Ein glanzloser 1:0-Erfolg bei Eintracht Frankfurt reicht dem FC Bayern München zur Herbstmeisterschaft. Unter der Woche Revanche an PSG genommen, jetzt den Abstand in der Liga vergrößert. Jupp Heynckes bringt die Bayern-Stars immer mehr auf ihr Top-Niveau, lässt sich aber nicht zu Jubelarien locken.
Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag: Der FC Bayern löst unter Heynckes auch die kniffligen Spiele. Bei kämpferisch starken Frankfurtern reicht ein Tor von Arturo Vidal, um die Herbstmeisterschaft in trockene Tücher zu wickeln.
Dabei muss der Rekordmeister erstmal einen Rückschlag hinnehmen. Sven Ulreich quält sich mit Adduktoren-Problemen nach Hessen. Nach dem Aufwärmen das Signal: heute wird es nix! Für ihn durfte Tom Starke sein 100. Bundesliga-Spiel absolvieren.
Vom Karriereende im Sommer zurück auf den Platz, eine Geschichte für sich. "Ich hab es ja schon ein paar Jahre gemacht und bin noch voll im Saft, von daher alles okay. Mit dem Ergebnis sind wir absolut zufrieden", sagt der Routinier am Sky Mikro.
Müller erfreut die Defensivarbeit
Ansonsten sieht der Zuschauer in Frankfurt kein Fußball-Feuerwerk der Bayern. Die Heynckes-Elf gibt mal nicht den Ton an. "In der Situation, in der wir uns personell mit ein paar angeschlagenen Spielern auf dem Platz befinden, war die Marschroute klar. Ein 1:0 zu verteidigen kann auch schon mal Spaß machen", so Müller gegenüber Sky Sport Reporter Stefan Hempel.
Spaß. Den dürfte man an der Säbener Straße auch beim Blick auf die Tabelle haben. Mit dem Remis von Leipzig gegen Mainz sind die Münchner bis zum Ende der Hinserie nicht mehr von Platz eins zu verdrängen. Es ist die siebte Herbstmeisterschaft in Folge, Nummer 23 insgesamt. Die Spieler feierten nach dem Abpfiff auch direkt mit ihren Fans.
Heynckes tritt auf die Bremse
Doch Jupp Heynckes macht noch lange keine Jubelsprünge, nimmt Platz eins mit niederrheinischer Gelassenheit wahr: "Ich glaube, die Herbstmeisterschaft ist nicht von großer Bedeutung. Wichtig ist, dass wir in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen haben und das Team wieder attraktiven Fußball zeigt. Das Tabellenbild ist sehr erfreulich, auch der Vorsprung. Aber ich schieße jetzt keine Raketen ab."
Die könnte er aber schon mal in seinem Arbeitszimmer verstauen. Denn: die Chancen in der Liga sind mit dem Herbst-Coup deutlich gestiegen. 37 von 54 Herbstmeistern holten die Schale, eine Quote von fast 69 Prozent.
Drei Partien sind es bis zur Winterpause - drei Siege sollen es werden. Apropos Raketen: Wenn es nach den Bayern geht, sollen die nicht zwingend erst zum Saisonende knallen. Eher beim Pokal-Achtelfinale in neun Tagen, wenn der taumelnde BVB in München gastiert.