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Hoffen auf den FC Bayern: München will Handball-Stadt werden

Handball-WM entfacht neue Euphorie

18.01.2019 | 14:16 Uhr

Bayern-Star Javi Martinez ist Botschafter des Handball-WM-Standorts München
Image: Bayern-Star Javi Martinez ist Botschafter des Handball-WM-Standorts München © DPA pa

München präsentiert sich bei der Heim-WM als euphorische Handball-Stadt. In Zukunft soll in der Hauptstadt Bayerns auch wieder Bundesliga gespielt werden.

Ausverkaufte Spiele, ausgezeichnete Stimmung: München überzeugt bei der Heim-WM als euphorische Handball-Stadt, das Fehlen eines Bundesligisten seit 25 Jahren schmerzt deshalb umso mehr. "In München herrscht ein großes Interesse an Handball. Es gibt Gruppen, die sich Gedanken machen", sagte Liga-Boss Frank Bohmann.

Bohmann sieht verschiedene Initiativen

Wie so vieles sei auch das eine Frage des Geldes. "Für Spitzenhandball braucht man Finanzkraft und ein Unternehmertum, um vorne mitzuspielen", sagte Bohmann dem SID: "Es gibt verschiedene Initiativen." Eine weitere Spielstätte sei bereits geplant, diese soll für ein bisschen Entspannung sorgen.

Handball-WM 2019: Spielplan, Ergebnisse, Tabellen

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Es fehlte die passende Halle

In München fehlt es derzeit an mehreren Ecken und Enden. Georg Clarke, Präsident des Landesverbandes BHV, zählte in der Süddeutschen Zeitung die Mängel auf: Mit Ausnahme des 30 Kilometer außerhalb gelegenen Fürstenfeldbruck gibt es keinen Verein in der dritten Liga, um für Spieler in der Region eine Perspektive zu bieten, zudem kein Internat, um Schule und Sport zu vereinbaren. Außerdem fehlt eine passende Spielstätte für 2000 bis 4000 Zuschauer, da die Olympiahalle mit einer Kapazität von 12.000 zu groß und zu teuer ist.

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Nach dem 25:25 gegen Frankreich ist der Einzug in die Hauptrunde perfekt. Und Vizepräsident Bob Hanning freut sich auch, dass so etwas wie WM-Fieber entfacht wurde.

Laut Bohmann könnte es in naher Zukunft aber sehr schnell gehen. Wenn es eine "positive Entwicklung" gibt, könnte es in bereits "drei bis fünf Jahren" einen Bundesligisten in München geben: "2024 haben wir wieder eine EM in Deutschland, das wäre ein guter Zeitraum." Es gehe aber nicht von heute auf morgen, man müsse entweder eine Spielgemeinschaft gründen oder sportlich von ganz unten nach oben kommen.

Hoffen auf den FC Bayern

Der Wunsch nach einem Einstieg des FC Bayern als "Topmarke" ist allgegenwärtig. "Sie haben im Basketball gezeigt, dass sie das können. Da wird gut gearbeitet", sagte Bohmann: "Für den FC Bayern wäre es eine tolle Chance. Für das Jahresgehalt eines Fußball-Topstars könnte man schließlich den gesamten Handball finanzieren." In der Vergangenheit habe es bereits Gespräche gegeben, allerdings ohne Erfolg. Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat ein entsprechendes Engagement bisher stets abgelehnt. Aktuell spielt die erste Herren-Mannschaft der Bayern-Handballer in der sechstklassigen Bezirksoberliga.

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Sigurdsson ist optimistisch

Islands Trainer Dagur Sigurdsson, der Deutschland 2016 sensationell zum EM-Titel führte, ist zuversichtlich: "Die Stadt braucht das", sagte der 45-Jährige: "Hoffentlich bekommen wir hier bald eine Bundesliga-Mannschaft. Ich habe gehört, dass sie mit der Jugendarbeit anfangen wollen."

Bei einem Blick in die Geschichtsbücher treten fast schon glorreiche Zeiten des Münchner Handballs zu Tage. Der MTSV Schwabing wurde 1986 Pokalsieger, der TSV Milbertshofen holte 1991 gar den Europapokal der Pokalsieger und hatte in Jahrhunderthandballer Erhard Wunderlich ein besonderes Aushängeschild. Doch dann schlitterten Schwabing (1989) und Milbertshofen (1993) in den Konkurs, seitdem wartet man in München vergeblich auf einen Bundesligisten.

Duvnjak schwärmt von den Fans in München

Die positive Resonanz auf die WM ist auch bei den Sportlern zu spüren. "Das ist eine geile Stimmung, wir genießen das", sagte etwa Kroatiens Superstar Domagoj Duvnjak über die lautstarken Fans in der Olympiahalle. In München scheint sich etwas zu bewegen. (sid)

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