1. FC Köln News: Trainer Gisdol vor Endspiel gegen BVB

Nächstes BVB-Endspiel für Gisdol - Gründe für Kölns Misere

Von Sky Sport und SID

Image: Sport-Geschäftsführer Horst Heldt (l.) sprach Trainer Markus Gisdol nach der Niederlage bei Union Berlin das Vertrauen für das Spiel gegen Dortmund aus.

Markus Gisdol kämpft wieder einmal um seinen Job beim 1. FC Köln - und jetzt geht es gegen Borussia Dortmund. Gelingt dem Trainer erneut ein Coup wie im Hinspiel? Nachfolge-Kandidaten werden bereits gehandelt.

Markus Gisdol dürfte die aktuelle Situation sehr vertraut sein. Wieder einmal steht seine Zukunft als Trainer des 1. FC Köln auf dem Spiel - und wieder muss gegen einen deutlich überlegenen Gegner der Befreiungsschlag gelingen.

In schöner Regelmäßigkeit hat Gisdol solche Momente bereits überstanden, so auch in der Hinrunde gegen Borussia Dortmund im November. Damals gewannen die Kölner überraschend 2:1 in Dortmund. Doch gelingt beim Wiedersehen mit dem BVB am Samstag (15:30 Uhr/Sky) der nächste Coup?

Potenzielle Gisdol-Nachfolger werden gehandelt

Während in Kölner Zeitungen bereits potenzielle Nachfolger gehandelt werden, rückt Gisdol sein Schicksal nicht in den Mittelpunkt. "Wir wollen es schaffen, dass die Mannschaft sehr fokussiert auf das Spiel ist und sich nicht mit den Themen rund um den Trainer beschäftigt", sagte er am Donnerstag.

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Mit 22 Punkten schwebt Gisdols Mannschaft in höchster Abstiegsgefahr. Zwar steht der Effzeh noch auf Platz 14, doch der Vorsprung auf Platz 17 beträgt nur einen Zähler und der Trend spricht klar gegen Köln: Aus den vergangenen fünf Spielen haben die Rheinländer nur einen Punkt geholt und dabei lediglich drei Treffer erzielt. Köln blieb in seinen letzten 14 Bundesligaspielen acht Mal ohne eigenen Treffer, so oft wie Gegner Dortmund in seinen letzten 91 Partien.

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Die Offensive ist Köln größte Schwachstelle

Die Offensive ist mit nur 23 Toren die große Schwachstelle, nur Schalke (16) und Bielefeld (20) haben in dieser Saison seltener getroffen.

In ihrer langen Bundesliga-Geschichte hatten die Domstädter zu diesem Zeitpunkt nur vier Mal weniger Tore auf dem Konto, zuletzt 2009/10 (22). Vor elf Jahren reichte es am Ende mit 33 Toren und 38 Punkten noch zu Platz 13, doch davon sind die Kölner in dieser Saison weit entfernt.

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Cordobas Weggang nicht kompensiert

Vor allem den Abgang von Torjäger von Jhon Cordoba (13 Tore in der Vorsaison) haben die Geißböcke nicht gut verkraftet. Während der Kolumbianer seine Tore für den direkten Konkurrenten Hertha BSC schießt, kam sein Nachfolger Sebastian Andersson verletzungsbedingt bisher erst zu zehn Einsätzen und zwei Treffern. In diesem Kalenderjahr ist er sogar noch ohne Einsatz.

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Emmanuel Dennis, den die Kölner im Januar vom FC Brügge ausliehen und der für die Belgier immerhin in zwei Champions-League-Spielen gegen Real Madrid getroffen hatte, ist noch ohne Treffer für Köln. Der Nigerianer blieb in 375 Bundesliga-Minuten sogar noch ohne Schuss aufs Tor!

Weiterer Beleg für das Mittelstürmer-Problem: Mit Elvis Rexhbecaj (5) und Elyess Skhiri (4) stehen zwei Spieler aus der Mittelfeld-Zentrale an der Spitze der Spitze der teaminternen Torjägerliste. Rexhbecaj traf beim bisher letzten FC-Sieg in Mönchengladbach doppelt, doch die Euphorie nach dem Derby-Sieg am 6. Februar ist längst verflogen, Mitte März herrscht pure Angst.

Ähnliche Situation wie im November

Vor jenem 2:1 in Dortmund in der Hinrunde war die Situation ähnlich bedrohlich. Gisdols Team hatte 18 Spiele nacheinander nicht gewonnen - und doch überrumpelte es den großen Favoriten mit zwei Standardtoren und einer fehlerfreien Defensive.

Das große Problem der Kölner ist neben der Sturmschwäche die Konstanz. Leistungen wie bei den Siegen in Dortmund und Mönchengladbach oder beim 0:0 in Leipzig ruft der FC viel zu selten ab. Gisdol, so das Urteil vieler Kritiker, habe die Mannschaft in seiner nun 16-monatigen Amtszeit nicht weiterentwickelt.

Heldt nicht schuldlos an der Misere

Diesen Vorwurf muss sich jedoch nicht nur der Coach, sondern auch Sport-Geschäftsführer Horst Heldt gefallen lassen.

1. FC Köln: Horst Heldt über Trainer Markus Gisdol und den Abstiegskampf. (Videolänge: 37 Sekunden)

Heldt hatte genügend Möglichkeiten, Gisdol längerfristig das Vertrauen auszusprechen. Er entschied sich dagegen, der Trainer erhielt nur für das BVB-Spiel eine Jobgarantie. Und danach? Man müsse ständig alles überprüfen und hinterfragen, sagte er: "Es ist wichtig, dass wir uns auf das Wesentliche besinnen."

Der Sportchef muss abwägen. Liegt es am Trainer? Oder kann der Kader in der Bundesliga schlicht nicht mehr leisten?

Funkel oder interne Lösung mögliche Übergangsmodelle

Als potenzielle Gisdol-Nachfolger wurden in lokalen Medien bereits Bruno Labbadia und der frühere FC-Trainer Friedhelm Funkel gehandelt. Auch der Name Peter Stöger kursiert, der einstige Erfolgscoach ist aber noch in leitender Funktion bei Austria Wien angestellt und wäre wohl erst im Sommer zu haben.

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Ob Labbadia als Feuerwehrmann übernehmen würde, darf bezweifelt werden. Funkel hingegen scheint einer Mission als möglicher Retter nicht abgeneigt zu sein. Funkel oder eine interne Lösung mit U17-Meistertrainer Martin Heck gelten als die wahrscheinlichsten Übergangsmodelle.

Ein Trainerwechsel könnte der Mannschaft im Endspurt der Saison einen Schub geben, der Zeitpunkt unmittelbar vor der Länderspielpause wäre günstig. Gisdol selbst will sich an den Spekulationen nicht beteiligen. "Zum Schluss geht es nicht um Personen, sondern um unseren Klub", sagte er und gab zu: "Es ist nicht so einfach, wenn es Störgeräusche gibt."

Sport-Informations-Dienst (SID)