Zwei Personalien verkörpern derzeit stellvertretend den Höhenflug von Borussia Dortmund: Trainer Lucien Favre und Neuzugang Axel Witsel.
Der Belgier entpuppt sich als der Königstransfer des BVB. Der 30-Jährige ist mit 93,5 Prozent angekommener Zuspiele der "Passkönig" der Bundesliga, glänzt aber auch als Torschütze, wie am vergangenen Samstag bei RB Leipzig.
Selbst der Gegner verneigt sich: "Er ist das A und O im Moment. Er macht vorne wie hinten alles und ist überall auf dem Platz. Er ist ein Top-Spieler und für mich einer der Besten in dieser Saison und der, der Dortmund sehr sehr stark macht", lobt Leipzigs Yussuf Poulsen den Mittelfeldspieler bei "Wontorra - der o2 Fußball-Talk" auf Sky.
Witsel wechselte im August von Tianjin Quanjian aus der Chinese Super League in den Ruhrpott. Die große Frage damals war: Kann Witsel auch Bundesliga? Der 101-malige Nationalspieler war sich zunächst selbst nicht sicher, wie er Sky Sport verriet: "Ich musste mich körperlich daran gewöhnen, alle drei bis vier Tage zu spielen. Körperlich war das sehr schwer für mich."
Witsel erklärt Favres Philosophie
Zu sehen war davon im bisherigen Saisonverlauf nichts. Der Denker und Lenker des Dortmunder Spiels arbeitete an seiner Fitness und kam in jedem Bundesligaspiel zum Einsatz. Großen Einfluss an der Entwicklung hat auch Coach Lucien Favre: "Er versucht, mit uns allen zu sprechen. Eine seiner Stärken ist, wenn wir auch mal 3:0 oder 4:0 gewinnen, dass er weiter nach unseren Schwächen sucht", berichtet Witsel.
Und weiter: "Dann ruft er dich alleine zu sich und sagt, vielleicht kannst du hier und da noch was verbessern. Das sind meistens Kleinigkeiten, die man selber gar nicht erkennt. Aber am Ende sind sie wichtig."
Unter dem Schweizer entwickelte sich Dortmund zum Meisterschaftsfavoriten mit berauschendem Offensivfußball. Die Gelb-Schwarzen sind mit 45 Toren die Torfabrik der Bundesliga. Zudem ist der BVB neben Borussia Mönchengladbach die einzige Mannschaft, die zu Hause noch ungeschlagen ist. Für Witsel eindeutig die Handschrift des neuen Trainers: "Wir spielen aktuell so wegen ihm. Es ist seine Philosophie, die wir versuchen, auf dem Platz zu übertragen."
Dortmund mit vergleichbaren Statistiken wie in der Meistersaison 2010/11
Der BVB feierte am 18. Spieltag bereits den 14. Saisonsieg. Nur in der Meistersaison 2010/11 hatte der BVB nach 18 Spielen mehr Siege (15) eingefahren und mehr Punkte auf dem Konto (46) als aktuell (45). Das M-Wort nimmt Witsel noch nicht in den Mund, aber er betont: "Wir sind im Moment Tabellenführer und das wollen wir auch bleiben."