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Olympia 2021: Fritz über Viertelfinale Deutschland vs. Ägypten

Das sind die Hoffnungsträger im Viertelfinale gegen Ägypten

Sky Sport

07.08.2021 | 12:23 Uhr

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Henning Fritz über die deutsche Handball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Tokio. (Videolänge: 7:22 Minuten)

Mit drei Siegen und zwei Niederlagen hat sich die deutsche Handball-Nationalmannschaft ins olympische Viertelfinale gespielt. Die Torhüter Jogi Bitter und Andreas Wolff ragten heraus und sind die Hoffnungsträger gegen Ägypten. Sky Experte Henning Fritz lobt die Keeper und erklärt, wie das DHB-Team das Halbfinale erreichen kann.

"Die Paraden der Torhüter waren gegen Brasilien, aber vor allem auch vorher im Spiel gegen Norweger entscheidend", analysiert Fritz die beiden entscheidenden Erfolge in der Vorrunde. Gegen den EM-Dritten Norwegen hatte Johannes "Jogi" Bitter die deutsche Auswahl mit einer bärenstarken Leistung auf die Siegerstraße gebracht, gegen die Südamerikaner hatte zunächst Bitter, in der Schlussphase dann Wolff den Sieg gesichert.

Torhüter, Weber und Knorr im Fokus

Gegen Ägypten, das in der Vorrunde nur dem amtierenden Olympiasieger und Weltmeister Dänemark unterlegen war, dürfte aber Torhüterleistung allen nicht reichen. "Das deutsche Team muss die Ägypter über eine gute Abwehrleistung zu Fehlern zwingen", betont Fritz. "Stabilität im Tor und im Angriff werden nötig sein", ergänzt der ehemalige Nationaltorwart vor dem Viertelfinale-Duell mit dem amtierenden Afrika-Meister (Di., ab 13.45 Uhr).

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Neben Bitter und Wolff hat Fritz noch auch zwei Offensivspieler als Hoffnungsträger im Team von Bundestrainer Alfred Gislason ausgemacht. "In der Mitte haben wir mit Philipp Weber und Juri Knorr zwei Leute, die diese Position sehr gut ausgefüllt haben", lobt der Experte die beiden Rückraum-Asse.

Knorr als X-Faktor gegen Ägypten?

Vor allem Knorr könnte zu einem Überraschungs-Faktor im deutschen Spiel werden. Denn so richtig auf der Rechnung haben die Gegner den 21-Jährigen in Tokio noch nicht. Beim 29:25 gegen Brasilien zum Abschluss der Gruppenphase glänzte der Neuzugang von den Rhein-Neckar Löwen mit sechs Toren.

"Für mich persönlich war es ein sehr wichtiges Spiel, weil ich das erste Mal zeigen konnte, dass ich unter Druck der Mannschaft helfen kann. Diesen Brustlöser braucht man einfach, gerade auf dem Level", sagte Knorr am Montag.

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Licht und Schatten bei der WM

Bei der vergangenen Weltmeisterschaft im Januar hatte Knorr im entscheidenden Spiel gegen Spanien zunächst geglänzt, sich dann aber entscheidende Fehler geleistet, die schließlich zum Aus geführt hatten. Nun scheint beim Youngster, der über die B-Mannschaft des FC Barcelona und GWD Minden den Sprung ins Nationalteam geschafft hatte, der Knoten geplatzt zu sein.

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"Auch für die Mannschaft war es wichtig, weil sie gesehen hat, der Kleine kann uns weiterhelfen", meinte der Sohn des ehemaligen Nationalspielers Thomas Knorr. Dafür gab es sogar ein Extra-Lob vom Bundestrainer. „Mich hat die Leistung von Juri sehr gefreut. Er hat ein sehr starkes Spiel gemacht", sagte Gislason.

Bei einem Sieg würde er mit seinen Teamkollegen nicht nur weiter von einer Medaille träumen können, sondern auch den Vater übertrumpfen. Der wurde 1996 in Atlanta mit der DHB-Auswahl Olympia-Siebter.

Fritz: "Fehler in der Schlussphase minimieren"

"Wir sind bereit für die K.o.-Phase und mental voll auf der Höhe. Es ist ein Spiel, das entscheidet über mögliche Medaillenchancen oder den Weg nach Hause", so Knorr.

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Henning Fritz über die Leistung der deutschen Handball bei den Olympischen Spielen und den nächsten Gegner Ägypten. (Videolänge: 1:07 Minuten)

Wie man bei Olympia eine Medaille gewinnt, weiß Sky Experte Fritz, der 2004 in Athen mit dem DHB-Team Silber holte. "Die Mannschaft muss die Fehlerzahl minimieren, vor allem auch in der Schlussphase", erklärt Fritz.

Bei den knappen Vorrunden-Niederlagen gegen Spanien (27:28) und Frankreich (29:30) hatte die deutsche Mannschaft vor allem dank ihrer überragenden Torleute den Sieg vor Augen, dann aber in der entscheidenden Phase durch unnötige Fehler verloren.

Hanning will die "Kirsche auf der Torte"

Das soll sich gegen Ägypten nicht wiederholen. "Wir sitzen jetzt am Tisch, an dem der Kuchen verteilt wird. Und wir haben Hunger", gibt sich DHB-Vizepräsident Bob Hanning zuversichtlich. "Im Viertelfinale gibt es das Stück Torte, danach wartet noch die Sahne und dann die Kirsche. Ich glaube fest an diese Mannschaft", so Hanning.

"Hier geht was für uns", sagte Torwart-Gigant Bitter der Hamburger Morgenpost. Sein Fokus richtet sich aber zunächst nur auf Ägypten. Ein Team, "wahnsinnig stark einzuschätzen" ist. Vom deutschen 29:27-Erfolg in der Olympia-Generalprobe vor rund drei Wochen werde sich keiner blenden lassen. In der Vorrunde besiegte Ägypten unter anderem Vizeweltmeister Schweden. Und auch bei der WM im Januar hatten die Afrikaner aufhorchen lassen, als sie im Viertelfinale erst nach Siebenmeterwerfen gegen den späteren Champion Dänemark verloren.

Die deutsche Mannschaft ist also gewarnt. Bitter, Wolff und Co. fehlt noch ein Sieg bis zum Halbfinale, doch dafür müssen nicht nur die Torhüter ihr Top-Leistung abrufen.

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