In der Diskussion um die Regionalliga-Reform haben sich die 21 Landesverbände des DFB auf eine Übergangslösung geeinigt. Kurios: Ein Drittliga-Aufsteiger wird per Los-Verfahren ermittelt werden.
Der Außerordentliche DFB-Bundestag beschloss die Regionalliga-Reform am Freitag. Nachdem die 21 Landesverbände sich tags zuvor auf einen Kompromiss für die Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 verständigt hatten, stimmten die Mehrheit der 259 Delegierten in Frankfurt/Main der Übergangslösung bei elf Gegenstimmen (28 Enthaltungen) zu. Künftig werden vier Mannschaften in die 3. Liga aufsteigen. 2020 soll eine viergleisige Regionalliga installiert werden.
Der gemeinsame Antrag, der auf einer Sitzung der Regional- und Landesverbandspräsidenten erarbeitet wurde, sieht in den kommenden zwei Spielzeiten vier statt drei Absteiger aus der 3. Liga vor.
So sieht der neue Modus aus
Der Meister der Regionalliga Südwest steigt 2018/19 und 2019/20 direkt auf. Hinzu kommen zwei feste Aufsteiger aus den übrigen vier Regionalligen (Bayern, West, Nord, Nordost).
Der Meister der Regionalliga Nordost soll am Ende der Saison 2018/19 direkt aufsteigen. Welcher Regionalliga-Meister den dritten festen Aufstiegsplatz in dieser Spielzeit erhält, wird per Auslosung festgelegt.
Die übrigen beiden Meister der Spielzeit 2018/19, die dann in der darauffolgenden Saison einen festen Aufstiegsplatz erhalten, ermitteln in einer Relegation aus Hin- und Rückspiel den vierten Aufsteiger.
Oberhausens Vereinschef: "Grenzt an Volksverarschung"
Bei vielen Vereins-Vertretern im Westen stößt die Reform auf deutliche Kritik. "Dieses ganze Getue ist doch nur noch lächerlich, einfach albern und grenzt für mich an Volksverarschung", sagte Präsident Hajo Sommers von Rot-Weiß Oberhausen in einer Umfrage des Magazins Reviersport: "Ich bin jetzt 59 Jahre alt und weiß nicht, was die Herren da beim DFB veranstalten."
Klare Worte fand auch Franz Wunderlich, Sportvorstand von Viktoria Köln. "Das ist alles einfach nur noch lächerlich und ein großer Witz", sagte Wunderlich: "Ich gehe noch weiter und sage, dass das Ergebnis der Reform einfach nur die große Schwäche des Verbandes aufzeigt. Es fehlt einfach an einer klaren Linie. Ich kann das alles nicht nachvollziehen, will mich aber auch nicht mehr ärgern. Wir können das alles, was die Herren da oben entscheiden, nicht ändern."
DFB-Vizepräsident zeigt sich zufrieden
"In einer komplexen Fragestellung, in der sehr viele unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden mussten, ist es uns gelungen, bis zum nächsten Ordentlichen DFB-Bundestag eine Übergangslösung zu finden, die eine deutliche Verbesserung der Ist-Situation darstellt und die von allen Regionalverbänden mitgetragen wird", sagte DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch: "So werden in den kommenden zwei Spielzeiten zumindest vier von fünf Regionalliga-Meistern aufsteigen können."
Zudem wurde beschlossen, dass eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von DFB-Vizepräsident Peter Frymuth bis zum Ordentlichen DFB-Bundestag 2019 einen Vorschlag entwickeln wird, "wie im Einvernehmen mit den Beteiligten der Übergang zwischen Regionalliga und 3. Liga durch ein Modell mit vier statt bislang fünf Regionalligen realisiert werden kann", teilte der DFB mit.