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Handball News: Diskussion um Verlegungen in der HBL

"Sehr provozierend": Große Kritik an HBL und Hanning-Aussagen

Sky Sport

18.11.2020 | 15:28 Uhr

Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin und DHB-Vizepräsident
Image: Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin und DHB-Vizepräsident © DPA pa

Das Coronavirus beschert der Liqui Moly Handball-Bundesliga nach den Länderspielen Terminchaos und eine Diskussion, ob man am Spielplan festhalten sollte.

Nachdem mit Johannes Bitter (TVB Stuttgart), Marian Michalczik (Füchse Berlin), Juri Knorr (GWD Minden) und Finn Lemke (MT Melsungen) im Nachgang der Länderspielwoche vier DHB-Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, gab es innerhalb der Liqui Moly Handball-Bundesliga große Diskussionen um das Festhalten am Spielplan.

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In der Liga wurde von verschiedenen Seiten der Wunsch geäußert, über eine Verlegung des Spieltags nachzudenken, da einzelne Mannschaften und Spieler von der Corona-Quarantäne betroffen sind. Die HBL will jedoch den Spielplan durchsetzen, obwohl es schon jetzt Spielverlegungen gibt. Zum Unverständnis von Kai Wandschneider. Der erklärte gegenüber Sky: Er hält es für "bizarr", "grotesk" und "in keinster Weise nachvollziehbar", dass in dieser Woche nur einige und nicht alle Ligaspiele mit Beteiligung von DHB-Spielern aus Sicherheitsgründen abgesagt worden sind. Seiner Meinung nach sei hier "zweierlei Maß angelegt" worden.

Wandschneider fordert, dass aufgrund der Inkubationszeit und der Ungewissheit, ob jemand wirklich mit dem Coronavirus infiziert ist, alle Spiele innerhalb von sieben Tagen nach einem Länderspiel abgesagt werden müssen.

9:03
DHB-Vizepräsident Bob Hanning hat sich im exklusiven Interview zum Festhalten am Spielplan, zu den Spielern und der anstehenden WM geäußert (Videolänge: 9:03 Min.).

"Dann muss ich meine Karriere beenden"

Auch die Frage, ob es sinnvoll ist, Länderspiele in dieser Situation abzuhalten, stellte sich für den einen oder anderen. DHB-Vizepräsident und Geschäftsführer der Füchse Berlin, Bob Hanning, hat für diese Diskussion wenig Verständnis: "Was ist denn anders, ob ich ein Europapokal-Spiel spiele (…) oder ob ich zu einem Spiel der deutschen Nationalmannschaft fahre?", sagte er im exklusiven Sky Interview. Damit bezog er sich auf eine Aussage, die kürzlich für Aufsehen gesorgt hatte.

Gegenüber Sport1 sagte er: Jeder Spieler habe "das Recht, eine persönliche Entscheidung zu treffen". Damit meinte er, ob jemand an Länderspielen teilnehmen sollte oder nicht. "Aber stellen Sie sich mal vor, dass unsere Spieler sagen würden, sie wären beim nächsten Spiel im Europapokal nicht dabei..." Hanning kritisiert, dass man im Europapokal spielt, aber über Länderspiele diskutiert. "Entweder ich will beides oder ich treffe für mich die Entscheidung, dass Leistungssport zu gefährlich ist. Dann muss ich allerdings meine Karriere beenden."

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Von Behren fehlt Differenzierung

Auf Sky Nachfrage, ob die Aussagen nicht etwas hart gewesen wären, sagte Hanning: "Ich stehe da zu hundert Prozent zu." Über die Entscheidungsmöglichkeit sagte Hanning: "Wenn ich das nicht will, dann muss ich das für mich entscheiden können. Das sind alles erwachsene Menschen und keine Marionetten. Sie leben von diesem Beruf."

1:16
Handball: Frank von Behren reagiert auf Bob Hanning. (Videolänge: 1:16 Minuten)

Frank von Behren, vom GWD Minden reagierte gegenüber Sky auf das Interview: "Das ist sehr provozierend von Bob Hanning. Klar, schwarz und weiß. So kennen wir ihn. Ich glaube da muss man auch differenzieren." Der ehemalige Handballer hätte sich gewünscht, dass man die Nationalspieler für die kommenden zwei Spieltage komplett aus dem Spielbetrieb genommen hätte und man die davon betroffenen Spiele von vornherein verlegt hätte. "So hat man natürlich das Problem auf die Vereine abgewälzt", sagt von Behren.

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