Manager Christian Heidel will an seinem Weg, Schalker Nachwuchs-Talente zu verkaufen, festhalten.
In einem Interview mit Sportbuzzer verteidigt der 55-Jährige den Verkauf von Thilo Kehrer zu Paris Saint-Germain. Satte 37 Millionen Euro hat der FC Schalke 04 in der Sommerpause für den Transfer abgesahnt.
"Kritiker wird es immer geben, aber ich muss wirtschaftliche Aspekte berücksichtigen. Zudem wird Thilo oft als Eigengewächs der Schalker Nachwuchsabteilung dargestellt, eigentlich war er nur zweieinhalb Jahre in der Knappenschmiede", so Heidel zur Personalie.
Heidel über Fußball-Romantik: "Diese Zeiten sind leider vobei!"
Es dürfe in seinen Augen aber auch kein Argument sein, einen Spieler zu halten, nur weil er aus dem Nachwuchs komme. "Spieler wie Sane oder Kehrer bringen uns hohe Geldbeträge, die uns die Möglichkeit geben, die Mannschaft und den Verein weiterzuentwickeln."
Für den Manager ist dieser Weg aufgrund der Entwicklung der letzten Jahre alternativlos. "Wenn ich mir in anderen Vereinen die aktuellen Profikader anschaue, sehe ich auch dort kaum Spieler aus dem eigenen Nachwuchs. Der Fußball hat sich einfach verändert", so Heidel.
Und weiter: "Es wäre wünschenswert, aber es ist einfach Fußball-Romantik, wenn man glaubt: Ein Spieler muss auf Schalke ausgebildet werden, zu den Profis kommen und zwölf Jahre später hier sein Abschiedsspiel geben. Diese Zeiten sind leider vorbei!"
Heidel wagt steile Bayern-These
Dass der FC Bayern dieses Jahr keine großen Einkäufe auf dem Transfermarkt getätigt hat, sieht Heidel als Vorteil für die Konkurrenz, auch wenn er "dem Frieden noch nicht so ganz traut".
"Mein Gefühl sagt mir, dass der FC Bayern in den nächsten zwei Jahren nicht noch einmal so dominant sein wird, um mit 20 Punkten Vorsprung Meister zu werden. Das wollen wir nicht und die Bayern ja auch nicht", sagt Heidel zum Liga-Primus.
"Es gibt eine ganze Reihe von Klubs, die es verstehen, sich Schritt für Schritt zu verbessern. Jetzt müssen wir alle da sein, wenn die Bayern mal schwächeln. Aber auf Dauer mit ihnen mitzuhalten wird nicht einfach. Dazu sind sie wirtschaftlich zu überlegen."