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Wimbledon: Alle Neuerungen & Änderungen 2022 an der Church Road

Wimbledon 2022: Das ist neu, das ist anders an der Church Road

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Am Montag beginnt Wimbledon (live auf Sky Sport) und Sky Reporter Moritz Lang erklärt, welche Unterschiede es zum vergangenen Jahr gibt und wer zu seinen Favoriten zählt.

Das wichtigste Tennis-Turnier im Kalenderjahr findet vom 27. Juni bis zum 10. Juli LIVE & EXKLUSIV bei Sky an der Londoner Church Road statt, wenn in Wimbledon die Tennis-Elite aufschlägt. In diesem Jahr gibt es allerdings einige Neuerungen beziehungsweise Änderungen rund um den heiligen Rasen.

Bei der 135. Wimbledon-Auflage brechen die Verantwortlichen mit einer Tradition. Zum ersten Mal in der Geschichte des Turniers wird es keinen Ruhetag geben. Der sogenannte "middle Sunday" zum Abschluss der ersten Turnierwoche ist nicht mehr als Tag zur Erholung vorgesehen.

Wetterbedingt war diese in der Historie viermal (1991, 1997, 2004 & 2016) bereits gestrichen worden, um den Spielplan einhalten zu können. Ab diesem Jahr wird der Tag genutzt, um eben jenen Spielplan von Beginn an zu entzerren und die Matches besser zu verteilen.

Entsprechend kann die vierte Runde der Einzelkonkurrenz auf diesen Sonntag sowie den Montag, den ersten Tag der zweiten Turnierwoche, aufgeteilt werden. Bislang war Wimbledon das einzige Grand-Slam-Turnier, das einen solchen Ruhetag in der Turnierplanung innehatte.

Keine Spieler aus Russland & Belarus

Wegen des Kriegs in der Ukraine haben die Wimbledon-Verantwortlichen beschlossen, dass keine Spieler aus Russland und Belarus an der Church Road aufschlagen dürfen. Damit fehlen in London unter anderem der Weltranglistenerste Daniel Medvedev, Top-Ten-Spieler Andrey Rublev, Tokio-Silbermedaillengewinnen Karen Khachanov, Top-Ten-Spielerin Aryna Sabalenka sowie die zweimalige Australian-Open-Siegerin Viktoria Azarenka.

"Die anhaltende Invasion Russlands und die katastrophalen Folgen für Millionen von Menschen in der Ukraine wurden weltweit von über 140 Nationen verurteilt. Die Regierung, die Industrie, der Sport und die kreativen Institutionen tragen alle ihren Teil zu den Bemühungen bei, den globalen Einfluss Russlands zu begrenzen, einschließlich der Vorteile, die sich aus dem Handel, den kulturellen oder sportlichen Kräftemessen ergeben", erklärte Wimbledon-Chef Ian Hewitt.

"Selbst wenn wir Anmeldungen von russischen und belarussischen Spielern mit schriftlichen Erklärungen akzeptieren würden, riskieren wir, dass ihr Erfolg oder ihre Teilnahme in Wimbledon für die Propagandamaschine des russischen Regimes genutzt wird - was wir nicht akzeptieren können", so Hewitt weiter.

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Keine Weltranglistenpunkte

Da Wimbledon als einziges Grand-Slam-Turnier von einer Privatorganisation veranstaltet wird, hatten ATP und WTA keinen Einfluss auf die Entscheidung der Wimbledon-Verantwortlichen. Denn die beiden Spielvereinigungen hatten eine einheitliche Linie gefahren und Athleten aus Russland und Belarus unter neutraler Flagge weiterspielen lassen.

Auf den Ausschluss jener Spieler reagierten ATP und WTA mit der Entscheidung, keine Weltranglistenpunkte auf dem heiligen Rasen zu vergeben. Damit geht es in Wimbledon "lediglich" um Prestige, Pokal und Preisgeld. Eine Benachteiligung der Spieler aus Russland und Belarus, die in der Weltrangliste somit keine Punkte einbüßen, gibt es auf dieser Seite zumindest nicht.

"Die Möglichkeit für Spieler jeder Nationalität, an Turnieren, auf der Grundlage ihrer Leistung und ohne Diskriminierung teilzunehmen, ist für unsere Tour von grundlegender Bedeutung. Die Entscheidung Wimbledons, russischen und belarussischen Spielern in diesem Sommer die Teilnahme zu verbieten, untergräbt dieses Prinzip und die Integrität des ATP-Ranglistensystems", hieß es in einem Statement der ATP. Ein Präzedenzfall soll damit verhindert werden.

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Kein Novum für Zverev

Der Weltranglistenzweite Alexander Zverev wäre durch den Ausschluss von Medvedev in Wimbledon zum ersten Mal in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier an Position eins gesetzt. Doch der Hamburger fehlt beim wichtigsten Turnier des Jahres nach seinem dreifachen Bänderriss aus dem French-Open-Halbfinale gegen Rafael Nadal verletzt.

Erstmals seit der Einführung der Weltrangliste fehlen damit in Wimbledon die Nummer eins und die Nummer zwei. Titelverteidiger Novak Djokovic wird daher als Nummer eins der Setzliste ins Turnier gehen, Nadal folgt an Position zwei. Bei den Herren ist Oscar Otte der einzige gesetzte deutsche Spieler im Turnier-Tableau (Position 32), bei den Damen ist es nur Angelique Kerber (Position 15).

Neben Zverev sowie den russischen und belarussischen Athleten sind auch übrigens viele weitere bekannte Namen aus diversen Gründen nicht in London am Start. Unter anderem werden bei den Herren auch Rekordchampion Roger Federer sowie der ehemalige Australian-Open-Sieger Dominic Thiem fehlen, bei den Damen sind es die viermalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka, die ehemalige Australian-Open-Siegerin Sofia Kenin sowie die ehemalige Wimbledon-Finalistin Eugenie Bouchard.

Kerber in Wimbledon als einzige Deutsche gesetzt

Rekordpreisgeld wird ausgeschüttet

Auch wenn es keine Weltranglistenpunkte an der Church Road zu holen gibt, können die Spieler finanziell so einiges einspielen. Der All England Club schüttet in diesem Jahr insgesamt ein neues Rekordpreisgeld in Höhe von knapp 47 Millionen Euro aus. Die Sieger der Einzelkonkurrenz allein bekommen je 2,3 Millionen Euro.

Sollte es in einem Match in einem fünften Satz zu einem Spielstand von 6:6 kommen, gilt ab diesem Jahr, wie auch bei allen anderen Grand-Slam-Turnieren, nun eine neue Regelung. Diese besagt, dass das Duell dann in einem Tiebreak bis zehn entschieden wird. Bis 2018 wurde in Wimbledon so lange gespielt, bis ein Spieler zwei Spiele Vorsprung hatte. Zuletzt wurde im fünften Satz an der Church Road bei 12:12 im fünften Satz ein Tiebreak bis sieben gespielt. So wie beim Finale 2019 zwischen Djokovic und Federer.

Auf den Zuschauertribünen sollen dann auch wieder alle Plätze belegt sein. Denn zum ersten Mal seit 2019 gibt es in London keine Corona-Einschränken mehr für die Fans. Rund 15.000 Zuschauer können dann auch wieder auf dem Centre Court Platz finden. Zudem gibt es wieder Karten an der Tageskasse zu ergattern.

Wimbledon Championships 2022

  • Datum: 27. Juni - 10. Juli
  • Ort: London, Vereinigtes Königreich
  • Center Court: 15.000 Zuschauer
  • Kategorie: Grand Slam (2022 ohne Ranglistenwertung)
  • Preisgeld: Insgesamt ca. 46 Mio. Euro
  • Übertragung TV und Livestream: Sky, skysport.de & Sky Sport App

100-jähriges Jubiläum

Der Centre Court in Wimbledon feiert 2022 sein 100-jähriges Jubiläum. Und das wird an der Church Road groß gefeiert. So ist unter anderem am ersten Sonntag des Turniers eine Feierlichkeit zwischen dem zweiten und dritten Spiel auf dem Court geplant. Zudem verteilen die Veranstalter für diesen besonderen Tag viele Eintrittskarten an Schulen und Wohltätigkeitsorganisationen.

"Nach zwei von einer Pandemie geprägten Jahren freuen wir uns, ein besonderes Wimbledon zu planen, da wir das hundertjährige Jubiläum unseres Umzugs von der Worple Road an unseren heutigen Standort in der Church Road sowie die Eröffnung des Centre Court hier feiern. Dieses Stadion war nicht nur Zeuge epischer Spiele, sondern auch vieler Veränderungen in der Welt um uns herum und in der Gesellschaft", machte Wimbledon-Boss Hewitt deutlich.

Darüber hinaus feiert der All England Club das Jubiläum mit speziellen Münzen, Handtüchern und weiteren Sammlerstücken. Zudem wird es während der zwei Turnierwochen auch noch eine Ausstellung mit dem Namen "100 Years of Change" im Museum des Tennisklubs geben. Der Eintritt zum Museum ist für Inhaber von Eintrittskarten während des Turniers frei.

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Umbau des Centre Court

Passend zur Jubiläumsfeier haben die Wimbledon-Verantwortlichen einige Neuerungen am Centre Court vorgenommen. Direkt unter der Royal Box, in die man nur via Einladung kommt und für britische und ausländische Königsfamilien sowie Regierungschef und Prominente gedacht ist, gibt es einen neuen Spielertunnel. Bislang kamen die Spieler immer durch einen unauffälligen Seiteneingang auf den Platz.

Zudem wurde die alte Regenschutzstruktur entfernt und bislang ungenutzte Kamerapositionen umfunktioniert. Dadurch wurde zudem neuer Platz für insgesamt 47 neue Premium-Sitzplätze geschaffen. Insgesamt ist auch die Fläche für die Spieler auf dem Court durch die moderne aufblasbare Wetterschutzhülle größer geworden. Dadurch könnten die Spieler zumindest in der Theorie noch weiter hinter der Grundlinie agieren.

Auch neugestaltet wurde der Schiedsrichterstuhl, unter anderem mit einem besonderen Logo zum hundertjährigen Bestehen des Centre Court. Zudem tragen alle Schiedsrichter und Linienrichter die neuen Uniformen des offiziellen Wimbledon-Ausstatters. Insgesamt soll es sich bei allen Änderungen allerdings nur um subtile handeln, ein Rebranding rund um den Centre Court ist nicht geplant.

In der Damen-Konkurrenz wird das Turnier auf dem Centre Court nicht wie traditionell üblich von der Titelverteidigerin in Runde eins eröffnet, da Ashleigh Barty im März ihren Rücktritt erklärt hatte. Iga Swiatek, die Nummer eins der Welt bei den Damen, wird diesen Part übernehmen. Bei den Herren eröffnet Djokovic als aktueller Titelträger die Einzelkonkurrenz.

Djokovic und Nadal durften sich am Donnerstag auf dem Centre Court mit Marin Cilic und Matteo Berrettini einschlagen. Damit wurde in Wimbledon mit einer Tradition gebrochen, denn normalerweise dürfen die Spieler nicht vorab auf dem Centre Court trainieren.

Mehr zum Autor Peer Kuni

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