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Der Sky Experten-Check vor dem Turnier in Montreal

Paul Häuser und Marcel Meinert beantworten die wichtigsten Fragen

Paul Häuser und Marcel Meinert

09.08.2019 | 08:30 Uhr

Was geht für Alexander Zverev beim Masters in Montreal?
Image: Was geht für Alexander Zverev beim Masters in Montreal? © Getty

Nick Kyrgios hat in Washington für das ganz große Spektakel gesorgt. Nun wartet das nächste Masters-Turnier in Montreal. Wir liefern Euch zum Turnierstart den Expertencheck mit unseren Kommentatoren Marcel Meinert und Paul Häuser.

Favoriten im Check:

Marcel Meinert: "Kein Spieler hat in diesem Jahr bisher mehr als ein Masters-Turnier gewinnen können. Das würde gegen Rafael Nadal und zum Beispiel für Alexander Zverev oder Stefanos Tsitsipas sprechen. Dennoch: Nadal ist in Abwesenheit von Novak Djokovic und Roger Federer der klare Favorit. Doch bei seinem letzten Hartplatz-Auftritt in Indian Wells zickte mal wieder das Knie. Der eigene Körper ist für den Spanier mal wieder der größte Gegner."

Paul Häuser: "Der Topfavorit ist Nadal. Aber so wie Tsitsipas, Medvedev und Kyrgios in Washington performt haben, sind sie auch heiße Kandidaten für ihren ersten Masters-Titel. Bei Kyrgios steht aber wieder einmal ein großes Fragezeichen hinter seinem körperlichen Zustand."

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Nick Kyrgios hat das ATP-Turnier in Washington gewonnen.

Alexander Zverev - Status quo:

Meinert: "Das Hamburger Heimspiel dürfte, trotz der bitteren Niederlage im Halbfinale, neue Energie bei Alexander Zverev geweckt haben. Die Trennung von Lendl sollte zunächst aber keine so großen Auswirkungen haben. Zverev ist rechtzeitig angereist, ist körperlich topfit - und wenn jetzt das 'Montreal-Feeling' von vor zwei Jahren zurückkehrt, ist wirklich alles möglich."

Häuser: "Vor zwei Jahren feierte Zverev in Montreal seinen zweiten Masters-Titel mit einem Finalsieg gegen Roger Federer. Nun glaube ich an die große Leistungsexplosion in einem mehr als schwierigen Jahr für die deutsche Nummer eins. Ohne Apey, ohne Lendl, aber mit neuer positiver Energie aus seiner Heimatstadt Hamburg."

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Ivan Lendl ist nicht mehr Trainer von Alexander Zverev. Der frühere Weltklassespieler ist von seinen Aufgaben zurückgetreten.

Chancen der anderen Deutschen:

Meinert: "Jan-Lennard Struff ist aktuell zu Recht die deutsche Nummer zwei. Gereift von 'Struffi' zu 'Herrn Struff' spielt er extrem abgeklärt und mit der nötigen Ruhe. Die Auslosung in Montreal (Tsonga zum Auftakt, danach könnte Hamburg-Champion Basilashivili warten) ist aber extrem knackig. Sollte er zum dritten Mal in diesem Jahr ein Masters-Achtelfinale erreichen, könnte wie in Indian Wells ein deutsches Duell mit Alexander Zverev warten."

Häuser: "Peter Gojowczyk hat mit seinem Halbfinaleinzug in Washington wieder einmal gezeigt, was in ihm steckt und ist somit auch noch ins Hauptfeld von Montreal gerutscht. 'Gojo' kann mit seinem schnellen, flachen Spiel auch in Kanada für Überraschungen sorgen. Gegen Borna Coric zum Auftakt wartet eine ganz knackige Aufgabe, aber Gojowczyk kommt mit frischen Selbstvertrauen und vier starken Siegen gegen Rublev, de Minaur, Raonic und Edmund im Gepäck aus Washington."

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Der Überraschungslauf von Peter Gojowczyk ist beendet. Im Halbfinale von Washington schied der Deutsche gegen Daniil Medvedev aus.

Dark Horses - Players to watch:

Meinert: "In Kanada nennt man natürlich immer zuerst die Lokalmatadoren, doch die haben eine beinharte Auslosung erwischt. Nick Kyrgios muss man nach dem Triumph in Washington erstmal wieder von Wolke sieben herunterholen, in Runde zwei könnte schon eine Neuauflage des Finals vom Sonntag gegen Daniil Medvedev warten. Und wann kommt eigentlich John Isner nach seiner Fußverletzung wieder so richtig ins Rollen?"

Häuser: "Lucas Pouille dreht wieder auf, da habe ich ein gutes Gefühl. Ein Sieg zum Auftakt gegen Lokalmatador Milos Raonic sollte das Selbstvertrauen weiter aufpolieren. Der große kanadische Hoffnungsträger ist der erst 18-jährige Felix Auger-Aliassime. 'FAA' bringt alles mit und wird in der Zukunft in diesem Sport um die ganz großen Titel gehörig mitmischen, sofern sein Körper mitspielt."

Typisch Montreal:

Meinert: "Flotte Bedingungen, ein enthusiastisches Publikum - und das bei einem der traditionsreichsten Turniere der Welt. Die große Frage ist häufig: Wer kommt frischer aus der kurzen Pause nach Wimbledon und schafft die Umstellung auf Hartplatz - die aber eigentlich nicht so dramatisch sein sollte - am besten?"

Häuser: "Vor zwei Jahren Denis Shapovalov und Alexander Zverev, letztes Jahr Stefanos Tsitsipas in Toronto. Die Canadian Open sind das ideale Pflaster für die Young Guns um so richtig durchzustarten. Denis Shapovalov und Felix Auger-Aliassime haben gemeinsam mit Bianca Andreescu in Kanada einen richtigen Tennis-Hype ausgelöst."

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