Der AC Mailand startete letzten Sommer den Großangriff auf die europäische Spitze. Dank der prall gefüllten Brieftasche eines neuen Investors aus China gab Milan fast 200 Millionen für neue Spieler aus. Sportlich läuft es mit Platz sieben in der Serie A nicht, und jetzt scheint auch der Gönner in Schwierigkeiten zu sein.
Yonghong Li erwarb erst vor wenigen Monaten die kompletten Anteile am AC Mailand für 740 Millionen Euro von Silvio Berlusconis Firma Faninvest. Kurz danach kamen jedoch schon Fragen an der Liquidität des Chinesen auf, weil er sich 300 Millionen Euro von einem US-Hedgefond geliehen hatte.
Doch die Lage ist offensichtlich noch deutlich bedrohlicher als zunächst angenommen. Wie die Corriere della Sera berichtet, sollen Lis Vermögenswerte bei Taobao - dem chinesischen Ebay - versteigert werden, um die Schulden zu tilgen.
Auswirkungen auf Milan ungewiss
Beim Kauf von Milan sei laut Ex-Manager Adriano Galliani alles okay gewesen sein. "Sie haben Sicherheiten präsentiert und die Dinge überprüft. Dieser Gentleman hat Milan für eine gewichtige Summe gekauft", erklärte die ehemalige rechte Hand von Berlusoni. "Wir wurden von einem großen internationalen Unternehmen vertreten und er von einer internationalen Bank. Es war alles in Ordnung."
Ob sich die vermeintlichen finanziellen Schwierigkeiten des 44-Jährigen auf den Serie-A-Klub auswirken werden, ist noch unklar. Die New York Times zweifelte auf jeden Fall schon im Dezember an der Glaubwürigkeit Lis und erklärte, dass die Phosphat-Mine, die die Quelle seines Reichtums sein soll, mittlerweile einen neuen Eigentümer hat. Dieser kennt Li aber offenbar gar nicht...