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Titel-Showdown zwischen Kiel und Flensburg - Eulen mit letzter Chance

DKB Handball-Bundesliga, 30. Spieltag

Isabel Barquero Pena

16.05.2019 | 17:16 Uhr

Wer wird König des Nordens?
Image: Wer wird König des Nordens? © Sky

Der Super Handball Sonntag startet bereits um 12 Uhr mit der Partie Melsungen gegen die Rhein-Neckar Löwen. Anschließend folgt DAS Spiel der Saison: Kiel vs. Flensburg. Zudem stehen Magdeburg - Wetzlar und Berlin - Ludwigshafen auf dem Programm. Sky überträgt alle Spiele live und exklusiv!

Am 30. Spieltag kann in der DKB Handball-Bundesliga die Vorentscheidung im Kampf um die Deutsche Meisterschaft fallen. Der THW Kiel muss den Rivalen und Tabellenführer aus Flensburg bezwingen, um noch eine Chance zu haben. Für die SG Flensburg-Handewitt wäre die Titelverteidigung bei einem Sieg im Nordderby so gut wie sicher.

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Das Nordderby am Sonntag ist wohl die letzte Chance für den THW Kiel: Mit einem Sieg gegen Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt will der Rekordmeister noch einmal in den Titelkampf eingreifen.

Entscheidendes Nordderby

Nachdem die Zebras bereits am Donnerstag in Wetzlar zu hart umkämpften Punkten kamen, steht am Sonntag wohl DAS Spiel der Spiele an - das 99. Nordderby zwischen dem THW Kiel und der SG Flensburg-Handewitt.

Nach dem bitteren Ausscheiden im Viertelfinale der VELUX EHF Champions League gegen Telekom Veszprem HC sind die Jungs von Maik Machulla wieder fokussiert auf den Bundesliga-Spielbetrieb und die Mission "Titelverteidigung". Die Truppe hat Spaß und zeigt in diesen Tagen die nötige Lockerheit: "Es bringt ja gar nichts, wenn wir jetzt alles anders machen, nur weil andere denken, es würde so der Bedeutung dieses Spitzenspiels gerecht werden", erläutert der SG-Trainer. "Es gibt nur zwei Punkte - wie in jedem anderem Spiel auch. Egal, was am Sonntag in Kiel passiert: Wir haben weiterhin alles selbst in der Hand. Wir sollten diese Situation auch ein Stück genießen und auf keinen Fall verkrampfen."

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Der THW Kiel ist die einzige Mannschaft in der DKB-Handball-Bundesliga, die der SG Flensburg Handewitt den Titel noch streitig machen kann. Voraussetzung dafür: ein Sieg im Duell gegen den Erzfeind.

Einsatz von Gottfridsson fraglich

Egal wie das Spiel ausgeht, eins ist im Vorfeld schon klar: Die SG bleibt auch nach dem 30. Spieltag weiterhin Tabellenführer. Lediglich der Vorsprung kann wachsen, konstant bleiben oder halbiert werden. Rasmus Lauge ist davon überzeugt, "dass wir in Kiel etwas bewegen können."

Personell sieht es für die Flensburger gut aus. Nach den Untersuchungen bei Magnus Rod steht fest: Er mischt wieder voll mit. Etwas ungewiss ist lediglich die Situation um Jim Gottfridsson. Der Spielmacher fehlte bekanntlich in Veszprem, da er bei seiner hochschwangeren Frau geblieben war.

THW setzt auf weiße Wand

Bei den Kielern sind alle mit an Bord, die Mannschaft um Kapitän Domagoj Duvnjak will eine Arena in Weiß erleben: "Nach dem Kraftakt in Wetzlar brauchen wir unsere 'weiße Wand' in jeder Sekunde. Es geht Sonntag um jede Abwehraktion, um jedes Tor." Sein Mitspieler Hendrik Pekeler stimmt zu: "Die 'weiße Wand' muss uns vor allem in Phasen, in denen es vielleicht nicht so gut läuft, helfen. Wir brauchen eine unglaubliche Stimmung am Sonntag - das Derby ist so etwas wie ein erstes Endspiel!"

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Hart umkämpftes Derby: Lukas Nilsson (in Weiß) gegen drei Flensburger.
Image: Hart umkämpftes Derby: Lukas Nilsson (in Weiß) gegen drei Flensburger. © Imago

Das Hinspiel fiel mit 26:25 knapp zugunsten der Flensburger aus. Am Handball-Sonntag wird erneut eine enge Kiste erwartet. "Flensburg hat eine unglaubliche Qualität", sagt THW-Kreisläufer Pekeler. "Vor allem das Zusammenspiel von Torhüter Benjamin Buric mit der Abwehr ist eine Stärke der SG. Diese wird überragend von Tobias Karlsson organisiert, und aus der Defensive heraus machen sie ordentlich Tempo."

Der THW wird am Sonntag alles auf einen Sieg setzen, denn nur so haben sie noch eine Chance auf die Meisterschaft. "Wir wollen alles geben, um Flensburg zu schlagen und ihnen zwei weitere Minuspunkte zu bescheren", sagt THW-Trainer Alfred Gislason. "Aber wir wissen, dass selbst das nicht reichen würde für die Meisterschaft. Aber wir können mit einem Erfolg den Druck auf Flensburg erhöhen."

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Rang 3 und 5 fest im Fokus

Doch zunächst startet der Sonntag mit einer nicht weniger spannenden Partie: Die MT Melsungen empfängt zu Hause den Drittplatzierten aus Mannheim. Für beide Teams verläuft die aktuelle Saison anders als geplant: Gerne hätten die Rhein-Neckar Löwen bis zum Ende um die Meisterschaft mitgespielt, die Melsunger um die Champions-League-Plätze. Und auch im DHB-Pokal haben die Löwen und die Nordhessen das Ziel "Final Four" verfehlt.

Nun geht es darum, die Spielzeit anständig zu beenden. Während die Mannheimer ihren Platz im EHF-Cup sicher haben, muss die MT noch bangen - und vor allem Punkte holen. Die Löwen sollten trotzdem punkten, denn mit einer Niederlage könnte Platz drei an den SC Magdeburg verloren gehen.

Aber auch die Nordhessen wollen unbedingt Zählbares sammeln, denn auch ihre Platzierung ist alles andere als schon gesichert. Die Konkurrenz um den Europapokal-Platz schläft nicht - so ist der Bergische HC momentan der engste Verfolger, aber auch die Füchse Berlin dürfen sich weiterhin Hoffnung auf Rang fünf machen.

Kein Ausrutscher im Endspurt

Nach dem Spitzenspiel geht es direkt weiter in Magdeburg: Der derzeitige Tabellenvierte darf sich gegen die HSG Wetzlar keinen Ausrutscher erlauben, zwei Punkte sind Pflicht - sonst ist die Chance auf Platz drei futsch. "Der ist unser Ziel am Saisonende", verspricht SCM-Trainer Bennet Wiegert.

Die Wetzlarer gehen trotz ihrer Niederlage gegen den THW Kiel mit breiter Brust ins Spiel, die Leistung des Tabellenzwölften war über weite Strecken sehr gut. Vor allem HSG-Torhüter Tibor Ivanisevic machte es den Kieler Schützen schwer. "Ich bin sehr stolz auf mein Team. Wir haben gegen Kiel gezeigt, dass wir mit jedem Team in der Bundesliga mithalten können", sagt der Keeper und hofft: "Wir haben riesen Potential. Im nächsten Spiel wollen wir dieses Potential in zwei Punkte umsetzen."

HSG-Trainer Kai Wandschneider fordert: "Jeder von uns muss über sich hinauswachsen und mit Spaß und Leidenschaft an die Aufgabe herangehen. Es ist eine Herausforderung, in der wir bereit sein müssen, wenn sich eine Chance bieten sollte."

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Europakampf gegen Abstiegsangst

Für die Füchse Berlin ist die Vorgabe am Sonntagabend klar: Gegen die Eulen Ludwigshafen muss ein Sieg her - alles andere wäre inakzeptabel. Beide Mannschaften haben im Saisonendspurt klare Ziele vor Augen: Die Hauptstädter wollen Platz fünf erreichen, nur so kann das Team von Velimir Petkovic in der nächsten Saison international spielen. Die Eulen hingegen stehen als Tabellenletzter mit einem Bein in Liga zwei, nur wenn alle restlichen Spiele gewonnen werden, ist der Klassenerhalt rechnerisch noch möglich.

Die Ausgangssituation ist für die Eulen klar: Als Underdog haben die Eulen gegen die Füchse den Plan, "in möglichst vielen Sequenzen möglichst vieles richtig zu machen und an die guten Phasen von Leipzig und Melsungen anknüpfen", erklärt Eulen-Coach Ben Matschke.

In der Max-Schmelling-Halle wird es also zu einem umkämpften Spiel kommen. "Auch wenn die Füchse in den letzten Wochen aufgrund von Verletzungen und der Doppelbelastung nicht die optimalen Ergebnisse in der Bundesliga erzielen konnten, gehören sie dennoch zweifelsohne zu den besten Teams der Liga", erklärt Matschke. Die Personalsorgen, welche die Eulen über lange Phasen der Saison plagten, scheinen beendet: Der Trainer kann bis auf Alex Feld aus dem Vollen schöpfen.

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Handball wann und wo?

MT Melsungen - Rhein-Neckar Löwen ab 12 Uhr live auf Sky Sport 2 HD

THW Kiel - SG Flensburg-Handewitt ab 14:15 Uhr live auf Sky Sport 2 HD

SC Magdeburg - HSG Wetzlar ab 16:15 Uhr live auf Sky Sport 2 HD

Füchse Berlin - Die Eulen Ludwigshafen ab 18:15 Uhr live auf Sky Sport 2 HD

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