Sky Sport Reporter Sven Töllner fordert nach dem erneuten Skandal um HSV-Spieler Jean-Luc Dompe Konsequenzen.
Neunmalklug hinter jemandem herzuschimpfen, der nach einem Fehler ohnehin schon selbstkritisch am Boden kauert, verfolgt ja selten einen konstruktiven Ansatz. Im Fall von Jean-Luc Dompe ist das anders. Anzunehmen zwar, dass der Franzose sich nicht wohlfühlt nach seiner Promillefahrt am Sonntagmorgen - aber wer so was macht, kann kein Verständnis erwarten, sondern muss froh sein, dass er die Gesundheit Unbeteiligter fahrlässig, aber folgenlos aufs Spiel gesetzt hat. Und das zum wiederholten Male.
Pures Glück, dass niemand verletzt worden war, als der heute 30-Jährige 2023 mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit eine Bushaltestelle in einer sehr belebten Gegend nahe des Hamburger Fischmarktes zerlegt hat. Nach Informationen der Kollegen des Hamburger Abendblatt ist Dompe am vergangenen Sonntag ohne Führerschein, aber mit angeblichen 1,46 Promille aus dem Polizeirevier entlassen worden und sei dann dabei beobachtet worden, wie er sich mit einem E-Scooter auf den Weg zu seiner nahegelegenen City-Wohnung gemacht hat.
Reicht die Suspendierung aus?
Ein Verhalten, das für ein kaum kurierbares Ausmaß an Unbelehrbarkeit spricht. Der "Unterschiedsspieler" hat einen Vertrag bis 2027 und wurde jetzt "bis auf Weiteres" vom Trainings- und Spielbetrieb ausgeschlossen. Reicht das? In solchen Fällen wird vereinsübergreifend hinter vorgehaltener Hand gerne mal darauf hingewiesen, dass fristlose Rauswürfe Transferwerte verbrennen würden. Wer ein solches Verhalten nicht mit angemessener Konsequenz sanktioniert, zündelt aber am selbstauferlegten moralischen Werte-System.
Welche Werte schwerer wiegen, ist ganz sicher Gegenstand der klubinternen Debatte über die Zukunft des streitbaren Dribbel-Königs. Ohne Dompe abzusteigen wäre schlimm. Ohne Dompe die Klasse zu halten, wäre aus Sicht des HSV ganz sicher erstrebenswert - und womöglich die beste Lösung für alle Beteiligten!
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