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Tennis US Open News: Alexander Zverev spricht über seine Zukunft

Zverev trotzt der Enttäuschung: "Werde irgendwann Champion sein"

Sport-Informations-Dienst (SID)

17.09.2020 | 21:44 Uhr

6:27
Sky Sport News analysiert die Finalniederlage von Alexander Zverev mit Davis-Cup-Teamchef Michael Kohlmann (Videolänge: 06:27 Min.).

Zwei Punkte fehlten Alexander Zverev zu seinem ersten Grand-Slam-Titel, umso schmerzvoller war die Niederlage im Finale der US Open. Trotz allem blickt der 23-Jährige hoffnungsvoll nach vorne.

Auch nachdem die ersten bitteren Tränen getrocknet waren, fiel es Alexander Zverev schwer, über die schmerzvollste Niederlage seiner Karriere zu sprechen. Das Final-Drama bei den US Open war niederschmetternd, das war an seinen leeren Augen und den hängenden Schultern deutlich abzulesen - und doch schöpfte Zverev Mut, schon bevor er in den Flieger nach Hause stieg. "Ich bin 23 Jahre alt. Ich glaube nicht, dass das meine letzte Chance war", sagte er: "Ich glaube daran, dass ich irgendwann ein Grand-Slam-Champion sein werde."

Nowitzki und Becker muntern Zverev auf

Zwei Punkte hatten dem Hamburger in New York zu seinem ersten Major-Titel gefehlt. Stattdessen reckte sein Freund Dominic Thiem die Siegertrophäe im fast menschenleeren Arthur-Ashe-Stadium nach dem über vierstündigen Tenniskrimi in die Höhe. Entsprechend tief saß der Frust.

"Ich habe mein Handy noch nicht angemacht", erzählte Zverev über zwei Stunden nach dem 6:2, 6:4, 4:6, 3:6, 6:7 (6:8) gegen den Österreicher: "Ich habe einfach keine Lust, die ganzen 'Tut-mir-Leid'-Nachrichten zu sehen." Aufmunterungen gab es freilich zuhauf - sogar von den Allergrößten des deutschen Sports.

"Kopf hoch, mein Junge! Starkes Turnier! You will be back", twitterte Basketball-Legende Dirk Nowitzki, und auch der deutsche Tennis-Held Boris Becker lobte seinen designierten Nachfolger in höchsten Tönen. "Deutschland ist stolz auf dich", sagte der Eurosport-Experte: "Sascha wird wiederkommen, ihm gehört die Zukunft."

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Zverev erst den Tränen nah, dann kämpferisch

Zuvor hatte der dreimalige Wimbledonsieger sogar "ein Tränchen unterdrücken" müssen, als Zverev bei der Pokalübergabe mit emotionalen Worten seinen Eltern dankte, die sich mit dem Coronavirus infiziert hatten und die Reise nach New York nicht wie üblich mitmachen konnten. "Ich vermisse sie. Das ist hart", sagte er, ehe ihm die Tränen in die Augen schossen und die Stimme wegbrach.

"Ich bin sicher", fügte Zverev an, nachdem er sich wieder gefangen hatte, "dass meine Eltern daheim stolz auf mich sind, auch wenn ich verloren habe. Ich wünsche mir, dass ich eines Tages die Trophäe heimbringen werde."

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Dass Zverev dies bald gelingen wird, daran hat Becker keinen Zweifel - trotz der "großen Drei" Roger Federer, Rafael Nadal und Novak Djokovic. Die Wachablösung sei "vollzogen worden", meinte Becker: "Die junge Generation hat aufgeschlossen. Dominic Thiem hat es verdient, und Sascha Zverev wird die Chance wieder bekommen."

Zverev selbstkritisch: "Hatte genügend Chancen"

Lange hatte es in New York danach ausgesehen, dass sich Zverev zum ersten deutschen Grand-Slam-Champion im Herren-Einzel seit Beckers Triumph bei den Australian Open 1996 krönt. Nach den gewonnenen beiden Sätzen zum Auftakt führte er im dritten Durchgang schon mit Break. Im fünften Satz schlug Zverev beim Stand von 5:3 zum Matchgewinn auf, und im finalen Tiebreak fehlten nur zwei Punkte zum Sieg.

"Ich hatte genügend Chancen", sagte Zverev selbstkritisch und unterstrich den Reifeprozess, den er vollzogen hat. Gleichzeitig erwies er sich als fairer Verlierer. Direkt nach dem Matchball hatte er allen Corona-Auflagen zum Trotz seinen guten Kumpel Thiem herzlich in den Arm genommen. "Er hat sich diesen Grand-Slam-Titel wahrscheinlich mehr verdient als ich", sagte Zverev.

Drei Niederlagen in Major-Finals hatte Thiem einstecken müssen, ehe er das Ziel seiner Träume erreichte - und als zweiter Österreicher nach Thomas Muster bei einem der vier großen Turniere triumphierte. Welche Lehren Zverev aus seinem ersten verlorenen Grand-Slam-Endspiel ziehen kann, wusste der Hamburger derweil noch nicht. "Die Frage kommt zwei, drei Tage zu früh", sagte er.

Lange grübeln darf er nicht - schon in zwei Wochen will Zverev bei den French Open den nächsten Angriff starten.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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