Bundestrainer Julian Nagelsmann sieht Rückkehrer Toni Kroos als ideale Verstärkung für die deutsche Nationalmannschaft.
"Er wird als Verbindungsspieler im Mittelfeld perfekt in das Team passen, das wir im Kopf haben", sagte Nagelsmann in einem Spiegel-Interview am Freitag: "Er wird uns gut tun mit seiner Erfahrung und Routine. Kroos hat bei seinem Verein Real Madrid eine besondere Rolle, er leitet junge Spieler an, zeigt ihnen, wie sie im Gefüge miteinander gut funktionieren können."
Kroos sei ein Profi, "der auch in einer engen EM-Partie die Ruhe behalten wird, den man unter Druck immer anspielen kann", fügte Nagelsmann an. Er habe in den vergangenen Wochen "gute und intensive Gespräche" mit dem 34-Jährigen geführt, der schon zu den Länderspielen in Lyon gegen Frankreich am 23. März und drei Tage später in Frankfurt gegen die Niederlande zurückkehren wird.
Nagelsmann legt sich bei Kimmich-Position fest
"Toni hat einen sehr klaren Blick auf den Zustand unserer Nationalmannschaft", sagte Nagelsmann: "Mit jedem weiteren Gespräch habe ich bei ihm eine zunehmend größere Begeisterung dafür gespürt, trotz seines eigentlichen Rücktritts doch bei der Heim-EM dabei zu sein und uns zu unterstützen." (alle Infos zur EM 2024 in Deutschland gibt es hier)
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Dass Kroos' Comeback eine Gefahr für die Hierarchie darstellen könnte, schließt Nagelsmann aus. "Ich habe mit vielen Spielern vorab telefoniert und genau zugehört, ob da einer ein Problem mit Kroos haben könnte", sagte der Bundestrainer: "Im Gegenteil! Alle waren sehr positiv." Dies gelte auch für Joshua Kimmich, der künftig für die Position des rechten Verteidigers vorgesehen ist.
"Er hätte im Übrigen auch rechts hinten gespielt, wenn Kroos nicht zurückgekehrt wäre", sagte Nagelsmann. Jeder Spieler müsse sich unterordnen und sei "ein Diener für sein Land. Kimmich ist das."
Basketballer als Vorbild
Bei der Ausarbeitung seines EM-Plans lässt sich Nagelsmann auch von den erfolgreichen deutschen Basketballern inspirieren. Das Team von Gordon Herbert hatte im vergangenen Jahr sensationell in Manila den WM-Titel gewonnen.
"Ich habe neulich eine Dokumentation über die deutschen Basketballer angeschaut. Man konnte die Gespräche zwischen Trainer und Spielern vor der WM beobachten. Da wurde klar: Jeder Einzelne kannte Monate vor dem Turnier seine Rolle."
DFB-Doku "nicht glücklich"
Diese "klare Rollenverteilung" werde er übernehmen, kündigte Nagelsmann mit Blick auf das Heim-Turnier vom 14. Juni bis 14. Juli an: "Es ist hilfreich, wenn jeder Spieler ganz genau weiß, woran er ist."
Auch die Dokumentation über die deutschen Fußballer bei der WM in Katar habe er gesehen, berichtete Nagelsmann. "Man konnte gewisse Reaktionen der Spieler sehen. Man konnte erkennen, was sie begeistert und was nicht", sagte der 36-Jährige: "Ich fand den Film für den DFB allerdings nicht glücklich. Ehrlich gesagt hat es mir keine Freude gemacht, das anzuschauen."
Die deutsche Mannschaft war bei dem Turnier bereits in der Vorrunde gescheitert.
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