Investor Lars Windhorst kauft Hertha-Anteile von 37,5 Prozent und investiert 125 Millionen Euro. Weitere 100 Millionen könnten folgen. Sky beantwortet die wichtigsten Fragen nach dem Berliner Rekord-Deal.
Rund 225 Millionen für Hertha BSC - Was bedeutet der Einstieg von Investor Lars Windhorst?
Hertha BSC hat einen neuen Investor. Lars Windhorst kauft Anteile von 37,5 Prozent der ausgegliederten Profi-Tochter des Vereins in Höhe von 125 Millionen Euro über seine Beteiligungsgesellschaft Tennor, ehemals Sapinda. In der kommenden Saison kann Tennor, in einem zweiten Schritt, weitere 12,4 Prozent der Anteile kaufen - zu einem dann höheren Preis (rund 100 Millionen Euro). Insgesamt bestünde die Investition dann aus rund 225 Millionen Euro.
Windhorst würde damit dann 49,9 Prozent der Hertha BSC GmbH & Co. KGaA gehören, der Profi-Tochter des Vereins. Die 50+1-Regel, die es Investoren untersagt, die Stimmenmehrheit an einem deutschen Fußballklub erlangen zu dürfen, ist davon nicht betroffen. Denn der Investor sicherte sich die Anteile an der Profi-Tochter des Vereins. Tennor erhält von fünf Plätzen im Aufsichtsrat zwei. Wird sich aber eher als stiller Teilhaber verhalten.
Wer ist Lars Windhorst?
Lars Windhorst ist 42, sein erstes Unternehmen gründete er bereits als Schüler 1993. In den 90er Jahren galt er als das "Wunderkind" der deutschen Wirtschaft. Zu Windhorsts Bewunderern gehörte früh Helmut Kohl, der ihn auch in Wirtschaftsdelegationen mit auf Reisen nach Asien nahm. Windhorst selbst und seine Unternehmensgruppe ging 2003 insolvent, das Landgericht Berlin verurteilte ihn wegen Untreue. In Wirtschaftskreisen ist sein Ruf heute umstritten.
Doch Windhorst schafft es trotz aller Negativschlagzeilen immer wieder, hohe Geldsummen einzusammeln. Seine Investmentgesellschaft heißt mittlerweile Tennor und hat Büros in London, Berlin und Amsterdam. Geld reinvestiert er in Firmen, von denen er sich Wertsteigerungen verspricht.
Was wird Hertha BSC mit den Millionen machen?
Hertha wird den Großteil des Geldes in seinen Bundesligakader stecken. Ein Grujic-Verbleib soll der Anfang sein und ein Lazaro-Ersatz muss her. Denn Lazaro wird nach Sky Informationen zu Inter Mailand wechseln. Eventuell soll auch noch ein Stürmer kommen. Denn Hertha BSC möchte sich weiterentwickeln, weiter hoch in der Tabelle. Ziel ist in Zukunft das internationale Geschäft.
Außerdem könnten die Windhorst-Millionen für die Ablösung einer 40-Millionen-Anleihe verwendet werden. Die für den Rückkauf der KKR-Anteile im Winter 2018 notwendig wurde. Auch Verbindlichkeiten könnten abgebaut werden. Nach Sky Informationen sollen die Windhorst-Millionen aber nicht in die Finanzierung des neuen Stadions von Hertha BSC fließen.
Neue Transferpolitik?
Hertha BSC wird an seinem Weg festhalten, auf den eigenen Nachwuchs zu setzten - denn das ist die Club-DNA. Nicht um sonst heißt der neue Cheftrainer Ante Covic, der schon die U15, U19 und U23 der Berliner trainierte. Aber durch die vielen Millionen hat Michael Preetz jetzt nochmal andere Möglichkeiten bei Transfers. Er kann auch Mal einen erfahrenen Spieler oder ein junges Talent für größere Summen holen.
Für all die, die von Megatransfers von Stars zu Hertha BSC träumen, wird es beim Träumen bleiben. Einen Messi oder Ronaldo werden wir auch in Zukunft nicht in Berlin sehen.
Was sagen die Fans?
Die Fans, mit denen ich gesprochen habe, sind geteilter Meinung. Ein Teil meint, dass Hertha mit den zusätzlichen Millionen jetzt endlich das internationale Geschäft angreifen kann. Demnach sei es ein „super Deal". Aber es gibt auch kritische Stimmen, die Windhorsts Pleiten als Problem sehen bzw. noch skeptisch sind. Und auch im Netz sind die Meinungen geteilt.