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Werder News: Bremen und Baumann vor schwieriger Zweitliga-Saison

Baumann unterm Brennglas: Werder-Aufstieg hängt am Kader-Umbau

Sven Töllner

16.07.2021 | 15:18 Uhr

Frank Baumann und Werder Bremen stehen vor einer wegweisenden Saison nach dem Abstieg.
Image: Frank Baumann und Werder Bremen stehen vor einer wegweisenden Saison nach dem Abstieg.  © Imago

Werder Bremen steht nach dem Abstieg vor einer schwierigen Saison. Gerade Frank Baumann steht bei seinen Transfers und Kaderanpassungen unter Beobachtung.

Die angestrebte Erwartungshaltung im Umfeld beeinflusst man am effektivsten durch Beharrlichkeit. Die Sprachregelung, die sie in Bremen zu etablieren versuchen, lautet: Es geht nicht um den Wiederaufstieg, sondern um den Wiederaufbau - zumindest zunächst.

Der neue Trainer Markus Anfang weiß natürlich, dass bei einem Klub wie Werder diese eine klare Zielsetzung immer mitschwingen wird. Als Betriebsunfall - befristet auf ein Jahr - soll der Abstieg in die grün-weiße Geschichte eingehen. Auf direktem Wege wieder rauf in die 1. Liga - das wünschen sie sich an der Weser. So wie sie es sich an der Elbe auch gewünscht haben. Oder an der Leine. Oder am Valznerweiher.

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Trainer Markus Anfang über die schwierige Situation im Werder-Kader

Baumann muss weitere Einnahmen generieren

Natürlich wird es kein Selbstläufer. Das war es in den vergangenen Jahren auch nicht für Stuttgart oder Köln. Gleichwohl stempelt die Güteklasse des derzeitigen Kaders die Bremer zum absoluten Topfavoriten, wenn man Marktwerte und Erstligaerfahrung als Parameter zulassen möchte.

Das Problem dabei ist, dass sich die Zusammensetzung mit höchster Wahrscheinlichkeit noch erheblich verändern wird. Der sehnlichst erwartete und ausgesprochen überfällige Wechsel des ehemaligen 30-Millionen-Kandidaten Milot Rashica zu Norwich City (für etwa zehn Millionen Euro) ist bislang die einzig nennenswerte Einnahme auf den leeren Bremer Konten. Bevor Frank Baumann nicht weitere Spieler veräußert, hat er kaum Spielraum um auf der Zugangsseite für frischen Wind zu sorgen.

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An Kandidaten mangelt es freilich nicht. Jiri Pavlenka (soll jetzt doch bleiben), Ludwig Augustinsson, Marco Friedl, Milos Veljkovic (derzeit an Corona erkrankt), Maximilian Eggestein oder Josh Sargent fühlen sich - zum Teil sicher nicht zu Unrecht - zu höherem berufen. Und es würde Werder weiterhelfen, wenn marktgerechte Preise für die vermeintlich überqualifizierten Ex-Erstliga-Profis bezahlt werden würden. Aber was bedeutet in diesen Zeiten schon marktgerecht?

Werder braucht Geduld

Die meisten deutschen Profi-Klubs haben sich angesichts der Pandemie-bedingten Verluste harte Prinzipien auferlegt. Kaum einer will Geld ausgeben, viele haben ihren Fokus voll auf Leihgeschäfte und ablösefreie Spieler ausgerichtet. Kein Verein erlaubt sich kostspielige Versuchsballons. Und in dem Wissen, dass Werder verkaufen muss, sieht bislang auch kein Interessent die unbedingte Notwendigkeit, das eigene Budget mit übereilten Angeboten zu belasten.

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Baumann braucht also Geduld in diesem großen und facettenreichen Pokerspiel, das unter Corona-Bedingungen noch deutlich verschachtelter funktioniert als ohnehin schon. Er kann sich nach den mageren Transfer-Bilanzen der letzten Jahre zudem keine weiteren Fehlschläge leisten.

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Baumann unter dem Brennglas des Aufsichtsrats

Im September wird bei Werder der neue Aufsichtsrat gewählt. Baumann-Beschützer Marco Bode wird nicht mehr antreten. Die künftigen Mitglieder des Gremiums werden nicht nur - aber auch (!) - sehr genau auf die Kaderbauarbeiten dieses Sommers und den Saisonstart der Bremer schauen, bevor sie Baumanns Mandat bestätigen. Die Geduld mit dem geduldigen Geschäftsführer ist bei vielen Werder-Liebhabern und Amtsanwärtern jedenfalls arg strapaziert.

Und um den Gedanken rund um die Geduld zum Ende zu führen: Bislang hat Markus Anfang keine Gegendarstellungen gegen Beobachter erwirkt, die ihn als fordernd und ungeduldig bezeichnen. Die zähen Abläufe bei der Kaderplanung belasten die Nerven des ehrgeizigen Coaches. "Wir hoffen, dass wir recht zeitnah wissen, mit welchem Kader wir planen können", sagte Anfang in dieser Woche im Sky Interview.

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Letztgültige Klarheit garantiert ihm allerdings erst das Ende der Transferperiode am 31. August. Fünf Spieltage werden dann bereits absolviert worden sein. Und die Ergebnisse gegen Hannover, Düsseldorf, Paderborn, Karlsruhe und Rostock werden sicher erste ernsthafte Erkenntnisse liefern - in Bezug auf die Personalauswahl und sicher auch auf eine angemessene Erwartungshaltung.

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