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Kretzschmar: Kiel ohne Druck gegen Veszprem

Die Kolumne von Sky Experte Stefan Kretzschmar

Stefan Kretzschmar

22.09.2019 | 12:15 Uhr

Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs.
Image: Stefan Kretzschmar analysiert in seiner Kolumne die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs. © Sky

Stefan Kretzschmar spricht in seiner Kolumne über die wichtigsten Themen aus der Welt des Handballs. Diesmal analysiert er die deutschen Auftritte in der EHF Champions League und den euphorischen HBL-Start der TSV Hannover-Burgdorf. Zudem blickt er auf das anstehende Topspiel in Magdeburg voraus.

Am Sonntag hat die VELUX EHF Champions League für die deutschen Mannschaften begonnen. Die SG Flensburg-Handewitt ist mit einem knappen 25:24-Sieg in Celje gestartet. Es war aber keine Meisterleistung und völlig überzeugende Vorstellung von Flensburg. Allerdings ist das auch egal, weil sie eben die Punkte geholt haben!

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Spielerisch fehlt den Flensburgern in manchen Momenten die Durchschlagskraft aus dem Rückraum. Die SG ist von ihren Führungsspielern sehr abhängig - natürlich wie jede andere Mannschaft auch - aber Johannessen, Gottfridsson und Röd müssen funktionieren. In der entscheidenden Phase haben sie aber die Nerven behalten - das ist gut!

Veszprem in der Favoritenrolle gegen Kiel am Samstag

Der THW Kiel hat in den letzten vier Sekunden den Ausgleichstreffer zum 30:30 gegen PGE Vive Kielce kassiert - das war natürlich Pech. Normalerweise traut man so einer Mannschaft wie Kiel so einen Anfängerfehler nicht zu. Daraus wird die Mannschaft lernen, aber es fühlt sich wie ein verlorener Punkt an.

2:14
VELUX EHF Champions League: In letzter Sekunde kassiert der THW Kiel den Ausgleichstreffer zum 30:30 (14:15). 30 Sekunden vor Schluss hatten die Zebras noch mit 30:28 geführt (Videolänge: 2:14 Minuten).

Der anstehende Gegner Telekom Veszprem (am Samstag live und exklusiv ab 17:30 Uhr auf Sky Sport 2 HD) gehört für mich zu den drei Großen in der CL - neben Barcelona und Paris. Von der Tiefe her haben die Ungaren die vielleicht am stärksten besetzte Mannschaft der Königsklasse. Sie haben einen sehr großen Kader mit sehr hohem Niveau. In diesem Duell ist Veszprem der Favorit. Der Druck liegt also eigentlich nicht bei Kiel und das sollten sie als Rückenwind nutzen. In jedem HBL-Spiel und in 90 Prozent der CL-Spiele trägt Kiel die Favoritenrolle und in dem Spiel gerade nicht - das kann eine Chance für die Zebras sein.

Getec-Arena verschafft Magdeburg Vorteile

Auch in der LIQUI MOLY HBL steht am kommenden Sonntag (live und exklusiv ab 13 Uhr auf Sky Sport 7 HD) erneut ein echter Kracher auf dem Zettel: Die Rhein-Neckar Löwen sind zu Gast beim SC Magdeburg. Für keine andere Mannschaft in der Bundesliga spielt der Heimvorteil eine größere Rolle als für Magdeburg. Es ist die lauteste Halle, die den größten Druck ausüben kann - sowohl auf die gegnerische Mannschaft als auch auf die Schiedsrichter und auch auf die eigene Mannschaft generell.

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Jetzt hat Magdeburg in Melsungen Punkte gelassen, das wird sie sicherlich ein Stück frustrierter machen und auch aggressiver. Sie wollen das Heimspiel gegen die Löwen unbedingt gewinnen. Ich sehe die Löwen aber durchaus gewappnet. Sie haben sicherlich Fortschritte gemacht in letzter Zeit. Die Löwen haben eine Top-Mannschaft, aber der SC geht mit leichtem Vorteil aufgrund des Heimvorteils ins Spiel.

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Sympathischer Handball in Hannover

Derzeit steht allerdings kein Top-Team an der Spitze, sondern die TSV Hannover-Burgdorf. Man muss relativ hoch einschätzen, was Hannover da gerade macht, weil sie sehr attraktiven und schönen Handball spielen. Sie haben eine erfrischende Mannschaft, eine Mixtur aus erfahrenen Spielern und vielen Jungen aus dem eigenen Nachwuchs. Das macht das ganze Projekt sehr sympathisch und sorgt für hohe Identifikation in der Region.

4:04
Morten Olsen und sein fast halb so alter Teamkollege Veit Mävers trainieren oft gemeinsam im Kraftraum. Ein ungleiches Paar, das dennoch gut miteinander harmoniert (Videolänge: 4:04 Minuten).

Andererseits leben sie sehr von Morten Olsen, der momentan die Saison seines Lebens spielt und der absolute Anführer und Überflieger ist - der Kapitän, dem alle bedingungslos folgen. Die aktuelle Tabellensituation ist eine Momentaufnahme. Ich glaube nicht, dass Hannover etwas mit den Champions League-Plätzen zu tun hat, allerdings warum sollten sie nicht unter den ersten Sechs einlaufen. Das ist nach diesem furiosen Saisonstart durchaus möglich. Aber da kommen schon auch noch andere Kaliber auf sie zu und da werden sie auch den ein oder anderen Punkt lassen - aber das ist auch in Ordnung. Nach der relativ verkorksten Saison letztes Jahr ist dieser Start natürlich Balsam auf die Wunden der Fans und auch auf die der Verantwortlichen.

Alle Kolumnen von Stefan Kretzschmar

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Stefan Kretzschmar spricht in seiner Kolumne über die spannendsten Themen aus der Welt des Handballs.

Keine Krise in Berlin

Auch die Füchse Berlin stehen nach ihrem deutlichen Sieg gegen Stuttgart wieder etwas besser da. Sie haben einen sehr guten Angriff und Gegenstoß gespielt, viele Spieler haben das genutzt, um auch ihre eigene Torgefahr zu zeigen. Heinevetter hat sein Aufgabe gut gelöst. Trotzdem gibt es Steigerungsmöglichkeiten, denn 27 Gegentreffer sind etwas zu viel.

Krise ist immer relativ - das Spiel gegen Minden ist sicherlich jedem sauer aufgestoßen. Das war eine Katastrophe, aber man kann zum Beispiel in Leipzig auch schon mal verlieren, das ist in dieser Liga möglich. Ich würde nicht von einer Krise reden, diese Liga ist so ausgeglichen, an jedem Spieltag kann man eben auch mal „tabellarisch" überraschend verlieren.

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