Der 1. FC Nürnberg hat seine Vorbereitung mit der gelungenen Generalprobe gegen Paris Saint-Germain (1:1) abgeschlossen. Im Hinblick auf die Zweitliga-Saison ist bei den Franken trotz des Erfolgs Geduld gefragt.
Die Euphorie bei den Fans des 1. FC Nürnberg war nach dem respektablen 1:1 gegen die Star-Truppe von Paris Saint-Germain groß. Der Traum und der Wunsch vom direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga erhielten durch den guten Auftritt der Franken gegen Kylian Mbappe und Co. neue Nahrung.
Großer Umbruch beim 1. FC Nürnberg
Vor wenigen Tagen sah dies noch anders aus. Hinter dem Club lag eine durchwachsene Vorbereitung mit der einen oder anderen Delle. Dies war jedoch auch so zu erwarten, schließlich verließen zehn Spieler (darunter Leistungsträger wie Eduard Löwen, Tim Leibold und Ewerton) den Verein und zehn Neue kamen hinzu - und es könnten noch weitere folgen. So sucht der FCN unter anderem noch nach einem Spieler, der sowohl im Zentrum als auch auf der linken Seite verteidigen kann.
Zudem steht mit Damir Canadi ein neuer Übungsleiter mit einem rundum erneuerten Trainerteam an der Seitenlinie. Dass bei solchen Umständen nicht auf Anhieb alle Rädchen ineinander greifen, ist logisch.
Geduld ist gefragt - Canadi feilt noch am System
"Wir haben einen Umbruch eingeleitet und wollen eine Mannschaft aufbauen, die stabil ist", weiß auch der österreichische Trainer Canadi um die benötigte Zeit und Geduld beim Bundesliga-Absteiger. Dieser Prozess sei eher auf zwei Jahre als nur auf die kommende Saison ausgelegt, denn: "Wir wollen kein Fahrstuhlverein sein, der mal hoch- und wieder runtergeht."
Dennoch hat man sich im Frankenland - unter Betrachtung der gesamten Vorbereitung - wohl bessere Testspiel-Ergebnisse gewünscht. Aufgrund zahlreicher Taktik-Experimente - Canadi testete mit 3-4-3, 4-3-3 und einem 3-5-2 gleich drei verschiedene Systeme - und harten Trainingseinheiten, die teilweise auch noch an den "Spieltagen" stattfanden, überzeugte der Club zumindest rein auf dem Papier nicht zwingend.
Durchwachsene Testspiel-Ergebnisse
Gegen den FC Basel (0:4), Rapid Wien (1:2) und die SpVgg Oberfranken Bayreuth (1:2) setzte es Niederlagen. Gegen die österreichischen Amateur-Klubs FC Pinzgau (2:0) und SK Bischofshofen (3:0) schlug sich der vorhandene Klassenunterschied im reinen Ergebnis nur bedingt nieder.
Resultate aus Testspielen sind bekanntlich nicht immer aussagekräftig, doch können diese dennoch einen Fingerzeig in Richtung Ligabetrieb sein. So gewann der FCN beispielsweise vor zwei Jahren alle sieben Vorbereitungsspiele und schlug dabei auch namhafte Gegner wie Inter Mailand (2:1) und Borussia Mönchengladbach (2:1). Am Ende der Saison stand der Aufstieg in die Bundesliga.
Im Hinblick darauf könnte die respektable Leistung bei der Generalprobe gegen PSG deshalb sehr wichtig gewesen sein, da nun eine Euphorie und Vorfreude auf den Saisonstart entfacht wurde.
Canadi: "Dresden wird ein ganz anderes Spiel"
Doch Canadi drückt diesbezüglich auf die Bremse. "Wir ordnen das Spiel richtig ein. Wir wissen was wir können. Wir hatten eine sehr gute Organisation und haben die Räume gut besetzt. Da nehmen wir sehr viel mit. Es ist ein Ergebnis, nicht mehr und nicht weniger. Dresden wird ein ganz anderes Spiel", erklärt der Österreicher und ergänzt, worauf es ankommen wird.
"Es wird ein enges Spiel. Die Nerven werden wichtig sein. Es ist wichtig, gut zu starten und ein positives Ergebnis einzufahren, damit die Jungs auch daran glauben. Denn wie Abwehrspieler Enrico Valentini erklärte, ist nicht nur bei den Fans der Wunsch nach dem Aufstieg vorhanden, sondern auch innerhalb der Mannschaft.
Nürnberg mit anspruchsvollem Auftaktprogramm
Und soll dieser gelingen, ist ein guter Saisonauftakt enorm wichtig - gerade im Hinblick auf die anspruchsvollen Gegner. Nach dem Auftakt in Dresden (Samstag ab 13 Uhr LIVE und EXKLUSIV auf Sky) geht es am 2. Spieltag gegen den ambitionierten Hamburger SV.
Doch egal wie die beiden Partien enden werden, eines steht fest. Der Club und seine Fans werden in einer stark besetzten 2. Bundesliga Geduld benötigen und womöglich auch ein zweites Jahr im Unterhaus einplanen müssen. Dies wäre jedoch alles andere als ein Genickbruch, da die Franken bezüglich des Aufstiegs bekanntlich sowieso einen Zweijahresplan verfolgen.