Borussia Dortmund Transfer: Edson Alvarez von Ajax im Portrait

Mentalität. Flexibilität. Qualität? BVB-Ziel Edson Alvarez im Portrait

Von Nico Ditter

Image: Wechselt Edson Alvarez von Amsterdam zum BVB?

Von wegen zu klein! Edson Alvarez hat es seinen Kritikern schon in jungen Jahren so richtig gezeigt und sich mit seiner aggressiven Spielweise in den Fokus der Topklubs gespielt. Während der Ajax-Star bereit für den nächsten Karriere-Schritt ist und (nur) zu Borussia Dortmund wechseln will, läuft im Hintergrund ein "heißer" Transfer-Poker um seine Zukunft. Sky Sport nimmt den Defensivallrounder genauer unter die Lupe.

Wir schreiben das Jahr 2011, als der mexikanische Erstligist CF Pachuca einen 14-jährigen Nachwuchsfußballer aufgrund seiner Größe und zu schmächtigen Statur ausgemustert und weggeschickt hat. Dieser "jemand" ist Edson Alvarez, der schon mit Ajax auf europäischer Bühne für Furore gesorgt hat und bald zum Rekordtransfer von Borussia Dortmund avancieren könnte.

Zum News Update: Alle Sport News im Ticker

Alle wichtigen Nachrichten aus der Welt des Sports auf einen Blick im Ticker! Hier geht es zu unserem News Update.

Aber erst noch einmal der Blick zurück: Nach der herben Enttäuschung in Pachuca stand der mexikanische Defensivspezialist schon kurz davor, seinen Profi-Traum an den Nagel zu hängen. "Das war der schwerste Schlag, den ich je erlitten habe", machte er gegenüber ESPN deutlich. "Es war der Traum der ganzen Familie. Ich war sehr enttäuscht und wollte keinen Fußball mehr spielen."

Von wegen zu klein!

Dieser Inhalt kann auf dieser Seite leider nicht angezeigt werden
Komplette Version hier anschauen

Knapp zwei Jahre später probierte er es dennoch erneut, dieses Mal beim Hauptstadt-Verein Club America. Die Entscheidung sollte sich auszahlen: Alvarez überstand die dreimonatige Probezeit und wusste auch in den Nachwuchsabteilungen zu überzeugen. Für seinen Traum investierte er viel: Alvarez gab mehr als 70 Prozent seines Gehalts für den Transport aus. Der Mexikaner musste täglich drei bis vier Stunden pendeln - von seiner Heimatstadt Tlalnepantla zum Verein und wieder zurück.

Ausgaben, die sich mehr als gelohnt haben: Alvarez stellte sein Talent konstant unter Beweis und durfte daraufhin Erfahrungen in der ersten Mannschaft sammeln. Es kam, wie es kommen musste: Im Jahr 2017 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag. Anschließend erkämpfte sich der mittlerweile 1,87 Meter große Allrounder (von wegen zu klein!) einen Stammplatz, geriet ins Blickfeld der mexikanischen Nationalspielmannschaft und gewann zahlreiche Trophäen (Meister, Pokalsieger und Gold Cup-Sieger mit Mexiko).

Dieser Inhalt kann auf dieser Seite leider nicht angezeigt werden
Komplette Version hier anschauen

Ajax ruft! Club America erhält Rekordsumme

Nach 113 Pflichtspielen mit Club America lockte ihn Ajax nach Europa. Alvarez wechselte im Alter von 21 Jahren in die Eredivisie und avancierte mit einer Ablösesumme von 15 Millionen Euro zum teuersten Abgang der Klub-Geschichte. Auch für den niederländischen Rekordmeister entpuppte sich der Deal als Volltreffer. Alvarez zahlte die Ablöse in Form von starken Leistungen zurück.

In typischer Ajax-Manier benötigte der mexikanische Nationalspieler ein bis anderthalb Saisons Anlaufzeit, ehe er sich akklimatisieren und zum essenziellen Stammspieler entwickeln konnte. Seitdem ist der "bissige" Zweikämpfer nicht mehr aus der Startelf des 36-maligen niederländischen Champions wegzudenken. Für Ajax kommt Alvarez wettbewerbsübergreifend auf 147 Einsätze (13 Tore) - pendelte dabei regelmäßig zwischen defensivem Mittelfeld und der Innenverteidigerposition.

Mehr dazu

Eine Flexibilität, die auch die Verantwortlichen von Borussia Dortmund zur Kenntnis genommen haben.

ZUM DURCHKLICKEN: Die teuersten Transfers des Sommers

Platz 10: Dominik Szoboszlai (70 Millionen Euro) von RB Leipzig zu Liverpool
Platz 8: Kai Havertz (75 Millionen Euro) vom FC Chelsea zum FC Arsenal
Platz 8: Rasmus Hojlund (75 Millionen Euro) von Atalanta Bergamo zu Manchester United.
Platz 7: Josko Gvardiol (90 Millionen Euro) von RB Leipzig zu Manchester City.
Platz 6: Randal Kolo Muani (95 Millionen Euro) von Eintracht Frankfurt zu Paris St. Germain.
Platz 4: Neymar (100 Millionen Euro) von Paris Saint-Germain zu Al-Hilal.
Platz 4: Harry Kane (100 Millionen Euro) von Tottenham Hotspur zum FC Bayern.
Platz 3: Jude Bellingham (103 Millionen Euro) von Borussia Dortmund zu Real Madrid
Platz 2: Moises Caicedo (116 Millionen Euro) von Brighton Hove & Albion zum FC Chelsea.
Platz 1: Declan Rice (116,6 Millionen Euro) von West Ham United zum FC Arsenal (Quellen für die Ablösen: transfermarkt.de)

BVB intensiviert Bemühungen und bereitet erstes Angebot vor

Schon seit einigen Wochen wird Alvarez mit den Schwarz-Gelben in Verbindung gebracht. Nach Sky Informationen geht es nun langsam aber sicher in die heiße Phase: Nach einem schriftlichen Angebot an den mexikanischen Nationalspieler bereitet der BVB auch eine erste schriftliche Offerte an Ajax vor. Alvarez selbst möchte nur zu Dortmund und seinem ehemaligen Teamkollegen Sebastien Haller wechseln, wenngleich eine 100-prozentige Einigung mit der Spielerseite noch aussteht.

Alles zum Transfermarkt auf skysport.de:

"Ich habe viele Trophäen gewonnen und mich weiterentwickelt. Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt für den nächsten Schritt in meiner Karriere", bekräftigte der Mexikaner Anfang Juni im Interview mit Voetbal International. "Aber es muss alles perfekt sein. Ich muss davon profitieren, aber auch Ajax."

Nach Sky Informationen stellte bislang die Ajax-Forderung von 40 Millionen Euro inklusive Bonuszahlungen ein Problem dar - Alvarez würde damit zum Rekordtransfer der Borussen aufsteigen (bislang Ousmane Dembele mit 35 Millionen Euro). Es bleibt abzuwarten, inwieweit Dortmund dem Tabellendritten der abgelaufenen Eredivisie-Saison entgegenkommen möchten. In erster Linie möchte der BVB den Transfer von Wolfsburgs Felix Nmecha über die Bühne bringen. Im Anschluss streben die Borussen an, den Wechsel von Alvarez zu finalisieren.

Es wird heißer zwischen Borussia Dortmund und Felix Nmecha. Der BVB will den Wolfsburger unbedingt, hat mit Newcastle United aber immer noch einen finanzstarken Konkurrenten. Das ist der Stand.

Kein Bellingham-Ersatz - eher Can 2.0

Während Nmecha eher die Offensive ankurbeln soll, wäre Alvarez überwiegend als Stabilisator für die Abwehr eingeplant. Im Team von Trainer Edin Terzic könnte er den defensiven Part im zentralen Mittelfeld einnehmen oder die Konkurrenzsituation in der Innenverteidigung noch einmal erhöhen. Folglich ist er auch nicht als Eins-zu-eins-Ersatz für den abgewanderten Jude Bellingham zu sehen, sondern wäre eher eine Ergänzung zu Emre Can.

Alvarez scheut das Risiko im Vertikalspiel, würde dagegen aber noch einmal eine aggressivere Note in das Spiel der Schwarz-Gelben einbringen. Stellungsspiel, Mentalität, Physis, Härte - allerdings wird er aller Voraussicht auch ab und zu gesperrt fehlen. In der abgelaufenen Spielzeit kassierte der Mexikaner wettbewerbsübergreifend 16 (!) Gelbe Karten bei 44 Einsätzen und flog dazu gegen Union Berlin in der Europa League mit Gelb-Rot vom Platz.

Zum Transfer Update: Alle Wechsel, alle Gerüchte

In unserem täglichen Liveblog halten wir Dich über alle Gerüchte und fixe Transfers auf dem Laufenden.

Alvarez ist bereit für den nächsten Schritt

Klar ist aber: Alvarez hat es seinen Kritikern schon in jungen Jahren gezeigt (Grüße nach Pachuca) und bewiesen, dass er auch auf höchster europäischer Bühne performen kann. Nicht umsonst ist er ins Visier von Vereinen wie Chelsea, Manchester United oder eben Borussia Dortmund genommen worden.

Ob das am Ende die Ablöse-Forderung von 40 Millionen Euro rechtfertigt, müssen allerdings andere Instanzen entscheiden.

Nicht verpassen! "Transfer Update - die Show"

"Transfer Update - die Show" immer montags und freitags ab 18 Uhr auf Sky Sport News. So verpasst Ihr keine wichtigen Transfer-News im Sommertransferfenster.

Mehr zum Autor Nico Ditter

Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.