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Tennis News: Djokovic wieder in Abschiebe-Hotel festgesetzt - Anhörung am Sonntag

Djokovic wieder in Abschiebe-Hotel - Zverev ergreift Partei für Topstar

16.01.2022 | 10:37 Uhr

Djokovic befindet sich im Rennen gegen die Zeit - die Australian Open sollen am Montag beginnen.
Image: Djokovic befindet sich im Rennen gegen die Zeit - die Australian Open sollen am Montag beginnen.  © Imago

Am Tag vor der entscheidenden Anhörung befindet sich Novak Djokovic erneut in Gewahrsam. Der umstrittene Fall des Weltranglistenersten spaltet vermehrt auch seine Kollegen.

Novak Djokovic schaute nicht nach links und nicht nach rechts. Ein paar Fotografen kamen allerdings auch so zu ihrem perfekten Motiv, als sie durch die verdunkelten Scheiben der hellen Limousine knipsten, mit der Djokovic am Samstag wieder ins Abschiebe-Hotel in Melbourne gebracht wurde. An dem tristen Ort, aus dem seine Anwälte ihn am Montag mit einem juristischen Teilerfolg befreit hatten, verbringt der Impfskeptiker nun die Stunden bis zum "Endspiel" um sein Visum - und seinen Start bei den Australian Open.

Finaler Akt für Djokovic vor Gericht

Am Sonntag um 9:30 Uhr Ortszeit (Samstag 23:30 Uhr MEZ) beginnt der mutmaßlich finale Akt vor Gericht. Die Uhr tickt unerbittlich. Am Montag steht das Erstrundenmatch des neunmaligen Melbourne-Siegers Djokovic gegen seinen serbischen Landsmann Miomir Kecmanovic auf dem Programm. Ein Szenario, das nah und doch so fern erscheint.

Am Samstag wurde nach der erneuten Annullierung von Djokovics Visum durch das Einwanderungsministerium vom Vortag die Gerichtsverhandlung über den anschließenden Einspruch der Anwälte des 34-Jährigen vor dem Bundesgericht für Sonntag angesetzt. Zugleich wurde auch die vorläufige Festsetzung des mehr denn je polarisierenden Tennis-Superstars beschlossen.

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Djokovics Anwälte zweifelten in der Anhörung am Samstag erwartungsgemäß die Rechtmäßigkeit der Regierungsentscheidung durch den zuständigen Minister Alex Hawke an. In einem grundsätzlich durch die australische Verfassung erlaubten persönlichen Beschluss hatte Hawke die Aufenthaltserlaubnis für den nach eigenen Angaben Mitte Dezember positiv auf das Coronavirus getesteten Djokovic wieder eingezogen und den ungeimpften Weltstar als Gefahr für die öffentliche Gesundheit und sogar für die öffentliche Ordnung dargestellt.

Djokovic als Symbol für Impfgegner?

Djokovic sei "eine Person mit Einfluss und Status", hieß es in Hawkes von der Zeitung The Age veröffentlichten Begründung: "Mit Blick auf sein Verhalten nach dem Erhalt eines positiven Coronatests, seine öffentlich geäußerten Ansichten und seinen Status als Ungeimpfter glaube ich, dass seine Anwesenheit in Australien andere Menschen dazu veranlassen kann, die Richtlinien zur öffentlichen Gesundheit zu missachten."

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Auch könne Djokovics Anwesenheit eine "Anti-Impf-Stimmung in der Bevölkerung stärken" und damit "möglicherweise eine Zunahme ziviler Unruhen bewirken, die bereits zuvor mit Kundgebungen und Protesten erlebt wurden". Es gehe um "den Erhalt von Leben und Gesundheit von vielen Mitgliedern der Gesellschaft".

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Auch Nadal äußert sich

Nadal respektiert nach eigenen Angaben seinen Dauerrivalen "als Person, natürlich, und ohne Zweifel als Sportler", der Spanier ist jedoch "mit vielen Dingen, die Novak in den letzten Wochen getan hat, nicht einverstanden".

Zverev ergreift Partei für Djokovic

Olympiasieger Alexander Zverev, der sich auf der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Titels befindet und vom juristischen Scheitern Djokovics zweifellos profitieren würde, zeigte hingegen Verständnis für den Serben und kritisierte stattdessen die australischen Behörden.

"Ich denke, es ist nicht sehr fair, wenn jemand hierher kommt und nicht spielen kann", sagte der Hamburger: "Die australische Regierung und die des Bundesstaates hätten sich im Voraus darüber im Klaren sein müssen, was passieren würde."

SID

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