Olympia 2022 News: Erste offene nicht-binäre Person bei Spielen

LeDuc: Nicht-binär bei Olympia und auf einer Mission

Image: Timothy LeDuc hat mehr vor als nur im Paarlauf um Medaillen zu kämpfen.

Timothy LeDuc tritt als erste offen nicht-binäre Person bei Olympischen Winterspielen im Eiskunstlauf an. Und will auch anderen queeren Menschen Mut machen und Gender-Stereotype durchbrechen.

Natürlich spielte Timothy LeDuc früher Football, jeder kleine Junge in den USA spielt schließlich Football. Doch dann schaute LeDuc fasziniert vor dem Fernseher zu, wie Eiskunstlauf-Star Michelle Kwan 2002 bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City Bronze gewann.

"Und endlich sah ich mich in etwas", sagt LeDuc: "Ich musste ein Teil dieser erstaunlichen Mischung aus Athletik und Artistik sein."

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20 Jahre später tritt LeDuc als erste offen nicht-binäre Person bei Winter-Olympia an, mit Ashley Cain-Gribble im Paarlauf - am Freitag steht das Kurzprogramm an (alle Entscheidungen im Liveticker). In den offiziellen Startlisten gilt LeDuc als "männlich", aber xier (genderneutrales Pronomen) fühlt sich weder als Mann noch als Frau. Keine große Sache für LeDuc. "Wir waren schon immer hier, wir waren schon immer ein Teil des Sports", sagt xier: "Wir waren nur nicht immer in der Lage, offen zu sein."

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ZUM DURCHKLICKEN: Die überraschendsten deutschen Medaillen-Gewinner bei Winter-Olympiaden

1956 Cortina d'Ampezzo: Gold für Rosa "Ossi" Reichert (Ski alpin/Riesenslalom). Reichert (verstorben 2006) war Deutschlands erste Ski-Olympiasiegerin nach dem Krieg - nachdem ihr wegen einer Verletzung schon das Karriereende gedroht hatte.
1960 in Squaw Valley: Gold für Heidi Biebl (Ski alpin/Abfahrt). Medaillenanwärterin? Ja. Gold? Überraschte die kürzlich verstorbene Biebl selbst so sehr, dass sie nicht mal die Nationalhymne bei der Siegerehrung erkannte.
1960 Squaw Valley: Gold für Helmut Recknagel (Skispringen). Als erster nicht-skandinavischer Skispringer gewann Fahnenträger Recknagel im damals noch üblichen "Superman-Stil", also mit nach vorne gestreckten Armen, die olympische Goldmedaille.
1960 Squaw Valley: Gold für Georg Thoma (Nordische Kombination). Ebenfalls als erster Nicht-Skandinavier wurde "Jörgi" Thoma Olympiasieger in der Kombination und Sportler des Jahres in Deutschland.
1964 Innsbruck: Gold für Manfred Schnelldorfer (Eiskunstlauf). Eigentlich ging es für den Münchner nur um maximal Silber. Klarer Favorit war der Franzose Alain Calmat. Doch weit gefehlt, Schnelldorfer gewann Pflicht und Kür.
1972 Sapporo: Gold für Monika Pflug (Eisschnelllauf). Sie kam als 17-jähriges Küken nach Japan und düpierte die Konkurrenz. Mit ihrem überraschenden Triumph über die 1000 m begann ihre große internationale Karriere.
1976 Innsbruck: Bronze für das Eishockeyteam. "Das Wunder von Innsbruck": Die Spieler hatten sich mit dem vierten Platz abgefunden, ehe sie realisierten: Der Torquotient entscheidet. Bronze vor den USA - mit 0,0041 Treffern Vorsprung.
1976 Innsbruck: Gold für Rosi Mittermaier (Ski alpin/Abfahrt). Die Geburtsstunde der "Gold-Rosi". Mittermaier, eher eine Slalom-Spezialistin, gewann in ihrer Karriere nur diese eine Abfahrt. Es folgten Gold im Slalom und Silber im Riesenslalom.
1988 Calgary: Team-Gold für Nordische Kombinierer. Nach den Einzel-Plätzen 13, 25 & 28 hatte niemand mit ihnen gerechnet, doch mit vereinten Kräften ließen Thomas Müller, Hans-Peter Pohl und Hubert Schwarz alle hinter sich.
1988 Calgary: Gold für Marina Kiehl (Ski alpin/Abfahrt). Die Münchnerin war eher Super-G-Spezialistin. Von ihren sechs Weltcupsiegen vor Olympia hatte sie keinen in der Abfahrt geholt.
1992 Albertville: Gold für Olaf Zinke (Eisschnelllauf/1000 m). Nie vorher und auch nie mehr danach gelang dem Berliner eine annähernd vergleichbare Leistung. Er gewann Gold mit einer Hundertstelsekunde Vorsprung.
1994 Lillehammer: Gold für Markus Wasmeier (Ski alpin/Super-G und Riesenslalom). Schon Gold im Super-G war nach Rang 36 in der Abfahrt ein Coup. Gold im Riesenslalom dann eine Sensation.
1998 in Nagano: Gold für Nicola Thost (Snowboard/Halfpipe). Dass Thost eine gute Snowboarderin ist, war Experten bekannt. Dass sie die Olympia-Premiere in der Halfpipe gewinnt, war dennoch eine große Überraschung.
2002 Salt Lake City: Gold für die Frauenstaffel (Langlauf). 22 Jahre mussten die deutschen Langläufer auf Gold warten, dann schlugen Evi Sachenbacher, Manuela Henkel, Viola Bauer und Claudia Künzel zu.
2010 in Vancouver: Gold für Viktoria Rebensburg (Ski alpin/Riesenslalom). Rebensburg hatte zuvor im Weltcup nur einmal als Zweite auf dem Podium gestanden. Nach dem ersten Lauf war sie nur Sechste gewesen.
2014 Sotschi: Gold für Carina Vogt (Skispringen). Sie hatte noch nie einen Weltcup gewonnen - und schrieb doch Geschichte: Als erste Skispringerin gewann Vogt 2014 in Russland eine Olympische Goldmedaille.
2018 Pyeongchang: Silber für das Eishockeyteam. Die "Silbersensation": Das Team wuchs im Turnierverlauf über sich hinaus und scheiterte nur denkbar knapp an Gold. *Zusammengestellt vom SID
2022 Peking: Gold im Sprint für das Langlauf-Duo Katharina Hennig (r.) und Victoria Carl: Die beiden können ihr Glück kaum fassen. Olympisches Gold für Deutschland im Langlauf ist eine Sensation.

Vater ist auf Pride-Märschen dabei

Auch für LeDuc war die Reise zum Ich ein Prozess. Mit 18 Jahren das Coming-out homosexuell zu sein, seit 2019 lebt LeDuc offen nicht-binär. Für die Familie war dies nicht einfach. "Mittlerweile begleitet mich mein Vater bei Pride-Märschen", sagt LeDuc.

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Natürlich träumen LeDuc und Cain-Gribble von einer Medaille, aber für das Duo steht auch eine andere Mission im Vordergrund. Es geht um das große Ganze: Gleichberechtigung, Menschlichkeit, Freiheit. "Weil wir darüber sprechen, können wir mehr Menschen dazu bringen, zu verstehen, dass mit LGBTI-Personen nichts falsch ist", sagte LeDuc: "Dass wir es verdienen, gefeiert zu werden."

Sport-Informations-Dienst (SID)

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