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Handball News: Stefan Kretzschmar fordert mehr Zusammenhalt

Zusammenhalt statt Kritik: Kretzsche mit emotionalem Appell

Isabel Barquero Pena

19.11.2020 | 21:01 Uhr

2:28
Sky Experte Stefan Kretzschmar appelliert an den Zusammenhalt der Liga mit dem internationalen Handball und äußert sich zur anstehenden WM 2021 in Ägypten (Videolänge: 2:28 Minuten).

Schwierige Tage für den deutschen Handball: In der LIQUI MOLY HBL mussten zuletzt einige Spiele aufgrund der positiven Corona-Fälle nach den Länderspielen abgesagt werden. Daraufhin wurde die Kritik am internationalen Spielgeschehen lauter. Nun fordert der Sky Experte Stefan Kretzschmar mehr Zusammenhalt.

Nachdem es jüngst zu einigen positiven Tests in der deutschen Nationalmannschaft gekommen war und zahlreiche Partien des 7. und 8. Spieltags der LIQUI MOLY HBL abgesagt werden mussten, äußerte sich Sky Experte Stefan Kretzschmar im Vorfeld der Partie Rhein-Neckar Löwen gegen den TBV Legmo Lippe am Sky Mikrofon deutlich. Er fordert mehr Zusammenhalt im Handball: "Das oberste Gut sollte sein, dass wir schleunigst dahin zurückkehren - wenn wir jetzt ein bisschen davon abgewichen sein sollten - zusammenzuhalten. Wir dürfen in dieser Liga momentan performen, unsere Jungs dürfen ihrer Arbeit nachgehen und das ist meines Erachtens in der heutigen Zeit ein riesen Privileg."

"Diese Liga muss zu Ende gespielt werden!"

Er respektiere alle Ängste, Nöte und Sorgen, die Spieler, Trainer oder Verantwortliche derzeit hätten - "aber es darf nicht aufkommen, dass irgendwo etwas kreiert wird, was dann ein Fragezeichen aufwirft: Kann die Liga zu Ende gespielt werden? Nein, diese Liga muss zu Ende gespielt werden!", lautete der emotionale Appell des ehemaligen Linksaußen.

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Die HSG hat am Donnerstag das einzige HBL-Spiel bestritten. Coach Kai Wetzlar kritisiert das Corona-Vorgehen der HBL und appelliert, die Widersprüche und Ungereimtheiten zu klären (Videolänge: 3:46 Min.).

Aktuell sei bei allen Vereinen in der HBL "mächtig Druck auf dem Kessel", was dazu führe, dass sich der ein oder andere in den letzten Tagen etwas unglücklich ausgedrückt hatte, so Kretzschmar. Einer davon war Wetzlars Trainer Kai Wandschneider, der nach dem 31:22-Sieg seiner Mannschaft gegen Aufsteiger HSC 2000 Coburg am Sky Mikrofon enttäuscht sagte: "Ich hätte mir gewünscht, dass die HBL entschieden hätte, dass unsere Partie ausfällt. Wir verstehen nicht, wieso mit zweierlei Maß gemessen wird."

"Lassen den europäischen Handball verrecken - wer sind wir?!"

Doch der Sportvorstand der Füchse Berlin ist da anderer Meinung und appelliert: "Es ist momentan wichtig, dass man nicht mit dem Finger auf andere zeigt, anderen den Schwarzen Peter zuschiebt und sagt: Mensch der hat aber... Nein! Wir sitzen alle in einem Boot und das ist nicht nur die Bundesliga, das ist auch Europa und die Welt."

Derzeit gäbe es zu viel Kritik am internationalen Spielgeschehen. "Wir reden immer davon, dass wir global werden müssen und jetzt sagen wir aus unserer vielleicht arroganten Position der stärksten Liga der Welt: Dann lassen wir doch den europäischen Handball verrecken oder den Welthandball, stellen eine WM oder die Champions League in Frage - wer sind wir?! Wir müssen uns mit all den Punkten auseinandersetzen und müssen das genauso respektieren - zusammen." Ein klares Statement des 47- Jährigen.

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Stefan Kretzschmar fordert nach der jüngsten Kritik im Handball mehr Zusammenhalt. Schließlich sei es ein riesiges Privileg in der heutigen Zeit, Handball spielen zu dürfen (Videolänge: 1:12 Minuten).

Standort Kairo verursacht Bauchschmerzen

Aber auch ein Stefan Kretzschmar hat hin und wieder Bauchschmerzen bei gewissen Themen. Die anstehende WM 2021 im Januar in Ägypten sieht er aber nur bedingt kritisch, schließlich habe man in einer "hermetisch abgeriegelten Blase viel weniger Ängste als zum Beispiel in der Bundesliga." Die WM-Austragung stellt er also nicht in Frage, lediglich beim Austragungsort hat er Bedenken: "Kann Kairo das? Das wage ich zum jetzigen Zeitpunkt, ohne diskriminierend klingen zu wollen, zu bezweifeln."

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Seine Lösung: An einen Urlaubsort wie Hurghada wechseln, mit abgeschottetem Hotel und Arenen - Vorbild: die NBA im Disneyland.

Die WM-Debatte wird den Handball wohl noch länger beschäftigen. Doch den Verantwortlichen bleibt nicht mehr viel Zeit, die positiven Fälle häufen sich und damit wird die ohnehin schon laute Kritik nicht unbedingt leiser. Es bleibt weiterhin fraglich, wie eine WM mit 32 Nationen in der heutigen Zeit stattfinden soll und kann - ohne die Gesundheit der Spieler zu gefährden. Die Entscheidung, ob und wie müssen am Ende aber andere treffen.

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