Ansgar Knauff ist noch bis Saisonende vom BVB an Eintracht Frankfurt verliehen. Die SGE will den Flügelspieler danach fest verpflichten, die Dortmunder wollen ihn zurück. Doch hat der 20-Jährige überhaupt eine Zukunft bei den Schwarz-Gelben?
Mit der Eintracht erlebte Knauff im vergangenen Sommer den größten Erfolg seiner noch jungen Karriere. Im Finale der Europa League spielte der flinke Außenspieler die komplette Länge von 120 Minuten gegen die Glasgow Rangers, durfte am Ende den Pokal in den Händen halten und mit den Fans in Frankfurt feiern. Die Konsequenz aus den starken Leistungen der BVB-Leihgabe, die erst im Januar zum Team stieß, war schon lange vorher klar: Knauff soll bleiben.
Die Frankfurter wollen den 20-Jährigen nach Ablauf der Leihe am 30. Juni fest verpflichten. Obwohl die aktuelle Saison noch nicht voll nach Plan für den Profi läuft, ist Knauff ein wichtiger Teil im Team von Trainer Oliver Glasner. Nach seiner Oberschenkelverletzung im Oktober, wegen der der U21-Nationalspieler gleich sieben Pflichtspiele verpasste, meldete sich der flinke Allrounder in starker Verfassung zurück.
Sky Info: Noch keine Verhandlungen um Knauff
Die Entwicklung des Dortmunder Eigengewächses wird natürlich auch von den Verantwortlichen der Borussen genauestens mitverfolgt. Während die Eintracht Knauff halten will, erwarten die Schwarz-Gelben den Youngster im Sommer zurück im Team. Nach Sky Informationen hat es dahingehend noch keine konkreten Gespräche oder Verhandlungen zwischen den beiden Parteien gegeben.
Lange dürfte es aber nicht mehr dauern, bis auch der Spieler Klarheit in puncto Zukunftsplanung haben will. Bei einer Rückkehr in den Pott bleibt die Frage: Welche Perspektive bietet sich Knauff beim BVB? Der Kader der Dortmunder ist breit bestückt. Spieler wie Donyell Malen, Karim Adeyemi oder Julian Brandt haben den BVB einiges an Ablöse gekostet und geben sich alle nicht mit einem Bankplatz zufrieden.
Terzic plant mit Knauff
Ob Knauff bereits die Qualität hat, sich in Dortmund durchzusetzen, müsste ein Versuch zeigen. Trainer Edin Terzic ist vom jungen Außenspieler überzeugt. "Es ist unser Spieler, er steht bei uns unter Vertrag. Der klare Plan mit Ansgar Knauff ist, dass er zu uns zurückkehrt", stellte Terzic auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt (2:1) klar.
Der Coach kennt den 20-Jährigen gut. Als technischer Direktor der Dortmunder war es seine Aufgabe, die Leihspieler zu betreuen und sich mit ihnen auszutauschen. Auch als Co- und Chef-Trainer arbeitete Terzic schon mit Knauff zusammen. "Er hat nicht die Minuten bekommen, die für seine Entwicklung wichtig waren. Deshalb haben wir die Entscheidung getroffen, dass er ausgeliehen wird", erklärte Terzic.
Knauff könnte den BVB variabler machen
Würde der Angreifer diese Spielzeit anderthalb Jahre später im BVB-Trikot bekommen? Mit Knauff hätten die Dortmunder neben Adeyemi und Malen einen dritten Offensiv-Spieler mit Top-Speed in den eigenen Reihen. Zudem könnte der Comebacker das Spiel der Borussia variabler gestalten.
Bei der SGE spielte der gebürtige Göttinger bislang auf verschiedenen Positionen in verschiedenen Systemen. Neben seiner angestammten Funktion als rechter Flügelstürmer, spielte Knauff auch mehrfach auf der linken Seite. Zusätzlich agierte der 20-Jährige in einer Fünferkette in der Abwehr als Außenverteidiger, der defensiv und offensiv mitarbeitet. Gegen Köln und Wolfsburg spielte Knauff sogar in einer Viererkette als Rechtsverteidiger.
In dieser Saison haben die Dortmunder in Sachen System bereits variiert. Gegen Union Berlin beispielsweise bildeten Nico Schlotterbeck, Mats Hummels und Niklas Süle eine Dreierkette. Thomas Meunier spielte auf der rechten Seite, was ihm sichtlich Probleme bereitete. Knauff hingegen könnte diese Position perfekt ausfüllen. Wie oft die Dortmunder letztlich auf dieses System stellen und der Leih-Rückkehrer tatsächlich zum Stammspieler wird, muss hinterfragt werden.
Was will Knauff?
Hat der 20-Jährige keine Aussicht auf Spielzeit, dürfte auch der Profi sich Gedanken über die Sinnhaftigkeit einer Rückkehr machen. Denn mit einem Vertrag bis lediglich 2024 ist Knauff in einer guten Verhandlungsposition. Will das Dortmunder Eigengewächs den Verein dauerhaft verlassen, ist der kommende Sommer die letzte BVB-Chance Geld mit dem Noch-Frankfurter zu machen.
Das Tauziehen und Werben um Knauff könnte bald Fahrt aufnehmen. Die Eintracht will Knauff halten, der BVB ihn zurück. Entscheidend dürfte letztlich sein, was der Spieler selbst für einen Plan hat.
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