Borussia Dortmund kassiert bei Union Berlin eine 1:2-Pleite. Nach dem Spiel äußerten sich Spieler sowie der Trainer.
Borussia Dortmund unterliegt bei Union Berlin 1:2 und kassiert die erste Pleite unter dem neuen Trainer Edin Terzic. Zwei BVB-Profis und der Trainer suchten nach Abpfiff nach Gründen. Die Stimmen.
Roman Bürki (Borussia Dortmund beim ZDF)
... über die Gründe für die Niederlage: "Wir spielen sehr ineffizient, mit viel Ballbesitz, haben Geduld, aber schlussendlich muss auch mal was bei rausspringen. Wir belohnen uns zu wenig und laufen uns selbst die Räume zu. Gerade heute, wenn man dann gegen Ende in Rückstand ist, müssen wir clever genug sein, um zu sehen, dass der Gegner schon tief genug steht, dass wir nicht mehr diesen schönen Chipball hinter die Abwehr spielen können, sondern wir müssen über die Außen kommen und den Sechzehner mit Flanken bombardieren. Mit dem ganzen schönen Fußballgespiele - Chipbälle hinter die Abwehr - das funktioniert nicht."
... über die Gegentore nach Standards: "Wir hatten eine genaue Zuteilung bei den Standards. Das werden wir aufarbeiten. Das ist etwas, was mit Selbstdisziplin zu tun hat. Es ist sehr ärgerlich, das ist der Grund, weshalb wir heute verloren haben. Ich schaue auch gerne, auf das, was wir besser machen können offensiv. Wir müssen die Bälle mit mehr Überzeugung in den Sechzehner schießen."
... über die Tabellensituation: "Wir haben nie gesagt, dass wir diese Saison ganz oben stehen müssen. Wir haben momentan andere Probleme als die Tabelle. Wir werden versuchen, an unseren Dingen zu arbeiten und wieder in die Erfolgsspur zu finden."
Mats Hummels (Borussia Dortmund bei DAZN)
... über die Gründen für die Niederlage: "Unter anderem die Standards, in der ersten Halbzeit haben wir auch durch zwei große Fehler Chancen hergegeben. Aber es hat auch damit zu tun, wie sehr man einen Sieg will, wenn man wie gegen Köln erneut ein Spiel hergibt. Für mich unbegreiflich, wie das passieren kann, ehrlich gesagt. Wir hauen uns selber in die Pfanne, wir sind selber für die Niederlagen verantwortlich. Es darf nicht passieren, dass der beste Kopfballspieler der gegnerischen Mannschaft ohne Gegner bei einer Ecke im Zentrum steht. Das ist unverzeihbar. Wir haben jetzt zwei Spiele durch Standardgegentore abgegeben, das ist eine Katastrophe."
... über das Auftreten unter Edin Terzic: "Wir haben mehr Spirit auf dem Platz. Wir wollen, wir geben Gas, wir machen noch nicht alles richtig, können ohne Trainingseinheiten aber auch noch nicht alles rausbringen."
... über den ersten Treffer von Youssoufa Moukoko: "Er hat viele gute Sachen gemacht, vorher den Pfosten getroffen. Es war sein stärkstes Spiel bisher und es ist auch beruhigend, dass er ein bisschen Anlaufzeit braucht und nicht mit 16 jeden Bundesligaverteidiger austanzt. Er ist ein richtig guter Junge. Wir freuen uns, dass er getroffen hat. Aber wir haben verloren, das bringt uns wenig."
ZUM DURCHKLICKEN: DIE JÜNGSTEN BUNDESLIGA-TORSCHÜTZEN
Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund beim ZDF)
... über die Ursachen der Niederlage: "Wir haben das, was wir uns vorgenommen haben, nicht umgesetzt. Wir wollten offensiv das Spiel viel öfter beschleunigen. Der Gegner konnte uns sehr leicht verteidigen. Unsere Bewegungen waren nicht gut, der Ball war zu langsam. Wir wussten von der Standard-Stärke. Union Berlin hat acht Tore nach Standards, alle nach einem ähnlichen Muster erzielt. Wir haben das extra nochmal angesprochen. Wir waren uns einig, dass man die Standards am besten verteidigt, indem man sie nicht zulässt. Wir wollten die zweiten Bälle wie vor der zweiten Ecke erobern, den Ball nicht so leicht nach außen kommen lassen und nicht in die Situation kommen, dass wir erst an der Eckfahne die Flanke blocken. Wir wussten, dass daraus häufig eine Ecke entsteht."
... über die Defizite der Mannschaft: "Es fällt uns nicht leicht momentan. Wenn die Jungs einmal auf Touren kommen - was man auch im ersten Durchgang zwei-, dreimal gesehen hat, wo wir Moukoko frei vor das Tor bekommen. Dann hatten wir Jadon Sancho nochmal, wo er den Ball so ein bisschen in die Hacke bekommt. Dann das Tor von Youssoufa in der zweiten Halbzeit, das ist der Fußball, wie wir ihn uns vorstellen. Wir sind nicht in die Positionen gekommen und haben es nicht gut vorbereitet, wurden zu hektisch. Wir wollten die Seite häufiger verlagern, sodass es Union schwerer hat und Körner verliert, wenn sie uns verteidigen wollen, um dann halt diese Aktionen vorzubereiten. In der ersten Halbzeit haben wir das nur halb gemacht, sind von der linken Seite auf die rechte Seite und wollten da sofort durchbrechen mit viel zu langsamen Bällen. Das war einfach zu verteidigen für den Gegner. Das müssen wir in Angriff nehmen, um unser Offensivspiel zu verbessern."
... über die aktuelle Tabellensituation: "Die Aufgabe ist wie jeder Aufgabe im professionellen Fußball nicht leicht. Dieser Aufgabe stellen wir uns alle gemeinsam. Wir wollen den Glauben in die Mannschaft zurückerwecken und die Verantwortung dafür übernehmen. Wir sind alle bereit, im richtigen Moment das Team zu ziehen, aber auch zu drücken und auch einfach mal nach vorne zu schieben. Das ist das, was wir uns vornehmen werden. Die Tabelle momentan ist ärgerlich. Aber das ist momentan nicht unser Thema. Jetzt müssen wir uns erstmal um das Spiel im DFB-Pokal kümmern."
Christopher Trimmel (Union Berlin beim ZDF)
"Super, dass wir durch zwei Standardsituationen gewinnen. Wir haben wieder viel Leidenschaft gezeigt. Kein Gegner hat es leicht gegen uns. Man muss auch den 16-jährigen Moukoko zu seinem Tor beglückwünschen. Das ist etwas ganz Besonderes. Wir sind absolut im Soll. Es funktioniert sehr viel und hatten in dieser Saison kein schlechtes Spiel - auch die, die wir verloren haben, waren nicht schlecht. Wir sind auf einem sehr, sehr guten Weg. Viele haben gesagt, dass wir durch den Ausfall von Max Kruse extrem geschwächt sind. Wir sind eine Mannschaft und können auch das auffangen."
Marvin Friedrich (Union Berlin, Torschütze zum 2:1 beim ZDF)
"Wir hatten schon ein paar Ecken davor, aber da war ich ziemlich frei. Wir verteidigen mit allen elf Spielern sehr gut und stehen sehr kompakt. Dann tut sich jeder Gegner schwer. Wir wollen immer wieder Nadelstiche nach vorne setzen. Das ist uns heute wieder gut gelungen."
Urs Fischer (Trainer FC Union Berlin bei DAZN)
... über das Spiel: "Heute war es eine Willensleistung. Es war die erste englische Woche, da muss man erstmal in den Rhythmus kommen. Die Spiele gegen Bayern und Stuttgart haben viel Kraft gekostet. Die Mannschaft hat alles rausgehauen und leidenschaftlich verteidigt. Wir haben nicht unverdient gewonnen."
... über die Standards: "Natürlich trainieren wir die auch. Aber wir haben mit Trimmel und Teuchert zwei gute Schützen und gute Kopfballspieler, die auch dahin gehen, wo es weh tut."