Bundesliga: Werder-Duell mit Düsseldorf wird zum "Druckspiel"

Bremen ist fünf Spiele ohne Sieg

Image: Werder Bremen muss im Heimspiel gegen Düsseldorf den negativen Trend stoppen.

Fünf Spiele ohne Sieg, abgerutscht ins graue Mittelfeld - auf Werder Bremen wartet ein echtes "Druckspiel". Der Trainer bleibt aber trotz Pleitenserie gelassen.

Fünf Spiele ohne Sieg, abgerutscht ins graue Mittelfeld - auf Werder Bremen wartet ein echtes "Druckspiel". In der Freitagabendpartie der Bundesliga gegen Fortuna Düsseldorf (ab 20 Uhr im Liveticker auf skysport.de) muss der selbsternannte Europacup-Anwärter um Florian Kohfeldt endlich wieder liefern. Unruhig wird der Trainer deshalb aber nicht.

"Ja, das ist ein Druckspiel. Wir wollen da oben dran bleiben", sagte Kohfeldt: "Und wir werden ein Ergebnis liefern, da bin ich mir sicher." Das letzte "Ergebnis", also der letzte Sieg, liegt bereits mehr als einen Monat zurück. Bevor Ende Oktober der Faden mit einem 2:6 gegen Bayer Leverkusen riss, hatte Werder die Liga mit forschen Auftritten gerockt. Mit den Rückschlägen in den vergangenen Wochen schwand aber auch die Selbstverständlichkeit im Vortrag von Max Kruse und Co.

Klaus Allofs spricht über die mutigen Ziele von Werder Bremen und die Folgen aus dieser Strategie (Videolänge 02:25 Minuten).

Eggestein will Ansprüche nicht zurückschrauben

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"Ich halte diese Phasen für normal", sagte Kohfeldt am Donnerstag. Es müsse aber der Anspruch sein, sie zu minimieren, fügte der 36-Jährige an. Denn das ist der Unterschied zwischen Mannschaften, die im Mittelfeld stehen und welchen, die nach den Fleischtöpfen greifen. Werder will nicht mehr grau sein, Werder will endlich wieder oben angreifen. Ist die eigene Zielstellung womöglich zu ehrgeizig?

Nicht für Maximilian Eggestein, den viele Experten als künftigen Nationalspieler sehen. "Wir wollten uns als Mannschaft ein hohes Ziel stecken, das hat uns niemand aufgedrückt", sagte der Shootingstar dem Kicker: "Wir sind jetzt ja auch nicht meilenweit entfernt - und ich kann nicht feststellen, dass uns dieser Anspruch, den wir nach wie vor haben, belastet."

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SV Werder Bremen: Wie gegen die Bayern könnten die Eggestein-Brüder von Beginn an auflaufen. In der Innenverteidigung muss Trainer Kohfeldt für Moisander (Sperre) und Veljkovic (Hüftverletzung) mit Außenverteidiger Friedl und Langkamp improvisieren.
Fortuna Düsseldorf: Gegen Werder Bremen könnte Friedhelm Funkel im Vergleich zur Niederlage gegen Mainz 05 das System umstellen und auf mehr Offensivpower setzen. Bayern-Schreck Lukebakio wird wohl erneut von Beginn an stürmen.
FC Bayern München: Mit einem gut aufgelegten Kimmich im Mittelfeld und Doppelpacker Gnabry auf rechts kommt der FCB langsam zurück in die Erfolgsspur. Jetzt wieder zu rotieren, könnte zu riskant für Trainer Kovac sein.
1. FC Nürnberg: Am Mittwoch erreichte den Club die bittere Nachricht, dass Kapitän Behrens mit einer Zerrung der Bauchmuskulatur nicht gegen den FCB spielen kann. Für ihn rutscht wohl Youngster Simon Rhein in die Startelf.
Schalke 04: Die Königsblauen wollen im Derby ihre schwache Saison ins Positive umkehren. Dafür bekommt der erfahrene und ballsichere Rudy eine weitere Chance in der Zentrale. Schalke-Fan Steven Skrzybski soll in vorderster Front stürmen.
Borussia Dortmund: Vier BVB-Siege in Serie: Im Derby soll der Fünfte folgen! Dafür rückt im Abwehrzentrum Manuel Akanji für den angeschlagenen Dan-Axel Zagadou ins Team. In der Spitze bekommt Götze wohl wieder den Vorzug vor Edel-Joker Paco Alcacer.
Bayer Leverkusen: Während in der Offensive alles wie gehabt bleiben könnte, muss die Werkself in der Abwehr wieder umbauen. Lars Bender spielt wohl wieder als Linksverteidiger, wenn Dragovic für Sven Bender einspringt. Auf links agiert dann Wendell.
FC Augsburg: Im Vergleich zur Niederlage gegen den VfB Stuttgart könnte Manuel Baum in der Offensive auf einen Dreiersturm setzen und Schieber und Koo durch Hahn und Finnbogason ersetzen.
SC Freiburg: Die Breisgauer haben trotz der 0:2-Niederlage gegen einen zu starken BVB ein gutes Spiel gemacht. Trainer Streich könnte deshalb auf Wechsel in der Startelf verzichten und seine gewohnte Elf bringen.
RB Leipzig: Doppeltorschütze Werner könnte ebenso wie Poulsen vor dem entscheidenden Europa League-Spiel gegen Rosenborg eine Pause von Coach Rangnick bekommen. Stattdessen bilden dann Cunha und Augustin eine doppelte Spitze.
VfL Wolfsburg: Die hart umkämpfte Partie gegen die Eintracht hat Spuren hinterlassen. Sowohl Brooks als auch William fehlen gegen die TSG mit einer Gelbsperre. Dafür springen vermutlich Uduokhai und Verhaegh ein.
TSG Hoffenheim: Nach seinem starken Champions League-Auftritt blieb Belfodil gegen Königsblau blass. Für ihn könnte Szalai an die Seite von Joelinton rutschen. Auf Links sollte Schulz nach seiner Startelf-Pause gegen Schalke wieder gesetzt sein.
Hertha BSC: Beim 0:2-Sieg in Hannover spielten die Berliner mit einer Doppelspitze. Für das kommende Spiel gegen Eintracht Frankfurt könnte Duda für Selke wieder in die erste Elf rücken.
Eintracht Frankfurt: Never change a running system. Auch wenn es gegen den VfL Wolfsburg eine unglückliche 1:2-Niederlage für die Eintracht gab, wird Trainer Hütter wohl auf seine Stammelf setzen. Der verletzte Abraham wird erneut durch Russ ersetzt.
Mainz 05: Nach dem 1:0-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf, aus dem die Mainzer ohne Verletzte herausgingen, hat Trainer Schwarz alle Optionen. Viel Grund die erfolgreiche Startelf zu verändern besteht allerdings nicht.
Hannover 96: Wie gegen die Hertha muss Mulija wohl wieder auf den Außen ran. Die Doppelsechs bilden dann der wieder genesene Schwegler und Walace. Das Offensiv-Duo Füllkrug/Wood bleibt unverändert.
Borussia Mönchengladbach: Volle Offensive nach der 0:2-Pleite in Leipzig. So könnte Raffael von Beginn an stürmen und Stindl weiter nach hinten rutschen. Defensiv springt wohl wieder Jantschke für den verletzten Ginter ein.
VfB Stuttgart: Hoffnungsträger und Siegtorschütze Donis ist zurück und wird wohl sehr schnell nicht mehr aus der ersten Elf fliegen. Auch sonst tut Trainer Weinzierl gut daran an seinen Stammkräften um Kapitän Gentner festzuhalten.

Werder: Kein "existenzieller" Druck

Auch Kohfeldt sieht das ähnlich. Der aktuelle Druck mit drei Punkten Rückstand auf Rang sechs sei kein "existenzieller" Druck, den Werder im Abstiegskampf immer wieder erlebt habe, betonte der Coach, der seine erste komplette Saison als Führungskraft im Bundesliga-Business absolviert. Der Erwartung, vor ausverkauftem Haus im Flutlichtspiel wieder auf die Erfolgsspur einzubiegen, will sein Team von Beginn an gegen die Fortuna gerecht werden.

6:14 Tore und nur ein magerer Punkt aus den vergangenen fünf Ligaspielen beweisen, dass die gesamte Balance trotz ordentlicher Phasen nicht stimmte. In der Offensive litt das Spiel auch unter den fehlenden Geniestreichen von Kapitän Kruse: "Im letzten Drittel fehlen die Ausschläge nach oben", sagte Kohfeldt: "Der Torabschluss muss wieder besser werden. Plus die Aufmerksamkeit in der Defensive." Denn aufseiten Düsseldorfs droht Bayern-Schreck Dodi Lukebakio wieder zuzuschlagen.

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Funkel mit Respekt

Fortuna-Coach Friedhelm Funkel erwartet allerdings eine sehr schwere Aufgabe für sein Team und hat großen Respekt vor Werder - trotz der jüngsten Schwächephase. "Im Laufe einer Bundesliga-Saison kann es immer passieren, dass man mal einen Durchhänger hat", sagte der erfahrene Trainer: "Den haben sie gerade, auch wenn sie in den letzten Spielen alles andere als grottenschlecht gespielt haben." (sid)

Seit fünf Bundesligaspielen wartet Werder Bremen auf einen Sieg. Dabei gab es nur einen Last-Minute-Punkt in Freiburg. Für den niederländischen Spielmacher Davy Klaassen liegen die Gründe auf der Hand.