Bundesliga: Alle Fragen und Antworten zur Sitzung der DFL

Wann geht es wie weiter? Fragen und Antworten zur DFL-Sitzung

Von Sky Sport / Sport-Informations-Dienst (SID)

Christian Seifert exklusiv über das Konzept der DFL

Am Donnerstag fand eine wegweisende Sitzung der DFL statt, die die Weichen für die Wiederaufnahme des Bundesliga-Spielbetriebs gestellt hat. Sky Sport gibt einen Überblick auf die Ergebnisse der Pressekonferenz und die wichtigsten Aussagen von Christian Seifert im exklusiven Interview.

Was wurde beschlossen?

Einen neuen Termin für einen Saison-Neustart gibt es nicht. Möglich machen soll den Wiederbeginn mit Geisterspielen aber das Sicherheitskonzept, das den Klubbossen auf der Mitgliederversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am Donnerstag vorgestellt wurde. Die "Task Force Sportmedizin/Sonderspielbetrieb" unter Leitung von Nationalmannschaftsarzt Tim Meyer hatte die Vorgaben und Empfehlungen erarbeitet. Mit diesem schlüssigen Konzept will die DFL bei den Entscheidern in der Politik um die Erlaubnis für Geisterspiele werben. "Es kann keine Alternative zu diesem ausführlichen Konzept geben. Das müssen wir als verlässlicher Partner an die Politik weitergeben, die dann eine Entscheidung treffen muss", erklärt Seifert im Gespräch mit Sky.

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Wann ist wieder mit Spielen zu rechnen?

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Alles hängt vom grünen Licht der Politik ab, am 30. April berät unter anderem die Sportministerkonferenz der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Wenn das Signal kommen würde, dass es der 9. Mai ist, dann werden wir bereit sein. Wenn das Signal später kommt, werden wir später bereit sein", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Der Plan für den 9. Mai steht also - auch für eine weitere Verschiebung ist alles vorbereitet. Zuletzt gab es jedoch überwiegend positives Feedback auf die Anpeilung, beispielsweise durch die beiden Ministerpräsidenten Markus Söder (Bayern) und Armin Laschet (Nordrhein-Westfalen).

Bundesliga-Abschluss bis Juli? Sky Reporter Behrenbeck klärt auf

Bis wann soll zu Ende gespielt werden?

Aufgrund der Vertragslage mit den Spielern und Medienpartnern ist als Ziel für den Abschluss der Bundesliga weiterhin der 30. Juni geplant. Sollte die Bundesliga am 9. Mai weitergehen, sei dieser unter Vorbehalt auch nicht gefährdet. "Wenn es in den Juli geht wäre das noch gar kein Problem. Da hat man zeitlich noch einen Puffer. Deutschland ist dank der Voraussetzungen sogar die erste Liga mit einem schlüssigen Konzept und der Möglichkeit, wieder loszulegen", erklärt Sky Reporter Marc Behrenbeck, der während der PK in Frankfurt zugegen war. Zusätzlich ist der Zeitraum durch die Verschiebung der Europameisterschaft auf 2021 erweitert.

Was bedeutet das für die Klubs?

Auch wenn ein möglicher Wiederbeginn weiterhin unklar ist, sind die Vereine durch die Auszahlung der TV-Gelder zunächst nicht mehr akut von Insolvenzen bedroht. Durch die rund 300 Millionen Euro ist die Liquidität der Vereine laut Seifert bis zum 30. Juni gesichert. Ein Solidaritätsfond in Höhe von 7,5 Millionen Euro steht zudem für bedrohte Drittligisten und Frauen-Mannschaften bereit.

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Was beinhaltet das Konzept der Taskforce?

Die Vorgaben und Empfehlungen gehen sehr ins Detail. Sie reichen von erforderlichen Corona-Tests hin zur Begrenzung von Personen im Stadionumfeld an Spieltagen (rund 300 Menschen) und klaren Hygieneregeln im Mannschaftsumfeld wie auch im häuslichen Bereich. Damit appelliert Seifert "auch an die Eigenverantwortung der Spieler".

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Was sind brisante Punkte?

Vor allem der Umgang mit möglichen Infektionen. So soll bei einem positiven Fall keine automatische Meldung an die Presse erfolgen. Nur der betroffene Spieler muss in Quarantäne und dessen Kontaktpersonen getestet werden, allerdings wird nicht automatisch die gesamte Mannschaft unter Quarantäne gestellt. Über mögliche Gruppenquarantänen entscheiden die jeweiligen Gesundheitsämter. Dennoch sollen die Klubs vorsorglich "für einen ausreichend großen Kader im Saisonfinale sorgen". Ziel des Konzeptes sei ohnehin, dass "es gar nicht zu neuen Infektionen kommt".

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Seifert beteuert: Kein Sonderstatus bei Testkapazitäten.

Wie stark soll getestet werden?

Bei allen an Training und Wettkampf Beteiligten soll mindestens einmal wöchentlich ein Nasen- und Rachenabstrich mit nachfolgender PCR-Testung erfolgen, auf jeden Fall immer direkt am Tag vor den Spielen. Mindestens sechs Stunden vor Spielbeginn soll Klarheit über den Gesundheitszustand aller Beteiligten herrschen. Die DFL rechnet mit rund 20.000 Tests. Es gibt Kooperationen mit fünf Laborverbünden, die laut Seifert alle versichert haben, dass die derzeitigen Kapazitäten ausreichend sind und es durch die Tests im Fußball zu keinen Engpässen in anderen Bereichen der Gesellschaft kommt. "Es wäre ungehörig und anmaßend wenn der Fußball Testkapazitäten in Anspruch nimmt, die in anderen wichtigen Bereichen fehlen wird. Das ist in unserem Fall aber nicht so. Die Test-Kapazotäten liegen bei 818.000 Tests pro Woche. Das was die Bundesliga davon braucht sind nicht einmal 0,04 Prozent. Wir blockieren keine Testkapazitäten", stellte Seifert bei Sky klar.

Was ist mit den Fans?

Hier bat Seifert eindringlich, bei einem Wiederbeginn von Ansammlungen vor den Stadien abzusehen. "Wer das in Kauf nimmt, nimmt auch in Kauf, dass das Spiel nicht stattfinden kann", warnte Seifert. Auch Behrenbeck merke die Hoffnung der DFL, dass die Fans ein neues Bewusstsein haben und Verantwortung übernehmen: "Es muss Sorge getragen werden, dass es nicht zu Versammlungen kommt. Es gibt allerdings das Druckmittel, ein Spiel bei Ansammlungen abzubrechen. Auch wenn Seifert nicht damit drohen wollte, gibt es dieses Mittel, dass dann ein Spiel als 2:0-Sieg für das andere Team gewertet werden kann."

Christian Heidel lobt die DFL-Führung von Christian Seifert

Wie sind die Reaktionen auf die DFL und Geschäftsführer Seifert?

Das Modell der Deutschen Fußball-Liga wird äußert wohlwollend und positiv aufgenommen! Von einem "sehr schlüssigen Konzept" spricht beispielsweise der ehemalige Schalke-Sportvorstand Christian Heidel bei Sky: "Mir ist nichts Vergleichbares bekannt. Ein derartiges Konzept finde ich aller Ehren wert. Seifert führt die DFL in einer Art und Weise, wie es besser nicht sein kann. Viel Demut, ohne irgendwelche Forderungen zu stellen." Auch die Bundesligisten zeigten sind von der geleisteten Arbeit überzeugt. Skepsis kam derweil von Sportpolitik-Sprecherin der Grünen Monika Lazar: "Der Spielbetrieb ist nur mit engmaschigen Tests der Spieler denkbar. Diese Schnelltest- und Laborkapazitäten würden dann aber in systemrelevanten gesellschaftlichen Bereichen fehlen." Seifert versicherte jedoch, sich darüber im klaren zu sein, dass der Fußball "keine Sonderrolle einnimmt und sich hinten anstellt, sollten die Tests woanders benötigt werden".

Sport-Informations-Dienst (SID)