Der Traum vom Finale lebt bei den Augsburger Panther: Gegen Serienmeister Red Bull München gewann Augsburg das dritte Playoff-Spiel.
Der Titelverteidiger München verlor im dritten Play-off-Halbfinale gegen den Außenseiter Augsburger Panther in einem weiteren Marathonmatch 1:2 (0:1, 1:0, 0:0, 0:0, 0:0, 0:1) in der dritten Verlängerung. Braden Lamb erzielte in der 104. Minute im sechstlängsten DEL-Spiel das entscheidende Tor.
"So lange wollten wir eigentlich nicht spielen. Aber wenn es so lange dauert zu gewinnen, dann machen wir es natürlich", sagte der Matchwinner bei Magenta Sport.
München vor Spiel vier unter Druck
Damit liegt der Favorit vor dem vierten Duell am Mittwoch (19.30 Uhr) in Augsburg in der Best-of-seven-Serie mit 1:2 zurück. Ihren bislang einzigen Sieg hatten die Münchner am vergangenen Mittwoch erst in der 102. Minute gesichert.
Erneut musste das Spiel in München wegen eines Loches im Eis unterbrochen werden. Schon nach 73 Sekunden gab es eine Zwangspause: Weil an der Bande hinter dem Tor ein Stück Eis herausgebrochen war, gingen die Eismeister unter anderem mit einem Feuerlöscher zu Werke. Anders als am vergangenen Mittwoch, als die Drittelpause vorgezogen werden musste, ging es nach wenigen Minuten weiter.
Augsburg geht überraschend in Führung
München dominierte danach das Spiel, doch die Augsburger konterten genauso effektiv wie beim 4:3-Sieg am Freitag. Die erste Torchance der Panther nutzte Jamie Arniel zur überraschenden Führung (10.). Auch im Mitteldrittel waren die Gastgeber die spielbestimmende Mannschaft, doch zunächst sprang nur ein Lattenschuss von Derek Joslin heraus (31.).
Erst in der 33. Minute gelang John Mitchell in Überzahl der verdiente Ausgleich. Im dritten Abschnitt entwickelte Augsburg wieder mehr Offensivkraft. Doch großes Risiko gingen beide Teams nicht. Nach 60 Spielminuten standen 47 Torschüsse für die Münchner, aber nur ein Treffer zu Buche.
"Es macht natürlich Spaß, wenn du immer spielst", sagte Nationalspieler Maxi Kastner bei Magenta Sport, "aber wenn du einen Fehler machst, ist es Kacke, und der Tag ist gelaufen." In der zweiten Verlängerung hatten die Augsburger Pech mit einem Lattentreffer von Daniel Schmölz (95.).
Mannheim kurz vor Finaleinzug
Die Adler Mannheim stehen dicht vor dem Einzug ins Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL). Das beste Team der Hauptrunde gewann auch Spiel drei gegen die Kölner Haie und führt nach einem 4:0 (0:0, 1:0, 3:0) in der Best-of-seven-Halbfinalserie mit 3:0. Am Dienstag (19.30 Uhr/MagentaSport) können die Adler in Köln alles klar machen.
Mark Katic (29.), Matthias Plachta (42.), Andrew Desjardins (51.) und Luke Adam (54.) sorgten für den Sieg der Adler, die zuletzt 2015 in der Finalserie standen und damals zum siebten Mal Meister wurden. Die Mannheimer haben bislang alle Heimspiele in den laufenden Play-offs gewonnen.
Die Kölner hielten lange gut dagegen, gerieten aber im Mitteldrittel in Rückstand. "Das Tor ist das einzige, was uns fehlt. Ansonsten können wir uns nicht viel vorwerfen", sagte Verteidiger Dominik Tiffels vor den letzten 20 Minuten bei Sport1. Doch auch im Schlussabschnitt gelang den Gästen trotz großer Bemühungen kein Treffer, die Adler bestraften die schlechte Chancenauswertung.
Spätestens als Adam nach einem schweren Patzer von Nationalspieler Moritz Müller zum 4:0 traf, war das Spiel entschieden.
Die längsten DEL-Spiele der Geschichte
1. Kölner Haie - Adler Mannheim (22. März 2008/5:4 in der sechsten Verlängerung), Spieldauer: 168:16 Minuten
2. Iserlohn Roosters - Frankfurt Lions (20. März 2008/3:2 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 117:47 Minuten
3. EHC München - Kölner Haie (16. März 2011/3:4 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 110:00 Minuten
4. Hannover Scorpions - Nürnberg Ice Tigers (30. März 2010/3:2 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 108:09 Minuten
5. EHC Wolfsburg - Adler Mannheim (22. März 2013/2:3 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 105:54 Minuten
6. Red Bull München - Augsburger Panther (7. April 2019/1:2 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 103:34 Minuten
7. Straubing Tigers - Eisbären Berlin (3. März 2017/2:3 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 103:17 Minuten
8. Red Bull München - Augsburger Panther (3. April 2019/2:1 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 101:12 Minuten
9. Eisbären Berlin - Adler Mannheim (19. März 2017/4:3 in der dritten Verlängerung), Spieldauer: 100:28 Minuten
10. Nürnberg Ice Tigers - Fischtown Pinguins Bremerhaven (8. März 2019/in der zweiten Verlängerung), Spieldauer: 99:14 Minuten