Schalke verstärkt sich im Winter mit Aouchiche, Ndiaye, Dzeko & Co. für die Bundesliga

Der FC Schalke 04 hat seinen Kader in diesem Winter verstärkt und insgesamt fünf durchaus namhafte Neuzugänge präsentiert.

Von Robert Gherda,

Der Transfer-Winter auf Schalke ist sehr positiv verlaufen. Insgesamt besticht die professionelle Planung und Vorbereitung von Frank Baumann. Der Sportvorstand zieht Bilanz.

Allein am Deadline Day verpflichteten die Knappen noch zwei Spieler. Bei einer Personalie lief es allerdings nicht nach Plan.

Damit hatte man auf Schalke lange nicht gerechnet, aber Moussa Sylla kehrt nun doch zurück nach Gelsenkirchen. Schalkes Top-Torjäger der Vorsaison kündigte in der Nacht von Montag auf Dienstag via Instagram bereits selbst an, dass er wieder "nach Hause" kommt. Wenige Stunden später bestätigte der Verein, dass der geplante Wechsel in die MLS zu New York City FC endgültig geplatzt ist.

Schalke sauer auf MLS-Klub

Eine bittere Nachricht für den Stürmer, der den nächsten Schritt gehen wollte, aber auch die Knappen sind extrem sauer, dass der Wechsel letztlich nicht abgewickelt wird. Sportvorstand Frank Baumann verurteilte das Verhalten des MLS-Klubs scharf und schloss weitere Schritte nicht aus.

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Schalke hätte nach Informationen von Sky Sport inklusive Boni bis zu sieben Millionen für den 26-Jährigen kassiert. Viel Geld für den klammen Pott-Klub. Stattdessen steigt der Stürmer im Laufe der Woche wieder ins Mannschaftstraining ein und trifft dort dann auf einen weiteren Moussa. Schalke reagierte am Deadline Day nämlich auf die Verletzung von Vitalie Becker und verstärkte sich hinten links mit Moussa Ndiaye.

Back-up für die linke Seite kommt auf den letzten Drücker

Der 23-Jährige kommt leihweise bis Saisonende vom RSC Anderlecht. Davor war der Linksfuß in der Barca-Akademie "La Masia" und spielte auch für die zweite Mannschaft der Blaugrana. Ndiaye gilt als technisch versierter Defensiv-Allrounder, der auch in der Innenverteidigung spielen kann. Er ist zweikampf- und kopfballstark, ist aber nicht konstant genug in seinen Leistungen und auch seine Flanken sind ausbaufähig.

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"Das ist ein Komplett-Ersatz für die linke Seite, solange Vitalie Becker ausfällt. Schalke hatte auf links keine Alternativen, denn Anton Donkor ist diese Alternative unter diesem Trainer auf keinen Fall", analysiert Sky Sport Reporter Dirk große Schlarmann in Schalker Markt - der S04-Podcast von Sky Sport und ergänzt: "Da machst du jetzt keinen Fehler. Anderlecht hat auf jeden Fall auch auf einem guten Niveau gespielt und ich bin mal gespannt, wie gut das funktioniert."

Ex-Mega-Talent soll für Spektakel sorgen

Neben Ndiaye und Ersatztorwart Kevin Müller lag Schalkes Fokus bei den restlichen Neuen auf der Offensive. Mit den Transfers von Superstar Edin Dzeko und Dejan Ljubicic deutete Schalke bereits an, dass der Klub All-In geht und wieder in die Bundesliga will. Trainer Miron Muslic hat auf jeden Fall nun deutlich mehr Optionen im Spiel nach vorne. Syllas Verbleib sorgt für zusätzlichen Konkurrenzkampf, wie auch Baumann ausdrücklich betont. "Moussa ist ein Top-Stürmer, er wird in dieser Liga noch einige Tore für uns schießen, davon bin ich überzeugt", so der gebürtige Würzburger.

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Möglicherweise legt ihm ein weiterer Deadline-Day-Transfer diese auf, denn Adil Aouchiche kann durchaus den letzten Pass spielen. Der Franzose mit algerischen Wurzeln feierte bereits mit 17 Jahren unter Thomas Tuchel sein Profidebüt im Starensemble von Paris Saint-Germain und galt als eines der größten Talente der Welt.

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Bei der U17-EM 2019 stellte er mit neun Toren in nur fünf Spielen einen neuen Rekord auf. Wenige Monate später war er bei der U17-WM mit sechs Assists der beste Vorbereiter des Turniers. 2020 war er zudem für den Golden Boy nominiert, aber die hohen Erwartungen konnte er nicht ganz erfüllen.

Schalke nutzt die Gunst der Stunde

Über die Stationen Saint-Etienne und Lorient zog es ihn auf die Insel zum AFC Sunderland. In der vergangenen Rückrunde spielte er leihweise beim FC Portsmouth, wo er auch einmal gegen Miron Muslic spielte, als dieser noch Plymouth Argyle trainierte. Der S04-Coach gewann die Partie, aber Aouchiche überzeugte nicht nur wegen seines Treffers.

Zuletzt spielte er leihweise beim FC Aberdeen in Schottland, aber hatte dort nach einem Trainerwechsel nicht die besten Chancen. Schalke nutzte die Gunst der Stunde und einigte sich schnell mit Sunderland, da diese einen Leih-Spot freischaufeln wollten. Hintergrund: Englische Klubs dürfen aufgrund der Oversea-Loan-Regel nur maximal sechs Spieler ins nicht-britische Ausland verleihen. Der flexible Offensiv-Allrounder kostete Schalke somit keine Ablöse und unterschrieb bis 2027.

Der FC Schalke 04 schlägt am Transfer Deadline Day gleich zweimal zu und verpflichtet die beiden Spieler Adil Aouchiche und Moussa Ndiaye.

In Aberdeen überzeugte Aouchiche aus einer tieferen Position auf der Sechs. Bei seinen vorherigen Stationen spielte er meist auf der Zehn oder teils auf dem Flügel. Der 23-Jährige ist technisch perfekt, äußerst laufstark, bietet sich gerne an und steht für einen progressiven und intensiven Fußball - also genau das, was Schalke unter Muslic sucht.

"Alle Zeichen auf Aufstieg"

Aber wie ist die Transferphase als Ganzes zu bewerten? Große Schlarmann ist durchaus angetan davon, was Schalke für vergleichsweise kleines Geld auf die Beine gestellt hat: "Es hat mich überrascht, dass es so viele Transfers waren. Das hat sich nicht angedeutet und das wurde auch so im Vorfeld nicht nach außen gegeben. Dafür, dass Schalke jetzt letztendlich viel weniger Geld in die Hand genommen hat, als diese Transfers nach außen klingen, ist das erstmal super", so der S04-Insider im Podcast.

Torwart Kevin Müller über seinen Wechsel von Heidenheim zu Schalke 04.

Mit Kevin Müller habe sich Schalke sehr gut abgesichert, falls Loris Karius sich verletzen sollte. Ljubicic ist für große Schlarmann "eigentlich zu gut für die 2. Bundesliga", über Dzeko müsse man ohnehin nicht sprechen und mit Ndiaye hat Schalke nun endlich einen Back-up für Vitalie Becker. In Aouchiche sieht der Sky Sport Reporter "großes Potenzial" und obendrein "keinerlei Risiko". Sein Gesamtfazit: "Es ist insgesamt ein richtig gutes Transferfenster, weil man wenig Risiko eingeht, aber viel Qualität dazugewinnt. Jetzt gehen alle Zeichen auf Aufstieg."

Damit hätte auf Schalke zu Saisonbeginn wohl auch niemand gerechnet.

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