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Wimbledon-Champ Federer im Exklusiv-Interview

Roger Federer exklusiv: "Hatte Knöpfe im Bauch"

Sky Sport

18.07.2017 | 14:36 Uhr

Roger Federer verrät im Interview, dass er froh ist, Cilic nicht weinen gesehen zu haben.

Nach seinem historischen achten Wimbledon-Triumph spricht Roger Federer mit Sky Sport über seine Gefühlslage, seine Zukunftspläne - und den Schlüssel zum Sieg im Finale gegen Marin Cilic.

Rekord-Champion in Wimbledon, ältester Sieger auf dem heiligen Rasen, 19 Gran-Slam-Siege: Für Roger Federer ist mit dem Sieg über Cilic im Finale ein weiterer Traum in Erfüllung gegangen. Der Schweizer war jedoch vor und während des Matches alles andere als siegessicher, wie er im Interview mit Sky Sport verrät.

Federer: "Zack, den hau ich weg"

"Ich habe das Finale von Venus gesehen, bei ihr ist es nicht so gut gelaufen. Da habe ich mir gedacht, ich bin auch schon ein älterer Spieler. Ich weiß nicht, ob das immer gut ist, so erfahren zu sein. Ich wusste, ich muss im Kopf jung bleiben und aggressiv rangehen. Ich darf nicht reinkommen und schauen, ich muss wie ein junger Wilder ins Finale kommen und sagen: 'Zack, den hau ich weg!'", so der 35-Jährige. Er habe vor extremer Anspannung regelrecht "Knöpfe im Bauch" gespürt. Das sagt man wohl so in der Schweiz.

8. Wimbledon-Sieg: Federer rast zu neuen Bestmarken

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Der Schweizer besiegt den Kroaten Marin Cilic in drei Sätzen und bleibt damit das komplette Rasenturnier ohne Satzverlust.

"Hätte ich ihn weinen sehen..."

Ein Knackpunkt im Finale war das Drama um Gegner Cilic, der im zweiten Satz in Tränen ausbrach und sich mehrfach am linken Fuß behandeln lassen musste. Federer ist froh, davon nicht viel mitbekommen zu haben. Sonst wäre es vielleicht anders gelaufen, so der souveräne Sieger.

"Ich habe nicht gewusst, dass Marin geweint hat und wusste auch nicht, was sein Problem war. Ich habe es jetzt erst mitbekommen. Ich glaube, das hat mir sehr geholfen. Hätte ich ihn weinen sehen, wäre es schwieriger geworden. Dann hätte ich auch wahrscheinlich angenommen, dass er aufhört."

Cilic-Drama: Tränen und Schmerzen bei Federers Gegner

Dass sich Cilic für die Pausen trotz starker Schmerzen entschuldigte, rechnet Federer seinem Gegner hoch an. "Das ist normal für ihn. Er ist ein super Typ, absolut ehrlich und nett. Wir respektieren uns enorm. Er hätte das nicht für mich tun müssen und sich entschuldigen. Das ist völlig okay und ich weiß, dass er die Situation nicht ausgenutzt hat", so der Schweizer: "Aber es bedeutet mir trotzdem sehr viel."

Unglaubliches Feeling beim Lieblingsturnier

Trotz aller Bescheidenheit ist der Tennis-Superstar zurecht stolz auf seinen Wahnsinns-Erfolg. Der achte Sieg bei seinem Lieblingsturnier hat speziellen Wert für Federer: "Viele reden jetzt über die Rekorde. Das ist natürlich total speziell, auch in meinem Alter. 14 Jahre sind seit meinem ersten Sieg hier vergangen. Unglaublich, wie sich meine
Karriere hier immer wieder spiegelt in Wimbledon."

"Das ist das Turnier, was mir am meisten bedeutet. Edberg, Becker, Sampres: Alle meine Idole haben hier gewonnen und jetzt darf ich dasselbe auch tun. Das ist ein unglaubliches Feeling", so Federer.

Kann seinen Turniersieg kaum fassen: Superstar Roger Federer.
Image: Der Moment, in dem Federer realisiert: Er hat den achten Wimbledon-Titel sicher. © Getty

Federer verspricht: "Ich höre nicht auf!"

Ans Aufhören denkt der Champion trotz seines Rekords für die Ewigkeit nicht. Er will den Titel im nächsten Jahr definitiv verteidigen.

"Ich glaube nicht, dass ich jemals aufwachen und denken werde, so ich höre auf. Natürlich weiß man nie, was passiert, wenn eine Verletzung kommt. Da überlegt man schon, tue ich mir eine Reha noch mal an. Aber ich habe absolut keine Pläne und spiele ganz normal weiter", verrät der "Fed-Express". Fans dürfen sich also auf viele weitere Gala-Vorstellungen des Schweizers freuen.

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