sagt man sehr weise: Wer nicht die Vergangenheit kennt, wird die Zukunft nicht meistern!

"Man scheint auf einem guten Weg zu sein"

In der Zweitliga-Gegenwart geht es darum zu erkennen, wer man ist und was man (vielleicht) wieder werden kann: eine ehrliche Fußballmannschaft mit einer realistischen Vereinsführung.

Nach dem 1:0-Sieg in Paderborn scheint man auf einem guten Weg zu sein. Und (wenn alles optimal läuft) kann man eventuell um den direkten Wiederaufstieg mitspielen.

"Grammozis braucht einfach Zeit"

Ein angesehener Statistiker hat ausgerechnet, dass Werder Bremen mit Schalke aufsteigt und der HSV in die Relegation darf (immerhin). Ehrlich gesagt: Ich halte nichts von solchen Rechenspielen - allerdings positiv zu denken ist eine wichtige Eigenschaft. Im Fußball und im wirklichen Leben.

Einige Sätze zum Trainer: In vielen Foren wurde Dimitrios Grammozis stark kritisiert und einige forderten seine Ablösung noch vor Beginn dieser Saison.

In meinen persönlichen Gesprächen mit ihm habe ich einen sehr strukturierten und freundlichen Menschen kennengelernt. Bei der Abstiegsmannschaft konnte er nichts mehr bewegen und jetzt braucht er einfach Zeit. Es wird sicher noch Niederlagen geben - das sollte aber kein Grund sein, wieder alles in Frage zu stellen.

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Gerald Asamoah, Leiter Lizenzbereich von Schalke 04, über den Auftakt in der 2. Bundesliga. (Videolänge: 18 Sekunden)

"Auf keinen Fall der Großmannssucht verfallen"

Rouven Schröder war in den letzten Monaten nicht zu beneiden. Er kam mir vor wie der Leiter eines Supermarkts, der verzweifelt sein welkendes Obst und Gemüse verkaufen musste, um nicht mit seinem Laden Pleite zu gehen.

Das ist ihm gut gelungen - und was muss Schalke daraus lernen? Dass man niemals mehr über seine Verhältnisse leben darf und auf keinen Fall der Großmannssucht verfallen darf. Realistisch wirtschaften und sich aus den Schulden herausarbeiten (was irre schwierig werden wird ), und dabei auch noch wettbewerbsfähig sein.

Es ist eine Mammutaufgabe, die dem Verein bevorsteht. Aber wie sagt doch das Vereinslied - und damit sind wir wieder bei der Folklore: Der FC Schalke wird niemals untergehen!

Und sollte man Freitag gegen den KSC siegen (was keine Selbstverständlichkeit ist) - darf man vielleicht auch mal wieder träumen - von der Bundesliga - und das muss auch normalerweise der Anspruch auf Schalke sein.

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Ich werde diesen Traum verfolgen und mich zukünftig regelmäßig hier mit meinen Anmerkungen melden - gnadenlos subjektiv - und mit einem Schalker Herzen!

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