Nach dem Abgang von René Adler ist der Kampf um das HSV-Tor neu entfacht. Christian Mathenia, die Nummer zwei der vergangenen Saison, sieht sich gegenüber dem Neuzugang und EM-Held der U21 Julian Pollersbeck im Vorteil.
Der Hamburger SV befindet sich derzeit im Trainingslager im nordöstlichen Niedersachsen an der Wümme. Genauer gesagt in Rotenburg. Für die Spieler eine gewohnte Umgebung, denn bereits zum dritten Mal innerhalb von zwei Monaten gastiert der HSV im Wachtelhof. In dem fünftägigen Trainingslager möchte der Bundesliga-"Dino" den Grundstein im athletischen und körperlichen Bereich für eine erfolgreiche Saison legen.
Für die Spieler gilt es, den Trainer in der Vorbereitung von sich zu überzeugen. Das gilt ganz besonders für die Torhüter, nachdem Stammtorwart René Adler zu Mainz 05 gewechselt ist.
Christian Mathenia oder Julian Pollersbeck - wer wird denn nun die neue Nummer 1 an der Elbe? Sportchef Jens Todt sprach von "einem offenen Duell", räumte Mathenia, der die letzten sieben Bundesliga-Spiele für den HSV absolvierte, aber einen Vorsprung ein.
Im exklusiven Interview mit Sky Sport News HD betont der 25-Jährige, dass er sich "nicht zurücklehnen kann" und "alles selbst hart erarbeiten muss". Gleichermaßen zeigt sich der gebürtige Mainzer selbstbewusst: "Ich habe mich in der vergangenen Saison kontinuierlich gesteigert und in der Rückrunde dazu beigetragen, dass wir unser Ziel erreicht haben. Ich denke schon, dass ich einen Vorsprung habe."
Darüber hinaus sieht er sich selbst im Vorteil, dass er schon "in Darmstadt eine komplette Saison in der Bundesliga" gespielt hat und nach der vergangenen Saison "weiß, wie es ist, im Volksparkstadion zu spielen und solch eine schwere Situation durchzumachen". Mit Sicherheit ist das ein wichtiger Faktor. Denn Julian Pollersbeck hat bislang ausschließlich Erfahrungen in der 2. Bundesliga gesammelt.
Aus dem Duell der vergangenen Saison mit Adler zieht Mathenia wichtige Erkenntnisse für seine Entwicklung: "Ich habe viel von René persönlich gelernt. Ich stand früher hinter seinem Tor als Balljunge und habe ihn bewundert und beneidet, wie er jeden Ball aus dem Winkel gekratzt hat. Es war letztes Jahr ein respektvolles und kollegiales Miteinander. Wir haben uns immer gegenseitig zu Höchstleistungen gepusht."
Mathenia geht selbstbewusst in den Konkurrenzkampf mit dem frischgebackenen U21-Europameister Pollersbeck, ist sich aber im Klaren darüber, dass er "meinen Platz einnehmen und spielen möchte". Die EM in Polen hat Mathenia natürlich genau verfolgt: " "Polle" hat eine sehr gute EM gespielt und ich freue mich für ihn, dass er den Titel geholt hat."
In der Vorbereitung wird also die Entscheidung fallen, wer in dieser Saison das HSV-Tor hüten darf. Ein kleines Indiz könnte sein, dass Mathenia bereits die Nummer 1 auf dem Trikot trägt. Für ihn persönlich eine "große Wertschätzung."